Herr Hauser, in ein paar Stunden beginnt das Stadtfest. Sind Sie aufgeregt?

Fabian Hauser: Natürlich bin ich nervös. Wir planen den Anlass schon seit eineinhalb Jahren und nun steht er vor der Tür. Das ist Adrenalin pur, vergleichbar mit Bungee-Jumping.

Sie sind im OK für das Ressort Bau, Infrastruktur und Veranstaltungstechnik verantwortlich. Was muss man sich darunter vorstellen?

Das heisst, dass ich bei allem, was mit Wasser, Abwasser, Strom, Zeltbau, Absperrgittern und Bühnentechnik zu tun hat, meine Finger im Spiel habe. Meine Aufgabe ist es, den Überblick zu wahren, wann und wo welche Arbeiten durchgeführt werden und schliesslich dafür zu sorgen, dass während des Auf- und Abbaus, aber auch, wenn das Fest im Gange ist, alles reibungslos funktioniert.

Das ist ganz schön viel. Wie bewahren Sie bei einem Festgelände von fast 5000 Quadratmetern die Übersicht?

Dafür habe ich zum einen zahllose Schubladen in meinem Kopf und zum andern über 25'000 Dateien mit Plänen, Abläufen, Konzepten und Szenarien auf meinem Computer. Dazu gehört auch ein Regiebuch mit über 400 Positionen, mit dem ich im Juli begonnen habe. Die Planung ist so weit fortgeschritten, dass eigentlich nichts mehr schiefgehen kann, selbst wenn ich ausfallen würde, wäre das Fest nicht gefährdet. Jeder weiss, was er zu tun hat.

Was war bisher die grösste Herausforderung?

Die Erstellung des Zeitplans. Seit Mittwoch konnten die Vereine und Standbetreiber ihre Zelte aufstellen und einrichten. Wegen den engen Platzverhältnissen vor allem auf dem Festgelände war es nicht möglich, dass gleichzeitig Esswaren, Getränke, Kühlschränke, Fahrgeschäfte und Absperrgitter angeliefert werden. Das musste zeitlich geregelt sein.

Sie leiten eine Firma für Medientechnik und sind nicht wie andere Stadtfest-Organisationskomitee-Mitglieder für die Stadt Dietikon tätig. Wie kamen Sie zum Engagement am Stadtfest?

Ich war mit Stadtfest-Projektleiter Michael Seiler im OK für die Premiere einer Aufführung des Theaters des Kantons Zürich in Dietikon. Das hat wohl den Ausschlag gegeben, dass man auch am Stadtfest zusammenarbeiten wollte.

Haben Sie denn schon einmal so einen grossen Anlass auf die Beine gestellt?

Nein. Ich habe zwar schon zwei Gewerbeausstellungen im Kelleramt als Bauchef mitorganisiert und 2009 einen kantonalen Musiktag in Jonen in anderen Ressorts mitgeplant, aber ein so grosses Fest wie dieses war noch nicht dabei. Ich freue mich als Dietiker besonders, einen Beitrag zum Fest zu leisten. Es ist schön, mit so vielen motivierten Menschen zusammenzuarbeiten.

Als Dietiker werden Sie bestimmt auch privat am Stadtfest sein. Auf was freuen Sie sich am meisten?

Auf das erste Bier heute Abend bei der Eröffnung um 17 Uhr. Danach bin ich zweieinhalb Tage auf dem Festgelände präsent und zur Stelle, falls es Probleme im Bereich Infrastruktur und Veranstaltungstechnik geben sollte.

Sie betreiben einen grossen Aufwand. Sind Sie froh, wenn der Anlass am Sonntagabend zu Ende ist?

Ganz ehrlich, etwas froh bin ich schon, wenn der 5. September ist und wir fertig mit Abbauen sind. Zugleich werde ich dann aber wohl auch in ein Loch fallen, weil das grosse Projekt, auf das ich so lange hingearbeitet habe, vorbei ist.

Doch Sie haben bestimmt schon neue Pläne.

Ja. Die sind aber eher privater Natur. Da gibt es so einiges nachzuholen. Ich spiele Schlagzeug und habe mir im Winter einen Raum dafür eingerichtet. Nun habe ich endlich Zeit, ihn und das Schlagzeug zu benutzen.

Infogram: Bühnenprogramm am Stadtfest Dietikon vom 31. August bis 2. September 2018.