Schlieren

30 statt 50: Auch gegenüber dem Reitmen-Schulhaus wird bald das Tempo gedrosselt

Auf der Lateralstrasse gegenüber des Schulhauses Reitmen soll eine Tempo-30-Zone entstehen.

Ein Vorstoss des SP-Gemeinderates Mergim Dina führt zu einer neuen Tempo-30-Zone in Schlieren. Anfänglich stellte sich der Stadtrat dagegen, da sich langwierige Verhandlungen abzeichneten.

Auf Höhe der Schule Reitmen in Schlieren verlaufen auf beiden Seiten der Badenerstrasse Parallelstrassen. Während auf der Schulhausseite eine Tempolimite von 30 km/h gilt, kann die gegenüberliegende Lateralstrasse mit 50 km/h befahren werden. Das soll sich aber bald ändern. So hat der Schlieremer Stadtrat beschlossen, auch auf der Lateralstrasse Tempo 30 einzuführen.

Noch in diesem Jahr soll das Tempolimit heruntergesetzt werden. Das neue Temporegime schliesst direkt an die 30er-Zone im Gebiet Färberhüsli an und erweitert diese. Für die Umsetzung genehmigte der Stadtrat einen Kredit von 35 000 Franken. Sollten bei den Bauarbeiten allfällige Konflikte mit der Planung der Entwässerung aufkommen, könnten Zusatzkosten von 4000 bis 5000 Franken entstehen.

Die Änderung des Verkehrsregimes geht auf ein Postulat von Mergim Dina zurück. Der SP-Gemeinderat reichte es im April mit der Begründung ein, dass das Begehen der Strasse für Kinder und ältere Leute gefährlich und deshalb nicht zumutbar sei. Mit
dem Tempo-30-Regime könnte nicht nur die Unfallgefahr, sondern auch die Lärmemission reduziert werden. Dies sei auch eine Forderung der Anwohner, schreibt Dina.

Parlament stimmte für eine Überweisung

Der Stadtrat wollte das Postulat damals nicht entgegennehmen. Sicherheitsvorstand Pascal Leuchtmann (SP) pflichtete Dina in der Parlamentsdebatte Mitte Mai zwar bei, dass Tempo 30 die Sicherheit fördere. Da sich aber Teile der Lateralstrasse in Privatbesitz befänden und die Eigentümer in der ganzen Welt verteilt seien, würden durch die Prüfung mühsame Verhandlungen entstehen.

Mit dieser Argumentation zeigten sich Dina und weitere Mitglieder des Parlaments nicht einverstanden – es entstand eine lebhafte Debatte. Mit 18 zu 14 Stimmen bei einer Enthaltung wurde das Postulat schliesslich an den Stadtrat überwiesen.

Dass die Temporeduktion nun so rasch vorgenommen werden soll, ist laut Leuchtmann möglich, weil Dinas Postulat recht kostengünstig umgesetzt werden könne. «Ausführliche Vorabklärungen zu verschiedenen geschwindigkeitsdrosselnden Massnahmen waren nicht nötig», sagt er.

Es handle sich bei der betroffenen Lateralstrasse um einen kurzen Abschnitt, bei dem neben der Signalisation am Eingang kaum weitere Massnahmen erforderlich seien. «Mit dieser schlanken Lösung sind nur wenig Bauarbeiten nötig, welche die Eigentümer nicht unmittelbar betreffen», sagt Leuchtmann. Er ist deshalb äusserst zuversichtlich, dass die Tempo-30-Zone wie geplant noch dieses Jahr eingeführt werden kann.

Dina zeigt sich über den Entscheid des Stadtrates sehr erfreut. «Als mir der Entscheid mitgeteilt wurde, war ich überglücklich und auch ein wenig erleichtert», sagt er. Von den betroffenen Anwohnern habe er bisher noch keine Rückmeldungen erhalten.

Er ist aber überzeugt, dass sie über die geplante Änderung froh sind. «Tempo 50 ist für eine solche Strasse einfach viel zu schnell.»

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Autor

Sebastian Schuler

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