Dietikon

30 neue Schnellladestationen: Das Silbern-Quartier wird zur Schweizer Tesla-Hochburg

An der Moosmattstrasse 24 in der Silbern können Tesla-Fahrer bald ihre Autos aufladen. Die Bauarbeiten für die Schnellladestationen haben bereits begonnen.

Im Industriegebiet baut der US-Autohersteller Tesla, mit insgesamt 30 neuen Schnellladestationen, seinen grössten Schweizer Standort.

Tesla-Fahrer können sich freuen. An der Moosmattstrasse 24 in der Dietiker Silbern entstehen 30 Schnellladestationen des US-Autoherstellers. Die derzeit 57 Parkplätze auf dem Areal verwandeln sich in 45 Stellparkplätze. Geplant sind aber nicht nur «Supercharger», wie sie Tesla nennt, sondern auch eine Lounge mit Getränkeautomaten.

Damit wird Dietikon zum Tesla-Hotspot der Schweiz. In Rubigen steht derzeit die grösste Anlage mit 16 Ladestationen. In Pratteln will der Hersteller seine bisherigen vier Ladestationen auf 28 erweitern.

In Dietikon ist man bereits einen Schritt weiter. Das Bauamt der Stadt bestätigt auf Anfrage, dass das Baugesuch kürzlich bewilligt wurde. Tesla lässt keine Zeit verstreichen. Am Montag haben bereits die Bauarbeiten begonnen. Ab wann Tesla-Fahrer ihre Autos bei der neuen E-Tankstelle aufladen können, bleibt aber offen. 

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Tesla gibt sich betreffend des Standorts Dietikon bedeckt. «Wir können zum Projekt aktuell keine weiteren Informationen geben», heisst es von der Medienstelle. Auch weshalb man sich für den Standort Silbern entschieden hat, will der Autohersteller nicht preisgeben. Nur so viel: Tesla analysiere fortlaufend den Markt. Wo immer es strategisch sinnvoll sei, neue Niederlassungen oder Ladestandorte zu eröffnen oder bestehende zu erweitern, werde dies umgesetzt.

Das Gebiet Silbern erachtet der Autohersteller demnach als strategisch sinnvoll. Der Ausbau hängt aber auch mit der Markteinführung des «Model 3» zusammen. Im Zuge dessen werde man die Tesla-Ladenetze in ganz Europa aufstocken, heisst es. Der Zeitpunkt scheint zu passen. Gestern wurden die ersten Fahrzeuge des «Model 3» in Höri nahe des Flughafens Zürich ausgeliefert.

Keine Konkurrenz

Tesla ist aber nicht der erste Ladestation-Anbieter in der Silbern. Beim Coop und bei der Raiffeisenbank an der Lerzenstrasse können nicht nur Teslas, sondern alle Elektroautos aufgeladen werden. Neu ist auch die Schnellladestation an der Silbernstrasse 12, die die Firma Gofast zusammen mit dem Dietiker Unternehmen Klima Kälte Kopp AG vergangenen Dezember realisierte. Diese liegt auf dem benachbarten Areal nur rund 100 Meter von den Tesla-Ladestationen entfernt.

Initiant und Inhaber Andrea Kopp stört sich nicht an der neuen Konkurrenz. Im Gegenteil: «Ich bin selber Tesla-Fahrer und freue mich über neue Lademöglichkeiten», sagt Kopp. Seine E-Tankstelle sei im Gegensatz zu den «Superchargern» für alle Typen von Elektroautos geeignet. Kopp sieht den Zuzug von Tesla in die Silbern daher als Ergänzung und Bereicherung. Dies bestätige auch seine Ansicht, dass das Dietiker Industriegebiet für die Elektromobilität prädestiniert sei. «Die Nähe zur Autobahn, die Einkaufsmöglichkeiten und die Infrastruktur passen einfach.»

Das Tesla-Ladenetzwerk in der Schweiz ist laut dem Hersteller eines der dichtesten in ganz Europa. Insgesamt verfügt das Land momentan über 17 «Supercharger»-Standorte sowie knapp 260 «Destination Charger»-Standorte, die bei längerem Aufenthalt benutzt werden können.

Der Standort Silbern nimmt bezüglich der Grösse auch europaweit eine Spitzenposition ein. Derzeit gibt es nur drei grössere Anlagen auf dem Kontinent. So etwa in Nebbenes in Norwegen. Diese verfügt über 44 Ladestationen. 42 «Supercharger» finden sich im norwegischen Rygge. In Badhoeverdorp in Holland steht eine Anlage mit 32 Stationen. In Planung sind zudem zwei Anlagen in Grossbritannien mit je 32 Ladestationen.

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Autor

Sibylle Egloff

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