Der Dietiker Gerichtsvorsitzende Stephan Aeschbacher sprach bei der Urteilseröffnung von einem schweren Verschulden der beiden Beschuldigten: «Sie haben ohne Notlage raffiniert und regelmässig delinquiert.» Der Limmattaler Informatiker und der Versicherungsberater aus dem Zürcher Unterland wurden wegen mehrfacher ungetreuer Geschäftsbesorgung, mehrfacher Urkundenfälschung und weiteren Delikten antragsgemäss zu teilbedingten Freiheitsstrafen von je drei Jahren verurteilt. Allerdings müssen die beiden nicht mehr ins Gefängnis. So haben die zwei Mittvierziger die unbedingten Anteile der Strafe von 270 Tagen sowie 268 Tagen bereits mit der U-Haft verbüsst.

Der Strafprozess fand im Rahmen eines abgekürzten Verfahrens statt. Was bedeutete, dass die Beschuldigten umfassend geständig waren und alle Vorwürfe der Anklage anerkannten. Demnach waren sie seit April 2007 die Stiftungsräte einer im Limmattal ansässigen Pensionskasse von mehreren Immobilienfirmen. Dabei waren sie für die Vermögensverwaltung der Vorsorgegelder zuständig.

Die Anklageschrift zeigte auf, dass die beiden Geschäftspartner schon bald auf die Idee kamen, die Vorsorgestiftung als Selbstbedienungsladen zu verwenden. So zweigten beide Täter immer wieder grössere Geldbeträge für eigene, private Bedürfnisse ab. Offiziell versteuerten die beiden Komplizen ein Jahreshonorar von je 90 000 Franken. In Wahrheit flossen ihnen Millionenbeträge zu. Das Duo kaufte zahlreiche Sportwagen, leistete sich Rennsportkurse, teure Uhren und luxuriöse Ferien. Zudem kaufte es mehrere Liegenschaften in den Kantonen Basel, Luzern und St. Gallen auf.

Bargeld sichergestellt

Im Frühjahr 2013 flog der Schwindel auf. Die Polizei nahm beide Stiftungsräte fest. Worauf sie neun Monate in Untersuchungshaft verbrachten. Die Ermittlungen ergaben, dass die Beschuldigten insgesamt drei Millionen Franken sowie 2,95 Millionen Franken unrechtmässig bezogen hatten. Vor Gericht führten die Täter aus, dass sie bis heute noch keine Arbeitsstelle gefunden hätten. Beide werden von ihren Familien finanziell unterstützt. Die Behörden konnten bei ihnen Bargeld und Besitztümer von noch über einer Million Franken sicherstellen. Diese Gelder sollen der geschädigten Vorsorgestiftung zugutekommen. Das Gericht setzte für die bedingten Anteile der Strafe verlängerte Probezeiten von drei und vier Jahren fest. Im Sinne eines Damoklesschwertes erklärte Präsident Aeschbacher zum Abschluss.