Es surrt, schnurrt, rattert und knackt. Die Sonne scheint, der Lack glänzt und das Verdeck ist offen. Man gleitet geschmeidig die Strassen entlang und überall, wo man vorbeikommt, drehen sich die Leute um. So fühlt es sich also an, wenn man in einem Oldtimer sitzt.

Oldtimer im Limmattal

Oldimer im Limmattal

Ein Anlass mit Tradition

Im Zentrum von Geroldswil standen gestern gleich rund 50 dieser Schmuckstücke und warteten auf den Start der Zürifahrt 2011, einer gemeinsamen Fahrt durch das Limmattal, über Stallikon und Sihlbrugg bis nach Horgen. Die Zürifahrt findet alljährlich statt und wird organisiert von der Sektion Zürich des Schweizer-Motor-Veteranen-Club (SMV).

Der SMVC - mit 900 Mitgliedern der grösste derartige Club in der Schweiz - bietet Besitzern und Freunden von historischen Strassenfahrzeugen eine gemeinsame Basis zum gegenseitigen Austausch. Dabei stehe der soziale Kontakt deutlich im Vordergrund, so Zentralpräsident Frank Aeschlimann. Seien es Ratschläge, Hilfe beim Restaurieren oder das Beschaffen von Ersatzteilen: An den zahlreichen Club-Anlässen gibt es genügend Gelegenheiten, um Kontakte zu knüpfen. Ganz besonders Tradition hat die Zürifahrt, die bereits seit «etwa 40 Jahren stattfindet», so Jörg Maier, Präsident der Sektion Zürich.

Faszination «Selbermachen»

Doch wie kommt man überhaupt zu so einem Hobby oder besser gesagt: Zu dieser Leidenschaft? Wenn man sich die hochpolierten und gepflegten Fahrzeuge ansieht, die in Reih und Glied auf dem Parkplatz im Geroldswiler Zentrum stehen, kann man nur erahnen wie viel Arbeit und Kosten darin stecken. Die Mitglieder des SMVC eint nicht nur die Vorliebe für historische Strassenfahrzeuge, sondern auch die Freude am Schrauben und Basteln.

Das Reizvolle sei das «Selbermachen», so Frank Aeschlimann. Was bei modernen Autos mittlerweile viel zu aufwendig geworden ist, ist beim Restaurieren von Veteranenautos Ehrensache. Aber nicht nur die Arbeit am Fahrzeug, sondern besonders der Erhalt sei von grossem Wert, denn laut Aeschlimann ist so ein Fahrzeug auch «Kulturgut»: «Wir sind wie fahrende Museen». Offiziell als Oldtimer gilt ein Auto ab einem Alter von 30 Jahren. Die Beschäftigung mit historischen Fahrzeugen sei jedoch keine elitäre Freizeitbeschäftigung, betont Aeschlimann: Worauf es letztendlich ankomme und was alle Mitglieder eine, sei «die Liebe zum alten Blech».