Geroldswil
3 zu 0 gegen Argentinien: Bei dieser WM holt Mexiko den Pokal

Am Samstag trugen Menschen mit Behinderung ihre eigene Fussball-Weltmeisterschaft aus. Im Finale standen sich Argentinien und Mexiko gegenüber. Den Beteiligten wird dieser Tag noch lange in Erinnerung bleiben.

Yanick Ammann
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«Fussnall-WM» für Menschen mit Handicap in Geroldswil
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Das Turnier ging äusserst fair und ohne grössere Verletzungen über die Bühne
Der Trainer leitet beim mexikanischen Team das Einlaufen vor dem Spiel
Die Erleichterung nach dem gewonnenen Penaltykrimi ist bei der Siegermannschaft gross
Die Fussballerinnen und Fussballer zeigten vollen Einsatz und scheuten keinen Zweikampf
Die zehn Mannschaften zeigten an der Soleluna-Weltmeisterschaft ihr ganzes fussballerisches Können
Stolz präsentieren die Sieger den Pokal sie dürfen sich nun Soleluna-Weltmeister nennen

«Fussnall-WM» für Menschen mit Handicap in Geroldswil

Yannick Ammann

Zurzeit kicken Weltstars des Fussballs wie Lionel Messi und Neymar in Brasilien um die Weltmeisterschaft. Wer am Samstag spannenden Fussball mit viel Einsatz und grossen Emotionen sehen wollte, musste sich jedoch kein Flugticket nach Brasilien besorgen, sondern lediglich den Weg auf die Sportanlage Werd in Geroldswil auf sich nehmen.

Dort veranstalteten die Organisationen Solelunaevents und Insieme-Zürich, die sich beide für Menschen mit Behinderung einsetzen, ein nationales Behindertenfussballturnier.

Hier wird Mexiko Meister

Was mit einem einfachen Freundschaftsspiel begann, entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem grossen Turnier und wurde am Samstag bereits zum achten Mal ausgetragen.

Für den jährlich stattfindenden Wettkampf können sich Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung als Team anmelden. So nahmen an der diesjährigen Austragung hundertdreissig Fussballbegeisterte aufgeteilt in zehn Teams aus der ganzen Schweiz am Turnier teil. «Das Schöne am Turnier ist, dass man sich gegenseitig kennt. Viele Teams und Spieler haben bereits mehrmals mitgespielt und kennen sich deshalb schon lange. Oftmals wird auch über vergangene Turniere und besonders knappe Entscheidungen gesprochen», so Mitorganisator Gian Kühnis von Solelunaevents.

Am Samstag ging es um nicht weniger als den Soleluna-Fussballweltmeistertitel. Denn vor dem Turnierstart bekam jede Mannschaft ein Land, das auch an der WM in Brasilien spielt, zugelost.

Am Morgen wurden die Gruppenspiele ausgetragen, um die Paarungen für die Finalspiele am Nachmittag zu ermitteln. Um wie viel es ging, zeigten die Emotionen auf und neben dem Platz. Freude über den Sieg und Frust über die Niederlage lagen – wie so häufig im Sport – nahe beisammen. «Das gehört zum Wettkampf dazu, die Teams sollen wie A-Mannschaften behandelt werden», meint Alberto Cirigliano, stellvertretender Geschäftsleiter von Insieme-Zürich.

Die Spielerinnen und Spieler zeigten grossen Einsatz. Tore wurden lautstark bejubelt, Mitspieler angefeuert und Schiedsrichterentscheide auch mal angefochten, Fussball eben.

Nach den Spielen drängte man sich vor die Ergebnistafel und machte den nächsten Gegner aus und im aufgestellten Festzelt besprach man die Taktik für das bevorstehende Spiel.

Auch der immer mal wieder einsetzende Regen konnte der Freude am Fussball nichts anhaben. Im Finalspiel schliesslich besiegte Mexiko Argentinien mit 3:0 und nahm wenig später überglücklich den Pokal entgegen. Tolle Preise wie Bälle, Trinkflaschen oder Kappen gab es aber für alle. «Jeder soll Gewinner sein», stellt Gian Kühnis klar.

Seinen Zweck hat das Turnier auf jeden Fall erfüllt. Menschen mit und ohne Behinderung haben miteinander einen sportlichen Tag verbracht, der den Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben wird.