Kanton Zürich
300'000 Franken für die Limmattalbahn – Gegner der Stopp-Initiative lancieren Kampagne

«Eine halbe Limmattalbahn macht keinen Sinn»: So lautet die Kernbotschaft des Komitees «Nein zur halben Limmattalbahn». Es setzt sich gegen die Volksinitiative «Stoppt die Limmattalbahn ab Schlieren» ein. Über diese befinden am 23. September die Zürcher Stimmberechtigten.

David Egger
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Josef Wiederkehr, CVP-Kantonsrat und Präsident des Industrie- und Handelsvereins (IHV) Dietikon, fing ganz vorne an: «Handelsrouten, die entsprechende Infrastruktur und Verkehrswege sind seit Jahrhunderten, ja gar Jahrtausenden, ein Garant für Wohlstand», sagte er. Das Gesamtverkehrsprojekt Limmattalbahn löse viele Stau-Probleme.
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Der Dietiker Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) sagte, die Bahn sei ein wichtiges städtebauliches Element. Ein Ja zur Stopp-Initiative würde der positiven Dynamik den Schwung nehmen, so Bachmann.
Auch die Entwicklung von Urdorf, Spreitenbach und Killwangen sei auf die Bahn abgestimmt, sagte zudem der Dietiker alt Stadtpräsident Otto Müller (FDP).
Rosmarie Joss (SP), die Dietiker Präsidentin der Kantonsratskommission für Energie, Verkehr und Umwelt (Kevu), hielt fest, dass die Dietiker Stimmbevölkerung im März die Chance hatte, den Limmattalbahn-Gegner Bernhard Schmidt (parteilos) in den Stadtrat zu wählen. «Sie hat sich demokratisch dagegen entschieden», so Joss.
Start der Kampagne "Nein zur halben Limmattalbahn"
Schlieremer Projekte wie der vom Volk bewilligte und bald fertiggestellte Stadtplatz müsste man bei einem Stopp als «Auswuchs gigantischer Fehlplanung» ansehen, sagte der Schlieremer alt Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP).
Martin Neukom, Grünen-Kantonsrat aus Winterthur, erinnerte daran, dass die Stadtzürcher 2015 der Limmattalbahn klar zugestimmt hatten.
Dese Politiker lancierten am Dienstag in Zürich die Kampagne gegen die Stopp-Initiative: Martin Neukom, Josef Wiederkehr, Rosmarie Joss, Otto Müller, Toni Brühlmann-Jecklin und Roger Bachmann.

Josef Wiederkehr, CVP-Kantonsrat und Präsident des Industrie- und Handelsvereins (IHV) Dietikon, fing ganz vorne an: «Handelsrouten, die entsprechende Infrastruktur und Verkehrswege sind seit Jahrhunderten, ja gar Jahrtausenden, ein Garant für Wohlstand», sagte er. Das Gesamtverkehrsprojekt Limmattalbahn löse viele Stau-Probleme.

az/deg

Einen ersten Vorgeschmack gab es bereits: So hingen zuletzt unter anderem am Zürcher Hauptbahnhof halbe Plakate. «Eine halbe Li macht», war dort zu lesen. Gestern kam die zweite Hälfte der Plakate hinzu. «Eine halbe Limmattalbahn macht keinen Sinn», heisst es jetzt. Es ist die Kernbotschaft der Limmattalbahn-Befürworter. Sie werben für ein Nein zur Stopp-Initiative, die am 23. September im Kanton Zürich an die Urne kommt und die die zweite Bahnetappe von Schlieren bis zum Bahnhof Killwangen-Spreitenbach verhindern will. Bei der ersten Abstimmung 2015 hatte das Volk des Kantons Zürich der Bahn zugestimmt. Der Bezirk Dietikon sagte Nein.

«Ab sofort sind wir kantonsweit präsent mit unseren Plakaten», sagte Kampagnenleiterin Jasmina Ritz gestern beim Kampagnen-Startschuss des Komitees «Nein zur halben Limmattalbahn». Es hat drei Kernbotschaften: Neben der Sinnlosigkeit und dem kantonalen Volks-Ja erwähnte Ritz, dass mit einem Stopp viele in die Planung investierten Steuergelder aus dem Fenster geschossen würden.

Schlieremer Projekte wie der vom Volk bewilligte und bald fertiggestellte Stadtplatz müsste man bei einem Stopp als «Auswuchs gigantischer Fehlplanung» ansehen, sagte der Schlieremer alt Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP).

Der Dietiker Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP) sagte, die Bahn sei ein wichtiges städtebauliches Element. Denn Dietikon hat entlang des Bahntrassees viel alte Bausubstanz. Projekte zur Siedlungserneuerung gebe es bereits. «Der Stopp der Limmattalbahn würde der positiven Dynamik den Schwung nehmen», so Bachmann. Auch die Entwicklung von Urdorf, Spreitenbach und Killwangen sei auf die Bahn abgestimmt, sagte zudem der Dietiker alt Stadtpräsident Otto Müller (FDP).

«Handelsrouten, die entsprechende Infrastruktur und Verkehrswege sind seit Jahrhunderten, ja gar Jahrtausenden, ein Garant für Wohlstand», sagte der Dietiker CVP-Kantonsrat und Präsident des Dietiker Industrie- und Handelsvereins, Josef Wiederkehr. Das Gesamtverkehrsprojekt Limmattalbahn mit den ergänzenden Strassenmassnahmen löse viele Limmattaler Stau-Probleme.

