Ein Bilderrahmen, eine Petrollampe und ein prominenter Erzähler: «Urdorf gibt es schon ur-ur-ur-lang... Aber heute gehen wir in eine Stadt nach Russland» — so beginnt Hanspeter Müller-Drossaart die Geschichte aus St. Petersburg, die sich im Februar 1874 ereignet. Sie handelt von einer Ausstellung des russischen Malers Viktor Hartmann, der ein Jahr zuvor verstorben war. Diese Ausstellung wiederum inspirierte seinen damals 35-jährigen Landsmann und Komponisten Modest Mussorgski zu einer Suite mit zehn Bildern, die den Betrachter beim Gang durchs Museum beschreibt.

Das Collegium Musicum Urdorf (CMU) hat sich zu seinem 25-Jahres-Jubiläum aber nicht nur bei der Musikauswahl etwas ganz Spezielles einfallen lassen. «Wir wollten einmal mehr mit Sarah Heldners Tanz-Fabrik aus Urdorf zusammenspannen und dieses weltberühmte Werk mit Tanz und Musik aufführen», sagt CMU-Dirigent Pascal Druey. Und so verwandelten die 42 Tänzerinnen und Tänzer die Musik mittels einer modernen Tanzsprache zu packenden Bildern. Davon sehr beeindruckt zeigte sich Urdorfs Gemeindepräsidentin Sandra Rottensteiner nach dem Konzert: «Ich habe grossen Respekt vor all den jungen Damen und Herren, die mit ihren Tänzen die Musik äusserst kreativ umgesetzt haben.»

«Wir konnten uns voll entfalten»

Der jugendliche Tänzer Luciano Titaro ergänzte: «Wir konnten uns bei den Tänzen zu dieser für mich ungewohnten klassischen Musik voll entfalten.» Die Proben und auch die Aufführung selbst seien allerdings nicht nur für ihn sehr anstrengend gewesen, so der bald 14-jährige Breakdancer. Auch Johannes Reinhard, Präsident des eidgenössischen Orchesterverbandes, war von der Darbietung angetan: «Ich freue mich sehr, wenn unsere Mitglied-Orchester so lebhafte Konzerte aufführen. Insbesondere finde ich es toll, wenn sie mit andern Gruppen zusammenspannen.» Genau so begeistert zeigte sich der Urdorfer Christian Bochsler. «Die haben das wirklich super gemacht. Vor allem, wie die jungen Tänzerinnen und Tänzer sich auf diese Musik einstellen konnten, fand ich fantastisch.»