Schlieren

300 Neugierige stürmen das Stürmeierhuus bei der Eröffnung

Seit einem Monat ist das „Stürmi“ wieder geöffnet – unter neuer Führung. Bei der offiziellen Eröffnung ein halbes Jahr nach der Schliessung war das Interesse der Bevölkerung riesig.

Einen solchen Ansturm hätten die neuen Pächter des Restaurant Stürmeierhuus nicht erwartet. 300 Gäste waren der Einladung der Stiftung Arbeitskette gefolgt, die das "Stürmi" seit Ende Mai führt. Sie hatte zu offiziellen Eröffnung des neuen Betriebs eingeladen. Gekommen waren nicht nur viele Schlieremer und Schlieremerinnen sowie Vertreter des Stadtparlaments, des Stadtrats, sondern auch eine grosse Zahl Auswärtiger Gäste. "Noch vor einer Woche gingen wir von rund 180 Teilnehmern des Anlasses aus", sagte der Stiftungsratspräsident Marcel Fluri Dass nun fast doppelt so viele gekommen seien, freue ihn sehr. 

Neben dem Stürmeierhuus führt die Stiftung Arbeitskette bereits fünf Restaurants in der Stadt Zürich. Und wie sie steht auch der Schlieremer Betrieb unter der Leitung von qualifizierten Gastronomieprofis, die von Fachpersonen aus dem psychosozialen Bereich unterstützt werden. Die meisten Arbeitsplätze und Lehrstellen sind Menschen mit IV-Leistungen vorbehalten. Im Rahmen eines Förderplans trainiert und betreut die Stiftung die beeinträchtigten Menschen und fördert ihre Eingliederung in die freie Wirtschaft. Wenn jemand bereit ist für den Wechsel in die Privatwirtschaft, erhält er in einem Comebackbetrieb eine befristete Anstellung – wie auch das „Stürmi“ einer ist.

Anfänglich gab es bei der Zürcher Stiftung mit Sitz in Altstetten Diskussionen darüber, ob man den sechsten Betrieb tatsächlich ausserhalb der Stadt in Schlieren eröffnen wolle. "Doch als wir dieses schöne, fast 500 Jahre alte Haus sahen, waren wir uns sicher, dass es eine gute Entscheidung wäre, hier ein Restaurant zu führen", so Fluri.

Alain L'Allemand, der Geschäftsführer der Stiftung, bestätigte, dass er und sein Team sich im Stürmeierhuus vom ersten Tag an "zu Hause" gefühlt hätten. Man habe schnell gemerkt, wie sehr die Stadtbevölkerung sich die Wiedereröffnung "ihres" Restaurants herbeigesehnt habe. Davon zeugen auch einige Zahlen, die L'Allemand präsentierte: In den ersten 30 Tagen verzeichnete das Restaurant Stürmeierhuus 4500 Gäste, die Spezialität des Hauses, das „Poulet im Chörbli“ verkaufte sich bereits 300 mal und trotz der Sommerlichen Temperaturen wurde bereits 200 mal ein Fondue Chinoise bestellt. Der Geschäftsführer der Stiftung stellte dem Publikum schliesslich auch den neuen Betriebsleiter im Stürmeierhuus, Thomas Unger, vor. Er und seine Angestellten verwöhnten die zahlreichen Gäste während des Anlasses mit Häppchen aus der Küche und kühlen Getränken.

Neben der Pächterseite kamen mit Jean-Claude Perrin, dem Bauvorstand der Liegenschaftseigentümerin  reformierte Kirchgemeinde Schlieren, und Stadträtin Bea Krebs auch Schlieremer Festredner zu Wort. Krebs lobte die Arbeit, die das Team um Unger seit der Wiedereröffnung Ende Mai geleistet hat. Die Bevölkerung habe lange warten müssen, bis sie ihr „Stürmi“ wieder nutzen konnte, sagte sie. „Wie oft hörte ich Fragen wie: Wer ist nun der neue Wirt? Wann geht unsere Beiz wieder auf?“ Nun seien viele Schlieremerinnen und Schlieremer sicher sehr erfreut, dass sie diese Institution wieder zurück hätten, so Krebs. Der Kirchenpflege gratulierte die Stadträtin schliesslich für die Wahl der Arbeitskette als Pächterin.

Nach dem offiziellen Teil liessen Gäste und Team den lauen Abend im und um das Gartenrestaurant ausklingen.

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