Betagte und Behinderte hätten in Sachen Mobilität in Oetwil einen schweren Stand, gäbe es nicht diverse Angebote für Fahrdienste. Menschen, die selber nicht mehr Autofahren dürfen, und die, denen die Nutzung des öffentlichen Verkehrs zu anstrengend ist, zählen auf Margrit Gähwiler. «Der Fahrdienst der Gemeinde ist für viele Einwohner nicht mehr wegzudenken», sagt sie. Der Präsidentin der Oetwiler Kommission für Autofahrdienste geben die Zahlen recht. In den letzten fünf Jahren stieg die Anzahl Nutzer um rund 30 Prozent, ebenso taten dies die zurückgelegten Kilometer. Im ersten Halbjahr 2015 absolvierten die fünf Männer und drei Frauen der Kommission 119 Fahrten, die sich über gesamthaft 2423 Kilometer erstreckten. «Es gibt nun mal immer mehr ältere und kranke Menschen», erklärt sie den Erfolg. Morgen feiert ihr Autofahrdienst das 25-jährige Bestehen.

Fahrten zum Friedhof möglich

In Sachen Fahrdiensten stehen den Einwohnern rechts der Limmat mehrere Angebote zur Verfügung. Neben den Tixi-Taxis, dem Fahrdienst des Roten Kreuzes und dem gemeindeeigenen Fahrdienst gesellte sich 2014 das Angebot des Seniorenrats hinzu. Hier werden den Senioren auch Fahrdienste zum Einkaufen, zum Coiffeur oder gar zum Flughafen zu günstigen Konditionen geboten. Damit die Fahrer nicht überlastet sind, entschieden die Organisatoren, «Nicht-Senioren» nicht mehr zu bedienen, wie der Seniorenrat Ende 2014 mitteilte.

Wie erklärt sich Gähwiler den Erfolg ihres Fahrdienstes bei derart steigendem Angebot? «Wir bedienen andere Bedürfnisse als etwa der Seniorenrat», sagt sie. So würde der Fahrdienst ausschliesslich Fahrten ins Spital, zum Arzt oder in die Physiotherapie übernehmen. «Liegt der Wunsch des Fahrgastes vor, unterwegs etwas einkaufen zu gehen, wird dies natürlich gemeinsam erledigt», so Gähwiler. Auch Fahrten zum Friedhof werden getätigt, doch: «Dass wir Vergnügungsfahrten ins Kino oder zu einem Restaurant übernehmen, ist nicht vorgesehen.» Anfragen, die genau dies verlangen, erhält die Koordinatorin des Fahrdienstes, Hildegard Gosteli, fast keine. «Die Oetwiler wissen, welche Dienstleistungen wir anbieten.»

Die Kunden wissen auch die günstigen Preise zu schätzen: So kostet eine Fahrt von Oetwil nach Geroldswil 5 Franken, der Transport ins Spital Limmattal schlägt mit 20 Franken zu Buche und ins Unispital sind 30 Franken zu entrichten. Pro gefahrenem Kilometer beteiligt sich die Gemeinde mit einem Beitrag von 80 Rappen.

Für die Zukunft wünscht sich Gähwiler, dass sich weiterhin Freiwillige zur Mitarbeit melden. «Spezielle Anforderungen müssen dafür nicht erfüllt werden. Es braucht bloss das eigene Auto und das Beherrschen des Fahrzeuges, absolute Integrität und Verschwiegenheit», sagt sie. Zudem sei eine gute Sozialkompetenz von Vorteil. «Viele Nutzer des Fahrdienstes benötigen uns, weil sie keine Angehörigen haben, die sie chauffieren.» Dies heisse, dass sie auch wenig Kontakt zu anderen Menschen hätten: «Auf einer Fahrt mit uns leeren die Betagten schon hin und wieder ihre Kröpfe – das braucht es ab und an.»

Auch müsse sie an ihre Nachfolge als Kommissionspräsidentin denken, bemerkt Gähwiler: «Ich bin nun 77-jährig: Mir und der Koordinatorin, sie ist ebenfalls von Anfang an dabei, ist bewusst, dass wir unsere Ämter nicht noch lange Jahre ausführen können.»