Es war der Goalie des FC Dietikon, der am Wochenende beim 2:1-Auswärtserfolg in Wangen bei Olten den entscheidenden Unterschied im Spiel der 2. Liga Interregional ausmachte. Der Name dieses Goalies: Cyrill Schneider.

Der Keeper der Limmattaler ragte besonders in einer Szene richtiggehend heraus. Wir notieren die 32. Minute: Gastgeber Wangen bei Olten liegt knapp mit 0:1 hinten. Die Gäste kontrollieren das Spiel mit einem ruhigen Spielaufbau, zudem liegt das Team von Coach Goran Ivelj seit Minute 18 dank einem schönen direkten Spielzug durch die Gassen in Front. Dann folgt auf dem Sportplatz Chrüzmatt die grosse Szene des «Hexers» im Dietiker Kasten. Es kommt eine hohe Flanke in den Strafraum.

Die Dietiker Innenverteidiger, später von Ivelj als «nicht auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit in diesem Spiel» kritisiert, verlieren nicht zum ersten Mal ein Kopfballduell gegen einen Spieler von Wangen. In dieser Szene kommt der Kopfball wuchtig und mit hohem Tempo Richtung Lattenkreuz des FCD-Tores. Normalerweise fliegt so ein Ball in die Maschen hinein. Nicht bei Teufelskerl Schneider: Er kratzt die Kugel mit einem mirakulösen Reflex vor der Linie und lenkt den Ball im allerletzten Moment an die Latte.

Damit verhindert der Goalie den Ausgleich der Solothurner, Dietikon bleibt mit 1:0 vorne. Wie sich später herausstellen sollte, war es die Schlüsselszene eines ansonsten mässig attraktiven Spiels. Dietikon war am Ende nicht unbedingt die bessere Mannschaft, aber die Formel zum Sieg im Fussball ist halt doch relativ simpel: Erfolgreich ist das Team, das mindestens ein Tor mehr als der Gegner macht.

Und genau das, so einfach es klingt, ist eine ganz grosse Stärke von Ivelj und seinem Team: die Fähigkeit, sich im Spiel auf die wichtigen, einzelnen Szenen zu konzentrieren und Grosschancen in Tore umzumünzen. Nicht zuletzt dank dieser Stärke steht die Mannschaft aus dem Limmattal wie auch schon in der letzten Saison in der Spitzengruppe ihrer Liga.

Trotzdem nicht ganz zufrieden

Dieser Umstand macht Trainer Ivelj zwar zufrieden, zaubert ihm aber trotzdem kein Lächeln auf die Lippen. Zu dürftig war die spielerische Leistung seines Teams in Wangen. So hätte die Partie, wenn die Gastgeber ebenso effizient gewesen wären, auch anders ausgehen können. Ivelj gab sich nach Spielschluss entsprechend kritisch: «Die Effizienz vor dem Tor hat uns die drei Punkte beschert, klar. Aber spielerisch war das definitiv nicht das Gelbe vom Ei», sagte er. Man habe schon deutlich bessere Spiele abgeliefert. «Daran werden wir im Training arbeiten, damit wir weiter auf der Siegesstrasse bleiben und ab und zu auch spielerisch wieder Glanzlichter setzen können. Diesen Anspruch haben wir.»

Der FC Dietikon, dessen Sieg auch Wohlen-Trainer Ranko Jakovjlevic beiwohnte (sein Sohn wurde in der 90. Minute bei Dietikon eingewechselt), bleibt somit in der Spitzengruppe dabei. Absteiger Wangen bei Olten hingegen rutscht nach dieser Niederlage auf Platz 11 ab und muss mit seiner neu zusammengewürfelten Junioren-Equipe langsam, aber allmählich den Abstiegskampf ins Auge fassen.