Der Jubilar zeigte sich, wie es sich gehört an seinem Geburtstag, von der besten Seite. Schönstes Marktwetter herrschte gestern Morgen auf dem Muulaffemärt, der 30 Jahre alt geworden ist. Und wie es sich für ein Jubiläum gehört, strömten die Kunden in grosser Zahl auf den Platz und nahmen am geschäftigen, aber sehr friedlichen Treiben teil.

«Mer muess uf dä Märt, dänn gseht mer d'Lüüt», sagte eine ältere Dame zu einer Bekannten, die sie offenbar schon lange nicht mehr erblickt hat. «Wänns nur immer so vill Lüüt hetti», sagte ein Kunde angesichts des Besucherstroms.

Herzstück Kafistube

Die Anwesenden mussten ihr Kommen auf keinen Fall bereuen. Die Kafistube, fast ein wenig das Wahrzeichen des Muulaffemärts, war bis auf den letzten Platz besetzt. Mütter mit ihren Kleinkindern sassen mit den Grossmüttern zusammen am Tisch. Grössere Kinder tollten um die Bänke herum. Die Handorgelmusik durfte dabei nicht fehlen. Bekannte Volksmusikmelodien waren zu hören.

Neben der Kafistube buhlten zusätzliche Stände um die Gunst der Kunden. So war etwa der Frauenverein mit Selbstgestricktem anwesend, es wurde Italomode verkauft oder die Samariter massen gratis den Blutdruck. Das Urdorfer Kenia-Hilfswerk warb für sein Anliegen.

Natürlich waren die üblichen Standbetreiber vertreten, Produzenten aus der Umgebung, die Berge von Gemüse, Früchten ja sogar die ersten Kürbisse feilboten. Es gab ganze Wagenladungen von Käse zu kaufen, und auch der Fischhändler war vor Ort. Ein Perser verkaufte Spezialitäten aus seinem Heimatland. Sogar die angrenzende Kantonalbank mochte am Jubiläumstag nicht abseitsstehen und verteilte den Kindern Ballone. In einer Hüpfburg vergnügten sich die Kinder zusätzlich.

Und da war natürlich die grösste Attraktion des Morgens: Das 30 Meter lange Laugensandwich von der Bäckerei Ghilardi fabriziert. Es war gespendet von der Marktorganisation, wie Marktleiterin Regula Imhof erklärte. Fleissige Hände schnitten Stück um Stück ab und verteilten sie gratis an die Besucher, die in grosser Zahl zugriffen und herzhaft reinbissen.

Wer vom Markttreiben noch nicht genug hatte, der durfte im reformierten Kirchgemeindezentrum den Film von Arthur Schärer besichtigen. Er zeigt den ersten Markt vor 30 Jahren. Dass der Markt noch weitere 30 Jahre Bestand haben könnte, daran mochte gestern niemand zweifeln.