Schlieren
48 Asylsuchende könnten ab Herbst beim Werkhof leben

Schlieren muss demnächst Platz für 90 Asylbewerbern haben. Deshalb hat die Stadt den Ersatzbau für die Unterkunft an der Wiesenstrasse mit 25 Betten erarbeitet. Das Volk stimmt darüber am 8. März ebenso ab wie über die Erweiterung des Werkhofs.

Von Florian Niedermann
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Schlieren muss bald 90 Asylsuchende aufnehmen können. Da Unterkunft an der Wiesenstrasse hat aber nur 25 Betten und ist in einem schlechten baulichen Zustand.

Schlieren muss bald 90 Asylsuchende aufnehmen können. Da Unterkunft an der Wiesenstrasse hat aber nur 25 Betten und ist in einem schlechten baulichen Zustand.

Florian Niedermann

Die Schlieremer Stimmbevölkerung befindet am 8. März an der Urne über zwei grössere Bauvorhaben auf dem Areal des Werkhofs an der Bernstrasse. Die Gesamtkreditsumme beläuft sich auf 5,2 Millionen Franken. Dafür erhielte die Stadt eine neue Asylunterkunft für 48 Personen (2,8 Millionen) und eine Erweiterung des bestehenden Werkhofs (2,4 Millionen).

Die beiden Kredite kommen zwar als separate Vorlagen an die Urne, die Projekte sind aber planerisch eng miteinander verknüpft. Im vergangenen November genehmigte das Stadtparlament beide Verpflichtungskredite einstimmig. Dies aber erst, nachdem der Stadtrat einen Änderungsantrag der Rechnungsprüfungskommission (RPK) gutgeheissen hatte.

Gemäss dem kantonalen Verteilschlüssel, nach dem eine Gemeinde einen Asylbewerber-Anteil von 0,5 Prozent der Wohnbevölkerung aufzunehmen hat, muss Schlieren bald 90 Personen Platz bieten. Da die bestehende Unterkunft an der Wiesenstrasse mit 25 Betten in einem schlechten baulichen Zustand ist, erarbeitete die Stadt ein Projekt, das ursprünglich als Ersatzbau gedacht war.

Es sieht einen zweigeschossigen Modulbau mit Flachdach im westlichen Teil des Werkhof-Areals vor. Die Aufteilung der Räume in zehn Wohnungen ist familienfreundlich. Die Stadt orientierte sich bei der Planung unter anderem an der Unterkunft in Urdorf und arbeitete bei der Entwicklung mit der Asylorganisation AOZ zusammen, die mit der Betreuung der Schlieremer Asylsuchenden betraut ist.

Stadt kann Gebäude verschieben

Bei der Planung des Gebäudes wählte man bewusst eine Konstruktion mit Stahlträgern. So soll die Unterkunft bei Bedarf verschoben und auch verkauft werden können. Der Kredit von 2,8 Millionen Franken umfasst neben den Erstellungskosten auch Umgebungsarbeiten sowie Fusswege zur Hallerkreuzung und an die Limmat. Zu den Vorteilen des Projekts zählt der Stadtrat etwa die periphere Lage des Areals, dass die Unterkunft in der richtigen Zone zu liegen kommt und dass das Gelände der öffentlichen Hand gehört – damit steht die Vorlage auch im Zeichen der Verdichtung städtischer Nutzungen.

Mit dem Vorhaben, die bestehende Unterkunft an der Wiesenstrasse abzureissen, war die RPK bei der Beratung des Geschäfts jedoch nicht einverstanden. Sie forderte vergangenen November, dass diese Unterkunft in Betrieb bleibt und renoviert wird. Die Kommission begründete dies mit der politisch unsicheren Lage der Welt. Sie würde dazu führen, dass immer wieder kurzfristig zusätzlicher Wohnraum bereitgestellt werden müsse. Mit der Erhaltung der Unterkunft an der Wiesenstrasse könnten in solchen Situationen Engpässe vermieden werden, so die RPK. Der Stadtrat willigte ein.

Das Gebäude steht allerdings in der Industriezone. Daher kann es nur sanft renoviert werden, eine Baubewilligung für weiterführende Arbeiten würde das Bauamt wohl nicht erteilen, sagte Liegenschaftsvorsteherin Manuela Stiefel (FDP) an einer Infoveranstaltung im Stürmeierhuus Ende Januar. Der Stadtrat rechnet bei der Sanierung mit Kosten von rund 300 000 Franken. Diese sind aber nicht Teil der Kreditvorlage.

Eng verknüpft mit dem Projekt der Asylunterkunft ist die geplante Erweiterung und Optimierung des Werkhofs. Das starke Wachstum der Stadt führt dazu, dass die Anlage in den nächsten Jahren ohnehin erweitert werden muss. Der Stadtrat will beim Bau aber Synergien nutzen, weshalb er beide Vorlagen gleichzeitig an die Urne bringt.

Neubau ist zweigeschossig

Zwei Gebäude im westlichen Teil des Werkhofareals werden der Asylunterkunft weichen müssen. Als Ersatz plant die Stadt einen zweigeschossigen Bau, in dem die Wertstoffsammelstelle, ein kleines Büro, eine Einstellhalle für Fahrzeuge und Lagerflächen Platz finden. Mit der Erweiterung des Werkhofs will die Stadt ausserdem auch die Transportwege auf dem Gelände optimieren sowie einige Abläufe und Aufgaben des Betriebs besser trennen. Die Umgebung der Asylunterkunft wird aus Sicherheitsgründen ausserdem mit einem Zaun vom Werkhof separiert.