Die Eichacherstrasse könnte vor einer Veränderung stehen. Erst kürzlich wurde der private Gestaltungsplan Tennishalle Feld von der Gemeinde veröffentlicht. Dieser sieht vor, dass eine der beiden Tennishallen abgebrochen und durch zwei Wohnhäuser mit insgesamt 22 Wohnungen ersetzt wird. Das auf der Parzelle stehende Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen aus dem Jahr 1980 soll wie die zweite Tennishalle stehen bleiben und saniert werden. Als Grund für diesen Schritt nennen die Bauherren den Erhalt des Angebots für Tennisspieler in Aesch. Auch sei das Café in der Tennishalle einer der wenigen verbleibenden öffentlichen Treffpunkte.

«Bei diesem Projekt geht es uns primär um die langfristige Sicherung einer der beiden Tennishallen und des günstigen Wohnraums im Mehrfamilienhaus auf derselben Parzelle», sagt ein Sprecher der Tennishalle Feld AG. Die Gemeinde wünsche sich ohnehin schon seit längerem mehr preisgünstige Mietwohnungen. Das letzte Wort in dieser Sache haben die Aescher voraussichtlich im kommenden Dezember an der Gemeindeversammlung.

Der Gestaltungsplan zum Projekt liegt nun im Mitwirkungsverfahren öffentlich auf. Jeder Aescher kann während 60 Tagen seine allfällige Kritik am Projekt äussern.

Der Aescher Gemeindepräsident Hans Jahn (Forum Aesch) sieht dem Ausgang der öffentlichen Auflage positiv entgegnen: «Ich rechne nicht mit vielen Reaktionen aus der Bevölkerung.» Der Gemeinderat befand den Gestaltungsplan vor der Veröffentlichung für bewilligungsfähig. Zudem hat die Gemeinde den Weg für eine derartige Nutzung des Landes am Aescher Dorfeingang selber geebnet. Im Zuge der Revision der Bau- und Zonenordnung (BZO), die im Jahr 2008 bestimmt wurde, wurde in der Gewerbezone nun ein grösserer Spielraum geschaffen, was eine Mischnutzung von Wohnen und Gewerbe betrifft. Via Gestaltungsplan kann der Bauherr nun erwirken, dass 50 Prozent des Volumens als Wohnzone genutzt werden dürfen. Davor war in der Gewerbezone eigentlich nur Gewerbe erlaubt.

Abriss und Neubau wären sinnlos

Diese 50-Prozent-Regel komme jedoch nur bei Neubauten zur Anwendung, wie Gemeindepräsident Jahn erklärt. Dass es keinen Sinn gemacht hätte, eine Tennishalle abzureissen, um diese danach wieder neu zu erstellen, habe dazu geführt, dass die Gemeinde mit den Bauherren vereinbarte, die verbleibende Halle Ost auf den Stand eines Neubaus zu sanieren, so Jahn weiter. Im Gestaltungsplan ist somit festgehalten, dass die Fassade und das Dach der Tennishalle sowie das Dach des bereits bestehenden Mehrfamilienhauses – diese enthalten asbesthaltiges Eternit – erneuert werden sollen.

Die beiden neuen Wohnhäuser, denen die Tennishalle West weichen soll, sehen je elf Wohnungen vor, von denen rund ein Viertel als Eigentumswohnungen konzipiert sind. Die restlichen sollen zu einem «moderaten Zins» vermietet werden. Eine 1,5-Zimmer-Wohnung soll voraussichtlich für zwischen 950 und 1050 Franken zu haben sein, während 4,5- und 5,5-Zimmer-Wohnungen zwischen 2150 und 2550 Franken kosten sollen. Zur genauen Gestaltung der Gebäude ist noch nicht viel bekannt, ausser dass es sich um einheitliche, dreigeschossige Bauten mit Flachdach handelt.

Der Zeitplan des Gestaltungsplans ist auf Kurs. Nach der öffentlichen Auflage werden eventuelle Einwendungen aus der Bevölkerung ausgewertet. Auch dem kantonalen Amt für Raumentwicklung (ARE) wurde der Gestaltungsplan vorgelegt. Dessen Beurteilung wird ebenfalls im kommenden Herbst erwartet. Eine allenfalls überarbeitete Version soll dann erneut im Gemeinderat besprochen und voraussichtlich im Oktober zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet werden. Diese kann in der Versammlung vom 3. Dezember darüber abstimmen. Läuft alles nach den Wünschen der Tennishalle Feld AG, sollte der Gestaltungsplan im Frühling 2015 in Kraft treten.