Bezirksgericht Dietikon

27-Jähriger wurde wegen Vergewaltigung einer jungen Frau verurteilt

Bezirksgericht in Dietikon

Bezirksgericht in Dietikon

Ein 27-jähriger Lagermitarbeiter wird für Vergewaltigung und Entführung einer jungen Frau zu drei Jahren Gefängnis sowie 2000 Franken Busse und Bezahlen eines Schmerzensgelds verurteilt.

Der heute 27-jährige Beschuldigte wurde gestern wegen mehrfacher Vergewaltigung, Freiheitsberaubung, versuchter Nötigung, Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs sowie sexueller Belästigung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 36 Monaten sowie zu 2000 Franken Busse verurteilt. Zwölf Monate der Strafe wurden unbedingt festgelegt. Diese hat der im Limmattal wohnhafte Kosovo-Albaner bereits verbüsst. 24 Monate wurden bedingt auferlegt, bei einer Probezeit von drei Jahren. Der Lagermitarbeiter wurde verpflichtet, der 19-jährigen Frau ein Schmerzensgeld von 10 000 Franken zu zahlen.

Mit diesem Entscheid ist das Bezirksgericht Dietikon im Wesentlichen den Darstellungen der Anklagebehörden gefolgt. Demnach hatten der Beschuldigte und sein Cousin die 19-jährige Geschädigte am 15. März 2013 an ihrem Wohnort aufgesucht und die junge Frau gegen ihren Willen in das mitgebrachte Auto gestossen. Dann fuhr das Duo mit dem Opfer in eine Schlieremer Bar. In den frühen Morgenstunden hegte die Geschädigte die Hoffnung, dass die beiden Männer sie wieder nach Hause fahren würden. Stattdessen brachten sie die Frau in ein Waldstück in Weiningen, wo beide sie nacheinander im Fahrzeug vergewaltigten. Der Beschuldigte hielt einen Teil der Übergriffe mit seinem Mobiltelefon filmisch fest. Bedenklich war dabei, dass der Haupttäter das Opfer bereits eine Woche zuvor an derselben Stelle und ebenfalls im Personenwagen massiv sexuell belästigt hatte.

Der Fall flog auf, als der Lagermitarbeiter nach dem Vorfall der Geschädigten androhte, den Sex-Film nicht nur ihrem Freund, sondern auch ihrem Arbeitgeber zu zeigen. Darauf erstattete die Frau Anzeige und der Limmattaler landete im Gefängnis.

Keine Freiwilligkeit erkennbar

An der Prozesseröffnung letzte Woche beteuerte der Mann seine Unschuld und machte einvernehmlichen Sex geltend. Auch der Verteidiger verlangte Freisprüche von den Hauptvorwürfen und sprach von einem Seitensprung der Geschädigten. Aus Angst vor ihrem Freund habe sie seinen Klienten zu Unrecht belastet.

Das Gericht glaubte aber dem Opfer. Es stufte die Aussagen der Geschädigten als im Kern widerspruchsfrei, detailliert, zurückhaltend und differenziert ein. Im Gegensatz zum Beschuldigten, dessen Darstellungen der sexbesessenen Frau klischeehaft ausgefallen seien. Zudem sahen die Richter den nicht Geständigen auch durch das sichergestellte Video als überführt an. «Ich vertraue euch nie mehr, lasst mich, hört auf», äusserte sich die Geschädigte während der Übergriffe. Der Streifen habe ihre Darstellungen entscheidend unterstützt, sagte der Gerichtsvorsitzende Stephan Aeschbacher. Es sei keine Freiwilligkeit von sexuellen Handlungen erkennbar.

Bei der Strafzumessung ging das Gericht von einem erheblichen Verschulden aus, wich aber vom Strafantrag der Staatsanwaltschaft auf viereinhalb Jahre Gefängnis deutlich ab. Innerhalb des Straftatbestandes bewege sich die Tat im unteren Rahmen, sagte Aeschbacher. So habe der Beschuldigte keine unnötige Brutalität angewendet oder Drohungen ausgestossen. Er habe das Vertrauen einer naiven, jungen Frau ausgenutzt. Als perfid stuften die Richter dagegen die versuchte Nötigung mit dem Film ein.

Täter wird wohl ausgeschafft

Der Beschuldigte wird wohl in den nächsten Tag wieder in die Freiheit kommen. Allerdings wird er nach der Rechtskraft des Urteils mit seiner Ausschaffung aus der Schweiz rechnen müssen.

Meistgesehen

Artboard 1