Klassisch und eher schlicht in goldbraun, oder etwas kitschig mit Pistazienstreuseln verziert. Rund, oval, viereckig oder in Rauteform. Die Rede ist vom orientalischen Blätterteiggebäck Baklava, dass dieses Wochenende zuhauf in muslimischen Haushalten verspeist wird. Denn heute – und an den folgenden drei Tagen – wird der Kurban-Bayram zelebriert, das muslimische Opferfest, das als das höchste aller Feste gilt (siehe Infobox). Dabei feiern in der Schweiz lebende Muslime dieses Fest unterschiedlich – wie es auch im Christentum je nach Kultur unterschiedliche Bräuche an Weihnachten gibt. Trotzdem landet bei den meisten traditionellerweise die Baklava als sehr süsses Dessert nach einem Festmahl auf dem Tisch.

«Einen Bayram ohne Baklava? Das kann ich mir gar nicht vorstellen», sagt Dilek Celik, die mit ihrem ihrem Mann Ziya Celik die Bäckerei Sila auf den Kirchplatz in Dietikon führt. Auch ein Kunde in ihrer Bäckerei sagt: «Bayram ohne Baklava wäre wie Weihnachten ohne Guetzli». Seit vier Jahren verkauft das Ehepaar orientalische Leckereien und ist mittlerweile der grösste Baklava–Anbieter in der Region. «Das Geschäft mit den Baklava hat sich so gut entwickelt, dass wir das Sortiment bereits nach kurzer Zeit erweitern mussten», so Celik. Anfangs standen in ihrem Regal nur Baklava mit Pistazienfüllung. In der Türkei und im arabischen Raum sind Pistazien oder auch Mandeln als Füllung der Renner. «Unsere albanische und bosnische Kundschaft bevorzugt jedoch die Baumnuss-Baklava», sagt Celik und zeigt die Version ohne grüne Streusel, die neu ebenfalls im Regal steht.

Naher Osten oder Griechenland?

Die Baklava gehört seit jeher zur orientalischen Kulinarik. Über die Herkunft des Blätterteiggebäcks ist man sich uneinig. So gehen manche davon aus, dass sie aus Zentralasien stammt. Andere wiederum vermuten die Wiege der Baklava etwa im Nahen Osten, der Türkei oder in Griechenland. Die Zubereitung variiert denn auch je nach Region, weshalb es nicht «das» Baklava-Rezept gibt. Trotzdem haben alle Variationen eines gemeinsam: Baklavas sind sehr, sehr süss und mastig. Ein Stück von 50 Gramm hat fast 300 Kalorien. Denn mit Zucker, Öl oder Butter wird bei der Zubereitung nicht gekleckert – sondern geklotzt. «Je nach Sorte wird für ein Backblech etwa eineinhalb Kilogramm Zucker verwendet», so Celik. Und Muslime dürften Festtagsspeck nach dem Bayram-Fest zu bekämpfen haben. «Bis zu 50 Bleche à 100 Stück werden am ersten Tag über die Theke gehen», weiss Celik aus Erfahrung. Bei jedem Besuch würden die Küchlein serviert werden. «An einem Bayram verschlinge auch ich an die vier Stück pro Tag», sagt sie.

Ihre Baklava sei ausserdem besonders beliebt, da sie mit Butter statt mit Öl zubereitet wird. «Das ist besser für den Geschmack – aber auch etwas exklusiver und teurer, wenn man es so sehen will», sagt die Inhaberin mit einem Augenzwinkern. Dann will sie über die Zubereitung nicht mehr viel verraten. «Unsere Baklava wird in einer grossen Bäckerei ausserhalb des Limmattals produziert.» Wo genau, behalte sie lieber für sich.

(Quelle:Meinerezepte)

Wie macht man Baklava selber?

Immer mit Tee oder Mokka

Für den Festtag hat sich die Bäckerei jedenfalls gerüstet. Sie wird ausserdem am heutigen Tag allen Kunden – egal ob sie Bayram feiern oder nicht – auch Schokolade offerieren. Es ist dem Ehepaar wichtig, dass die türkische Kultur in ihrem Laden mitten in Dietikon spürbar ist: «Bei und ist es üblich, dass wir den Gästen immer ein bisschen mehr anbieten als erwartet.» Ausserdem könne man in ihrer Bäckerei auch feinen türkischen Schwarztee und Kaffee geniessen. Denn die bitteren Heissgetränke neutralisieren die Süsse der Baklava und werden traditionsgemäss immer dazu serviert. Orientalischer Tee und Mokka sind denn auch mindestens genauso umstritten, wenn es um ihre Herkunft und Zubereitung geht.