Dietikon

3000 Besucher kamen um die Limeco-Anlage zu sehen

Das Limmatfest bot den rund 3000 Besuchern eine Fülle von Informationsangeboten rund ums Thema Umwelt und Wasser an. So konnte diie Bevölkerung die Limeco-Anlage unter die Lupe nehmen.

Neben einem Natur- und einem Architekturrundgang konnten sich die Besucher zudem auch an der Wasser- und der Biomonitoringausstellung über den Umgang des Menschen mit seiner wichtigsten Lebensressource, dem Wasser, informieren.

Der Architekturrundgang wurde vom Architekten der Abwasserreinigungsanlage persönlich geleitet. «Das wichtigste Kriterium beim Bau der Anlage war, den Landverbrauch vom Naturschutzgebiet zu schonen. Um Platz zu sparen, hat man deshalb eine kompakte Anlage mit Hochbauten geplant», erklärte Architekt Urs Hürner.

Eine Wand als Lebensraum

Doch das war nicht der einzige Ansatz, um den Anforderungen der speziellen Pflanzen- und Tierwelt des Naturschutzgebietes Rechnung zu tragen. «Die Fassade des Biofiltergebäudes haben wir aus gelbgrauen Kalksteinen aus dem Aargauer Rheintal gebaut. Diese sogenannte Steinkorbfassade fungiert somit nicht nur als Wand, sondern zugleich auch als Lebensraum für Insekten. Und dank den eingebauten Brutkästen auch für Vögel», so der Architekt weiter. Die Fassade ähnelt in ihrer Konstitution dadurch dem Flussbett der Limmat und stellt für die Bewohner des Naturschutzgebietes einen vertrauten Lebensraum dar.

Doch nicht nur die Tiere profitieren von der Anlage; auch die Anlage macht sich mit dem innovativen Biomonitoring die Eigenschaften der Tiere zu Nutzen. Bevor das gereinigte Abwasser in die Limmat fliessen kann, muss kontrolliert werden, ob es wirklich sauber ist. Diese Aufgabe übernahmen früher teure Messgeräte. Die neue Abwasserreinigungsanlage verwendet heute Bachflohkrebse dafür. Diese zeigen deutliche Anzeichen von Stress, wenn es zu viele Giftstoffe im Wasser hat. Das Verhalten der Tiere als Indikator für die Wasserqualität zu nutzen, stellt eine Innovation im Rahmen der Wasseraufbereitung dar. Die Limeco ist die erste kommunale Abwasserreinigungsanlage weltweit, die dieses Verfahren anwendet.

Rundgang durch die Natur

Doch nicht nur in der Anlage selbst, sondern auch um sie herum gab es gestern viel zu entdecken. Die Fachstelle für Naturschutz bot einen Naturrundgang an, der die Besucher über die verschiedenen Tiere und ihren Lebensraum aufklärte. «Wir wollen den Leuten zeigen, dass hier mehr Tierarten vorkommen, als man auf den ersten Blick sieht», offenbarte Daniela Eichenberger vom Aufsichtsdienst der Geroldswiler und Dietiker Auen. So kennen etwa viele Leute die Libelle nur in ihrem ausgereiften Stadium. Dass sie als Larve die Steinsohle von Flüssen bewohnt, ist nur wenigen bekannt, und noch weniger würden sie diese wohl erkennen.

«Deshalb können die Besucher hier die verschiedensten Wassertiere wie Steinfliegen, Köcherfliegen, Flohkrebse, Schnecken, Egel und Würmer unter dem Mikroskop betrachten», erklärte Daniela Eichenberger. Diese offenen Mikroskope kamen bei den Besuchern gut an. «Es ist schon enorm spannend, diese Tiere in so einer grossen Auflösung zu beobachten, sie scheinen wie aus einer anderen Zeit», meinte Michelle Hofer aus Schlieren.

Wer nach den Führungen seinen Informationshunger gestillt hatte, konnte sich im Festzelt bei Speis und Trank musikalisch unterhalten lassen. Die Stadtmusik Dietikon spielte bekannte Lieder wie «Smoke on the Water» oder «Aber bitte mit Sahne», bevor die Big Band Dietikon die Zuhörer in die Welt des Big Band Jazz entführte.

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