Uitikon
30 Jahre Schulbibliothek: Als der Wirt aus dem Sarg auferstand

Die Gemeinde- und Schulbibliothek Uitikon feierte am Samstag ihr dreissigjähriges Bestehen. Sie liess dabei Anwohner einen Blick in die Vergangenheit werfen.

Pascal Gut
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30 Jahre Schulbibliothek Uitikon
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An den Ständen stellten sich das Café International, der Literaturclub, der English Readers Club sowie der Circle littéraire vor.
An den Ständen stellten sich das Café International, der Literaturclub, der English Readers Club sowie der Circle littéraire vor.
Das Kinderprogramm «Rosis Wirbelwind» unterhält mit exotischem Flair.
Ihre Bibliothek ist ein geschätzter Treffpunkt für Jung und Alt: Tatjana Zenoni, Ursula Eigenmann, Mirjam Schiess, und Rosmarie Hauseis (von links).
Lotti Grossen erzählt von ihrer Kindheit, als es noch keinen Autoverkehr gab und die Kinder überall frei spielen konnten.
An den Ständen stellten sich das Café International, der Literaturclub, der English Readers Club sowie der Circle littéraire vor.
Die 40-50 Festbesucher suchten den Schatten unter den Sonnenschirmen an diesem heissen Sommertag.
An den Ständen stellten sich das Café International, der Literaturclub, der English Readers Club sowie der Circle littéraire vor.
An den Ständen stellten sich das Café International, der Literaturclub, der English Readers Club sowie der Circle littéraire vor.
Fredi Wismer erzählte von einer Zeit, als der Alltag noch ohne elektrische Geräte gemeistert werden musste und betont vor allem die Leistung der Frauen in dieser Zeit.
An den Ständen stellten sich das Café International, der Literaturclub, der English Readers Club sowie der Circle littéraire vor.

30 Jahre Schulbibliothek Uitikon

Pascal Gut

Es gab Livemusik, Kinderprogramm und viele Leckereien beim Jubiläumsfest der Schul- und Gemeindebibliothek Uitikon. Zudem nahmen einige eingesessene Uitiker und Uitikerinnen die Festbesucher mit auf eine Reise in die Vergangenheit ihrer Gemeinde – zurück bis in die 1950er-Jahre.

Hansueli Müller etwa erinnerte sich an die Kapriolen des Wirtes Herzog vom damaligen Wirtshaus «Des Alpes», der sich einmal an Ostern in einem Sarg liegend ins Wirtshaus habe tragen lassen, um dann vor aller Augen herauszuspringen und «Auferstehung» zu rufen. Selbst die Stadtzürcher seien jeweils in sein Wirtshaus gepilgert, um zu sehen, welche Verrücktheiten Herzog wohl jetzt wieder anstellen würde.

Die ersten Autos waren BMWs

Lotti Grossen vermittelte dem Publikum einige Eindrücke aus ihrer Kindheit in den 50er Jahren. Das heutige Gemeindehaus fungierte damals noch als Schulhaus, und auf dem Dorfplatz konnten die Kinder sorglos Völkerball spielen, weil es noch keinen Autoverkehr gab. Die ersten Autos seien BMWs gewesen. Einmal habe Lotti Grossen von ihrem Vater wissen wollen, was BMW denn eigentlich heisst.

Die Antwort des Vaters: B steht für Bäcker, M für Metzger und W für Wirt, das seien die ersten Uitiker gewesen, die sich ein Auto hätten leisten können. Doch auch die Mühsal dieser Zeit blieb nicht unerwähnt. Fredi Wismer betonte vor allem die Leistung der Hausfrauen damals, als weder Waschmaschinen noch elektrische Kochherde oder Ähnliches verbreitet waren.

Zwar geht die 30-jährige Geschichte der Gemeindebibliothek nicht ganz so weit zurück, dennoch hat sich auch in den letzten drei Jahrzehnten viel verändert, wie die Bibliotheksleiterin Ursula Eigenmann zu berichten weiss. Die einschneidendste Veränderung fand 2011 statt, als sich die Bibliotheksmitarbeiterinnen bei der Gemeinde für eine Ausweitung der Öffnungszeiten von damals fünfzehn auf fünfzig Stunden pro Woche stark machten.

Ein voller Erfolg, wie sich herausstellte, «Die Resonanz bei der Bevölkerung war super und die Ausleihen und Einschreibungen stiegen markant an.», erzählte Ursula Eigenmann stolz. Sie blickt mit Freude in die Zukunft: «Es ist ein Irrtum zu meinen, heute würden die Kinder und Jugendlichen weniger lesen als früher. Wir erleben bei den Schülern und Schülerinnen eine grosse und anhaltende Begeisterung für Bücher.»

Während die Kleinen am Nachmittag mit dem Kinderprogramm «Rosis Wirbelwind» unterhalten wurden, kamen die Grossen am Abend mit dem Programm «Typisch Verien!» des Kabarettisten Franz Xaver «Veri» in der Aula des Schulhauses Schwerzgrueb noch einmal auf ihre Kosten.