Urdorf

34 Strafminuten geholt und unglücklich verloren

Das Fairplay stand nicht immer an erster Stelle: Engelbergs Yanick Kuster lieferte sich ein Handgemenge mit der Urdorfer Bank.

Das Fairplay stand nicht immer an erster Stelle: Engelbergs Yanick Kuster lieferte sich ein Handgemenge mit der Urdorfer Bank.

Der EHC Urdorf unterliegt auswärts im ersten 3.-Liga-Playoffspiel gegen Engelberg-Titlis erst in der Verlängerung.

Und dann war es ­gefallen: Das Tor, das Engelberg-Titlis in einen kollektiven Jubeltaumel und Urdorf ins Tal der Tränen stürzte. Knapp elf Minuten nach Beginn der Verlängerung bezwang Lukas Eberli Urdorfs Torhüter Florian Wassmer, der zuvor mit seinen Interventionen die Stürmer von Engelberg-Titlis fast zum Verzweifeln gebracht hatte. Doch nicht nur er, die gesamte Urdorfer Mannschaft hatte ­beherzt gekämpft und sich ­erfolgreich gegen die drohende Niederlage gewehrt – und das, obwohl sie vor Eberlis Treffer über eine Minute in doppelter Unterzahl agieren musste.

Apropos Unterzahl: Die ­Limmattaler mussten insgesamt 34 Strafminuten über sich er­gehen lassen, davon eine Zehn- Minuten-Strafe. «Die Schiedsrichter hatten keine klare ­Linie», sagte Urdorfs Coach Patrick Stach und nannte als Beispiel eine Szene zur Spielhälfte, als sich der Obwaldner Yanick Kuster ein Handgemenge mit der Urdorfer Bank lieferte. Er und ein weiterer Obwaldner wurden daraufhin auf die Strafbank geschickt, bei den Limmattalern musste jedoch ein Mann mehr raus. «Das Handgemenge wurde vom Gegner ausgelöst, trotzdem wurden wir härter ­bestraft», so Stach.

Urdorfer Treffer zum 5:3 wurde aberkannt

Doch nicht nur bezüglich der Strafen gab es für die Urdorfer Grund, mit den Entscheidungen der Unparteiischen zu hadern. In einer anderen Szene hatte das Schiedsrichterduo zur ­Hälfte des Schlussdrittels einen Treffer der Limmattaler zum 5:3 aberkannt, ein Tor, das in dieser Partie wohl die Vor­entscheidung bedeutet hätte. Der Grund, den sie gegenüber Stach angaben: Sie hätten nicht gesehen, ob die Scheibe hinter der Linie war. Auch dieser ­Entscheid sorgte beim Urdorfer Coach für Kopfschütteln: 

Engelberg rettete sich nur knapp in die Verlängerung

Statt mit einem Zwei-Tore-­Vorsprung lagen die Urdorfer also weiterhin knapp mit 4:3 in Front. Und in der hektischen Schlussphase dieser spannenden Begegnung, in der die ­Gäste aus dem Limmattal zweimal (2:1 und 4:2) führten, warfen die ­Obwaldner nochmals alles nach vorne. Kurz nachdem Urdorf durch Thierry Uebersax und Keegan Evangelista zwei her­vorragende Torchancen ver­geben hatte, nahmen die Hausherren ihren Torhüter raus. 76 Sekunden blieben zu diesem Zeitpunkt noch zu spielen. Und 55 Sekunden vor der Schlusssirene rettete Ambros Hess Engelberg-Titlis in die ­Verlängerung – mit dem bekannten Ausgang.

Nun müssen die «Stiere» noch an Details arbeiten

«Wir waren bereit für dieses Spiel», sagte Stach, der seine Mannschaft für ihren Einsatz lobte. Viel ändern müsse das Team nicht morgen Dienstag, wenn es auf der heimischen Weihermatt um 20.15 Uhr die ­Obwaldner zur zweiten Partie dieses Playoffhalbfinals empfängt. «Wir müssen jetzt genau so weitermachen und noch an den Details arbeiten.» Und dann müssen die Limmattaler gegen den Gruppensieger der Qualifikation das nach­holen, was sie in Engelberg ­verpasst haben: einen Sieg. Sonst sind sie bereits aus­geschieden.

Schaffen die Urdorfer den Sieg im zweiten Spiel, käme es am kommenden Sonntag um 19 Uhr in Engelberg zum alles entscheidenden dritten Spiel.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1