Ob die Strassenmassnahmen ohne die Limmattalbahn überhaupt funktionieren oder nicht sogar das Chaos verschlimmern würden, fragte Rosmarie Joss (SP), die Dietiker Präsidentin der Kantonsratskommission für Energie, Verkehr und Umwelt (Kevu). Sie hielt fest, dass die Dietiker Stimmbevölkerung im März die Chance hatte, den Limmattalbahn-Gegner Bernhard Schmidt (parteilos) in den Stadtrat zu wählen. «Sie hat sich demokratisch dagegen entschieden», so Joss.

Kantonsrat Martin Neukom (Grüne, Winterthur) verwies darauf, dass das Stadtzürcher Volk 2015 der Bahn klar zustimmte. Es handle sich nicht nur um eine Limmattaler Angelegenheit.

Gewerbeverband ist auch dabei

Beim Komitee gegen die Stopp-Initiative sind unter anderem 22 Verbände und Parteien dabei, darunter der kantonale KMU- und Gewerbeverband und der Gewerbeverband Limmattal, wie Ritz betonte. Auch Kantons- und Regierungsrat hatten sich für die Bahn ausgesprochen.
Das Spendenziel der Kampagne belaufe sich auf 300 000 Franken, wie Ritz gestern sagte. Erreicht sei es noch nicht. Neben der Plakatwerbung nutze man unter anderem die eigene Website und die sozialen Medien. Auf Facebook haben die Bahn-Befürworter 185 Likes (Stand am Dienstagabend). Auf den sozialen Medien werde es noch eine Überraschung geben, so Ritz.

Am 27. August unterzeichnen zudem Vertreter aus Politik und Wirtschaft ein Manifest für die Limmattalbahn.

Ohne die zweite Etappe der Limmattalbahn würde in Dietikon (im Bild der Bahnhof) kein Tram verkehren.
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Die zweite Etappe erstreckt sich von Schlieren bis zum Bahnhof Killwangen-Spreitenbach.
Weitere Visualisierungen der Limmattalbahn: Bahnhof Altstetten
Zürich Micafil.
Kesslerplatz in Schlieren.
Spitalstrasse Schlieren.
Bahnhofplatz Dietikon.
Bahnhof Dietikon.
Die Haltestelle Badenerstrasse in Dietikon.
Die Haltestelle Furttalstrasse in Spreitenbach.
Der Endbahnhof Killwangen-Spreitenbach.
So sieht der Plan der Linienführung aus.
Dieser Plan zeigt die Linienführung in Schlieren.
Dieser Plan zeigt die Linienführung in Dietikon.
Plan der gesamten Linienführung.

Ohne die zweite Etappe der Limmattalbahn würde in Dietikon (im Bild der Bahnhof) kein Tram verkehren.

Architron Gmbh, Zürich

Erste Etappe im Bau

Die erste Etappe der Limmattalbahn wird derzeit erstellt. Die Strecke vom Farbhof in Zürich-Altstetten bis Schlieren soll - als Verlängerung der Tramlinie 2 - im September 2019 eröffnet werden.

Der Baustart für die zweite Etappe ist Mitte 2019 vorgesehen. Für Dezember 2022 ist die Inbetriebnahme der gesamten Strecke zwischen den Bahnhöfen Altstetten und Killwangen-Spreitenbach geplant - sofern die Zürcher Stimmbevölkerung die Initiative wie der Regierungs- und Kantonsrat ablehnt. (sda)

Die dritte Bauphase der 1. Etappe der Limmattalbahn ist in vollem Gange
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Walo-Bauführerin Aline Danner bespricht sich mit einem Gleisbauer aus der Vormittagsgruppe. Derzeit ist die dritte Bauphase der 1. Etappe der Limmattalbahn in Schlieren im Gange.
 Das ist Millimeterarbeit: Vor dem Schweissen werden die Schienen mithilfe einer Winde auf exakt dieselbe Höhe gehoben.
 Sie schaut vor Ort, dass alles nach Plan läuft: Walo-Bauführerin Aline Danner.
 Dieser Plan zeigt die Auto-Überfahrt an der Zürcherstrasse. Links (grüner Bereich) wird dereinst Grüntrassee sein, rechts (rötlich) die Haltestelle der Limmattalbahn.
 Der Stoss wird mit einer Form umschlossen und diese daraufhin mit Sand eingepackt. Dahinein läuft danach der flüssige Stahl.
 Innert Sekunden wird das Thermitgemisch im Kübel auf 2300 Grad Celsius erhitzt.
 Die Thermitmischung im Kübel wird entzündet. Der Stahl schmilzt daraufhin und ergiesst sich in die darunter fixierte Form.
 Mit Zangen entfernen die Gleisbauer den überflüssigen Stahl.
Der überflüssige Stahl wird mithilfe einer hydraulischen Maschine abgeschert und das noch glühende Metall entfernt. Mit einem kleinen Abbauhammer wird die verschweisste Stelle nachbearbeitet.
 Diese Jüstierschrauben kommt zum Einsatz, wenn die Schienenstücke mithilfe einer Winde auf gleiche Höhe angehoben werden.
Da sich Schienen in der Sommerhitze ausdehnen, ist ein sogenanntes "Schwäbli", ein Abstandhalter zwischen den Schienen, sehr wichtig.
 Um Schienen anzuheben benutzen die Gleisbauer eine Winde.
 Schweisser Michael Reuter bearbeitet den verschweissten Stoss mit einem kleinen Abbauhammer.
 Schweisser Michael Reuter bearbeitet den verschweissten Stoss mit einem kleinen Abbauhammer.
So sehen die verschweissten Schienenenden auf der Zürcherstrasse nach den Schleifarbeiten aus. Zu sehen ist eine Rillenschiene, die dereinst ganz im Boden eingebettet sein wird, sodass sie Autos queren können.

Die dritte Bauphase der 1. Etappe der Limmattalbahn ist in vollem Gange

Fabienne Eisenring