Neujahr
2021 wird ein gutes Zwischenjahr – nach 2020 sind wir mit den Prognosen aber etwas vorsichtiger

Was die kommenden zwölf Monate im Limmattal bringen werden, ist unklar. Die «Limmattaler Zeitung» wagt dennoch einen Ausblick.

Oliver Graf
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Die einzige Prognose, auf welche man sich wirklich verlassen kann: «Im Limmattal wird viel gebaut.»

Die einzige Prognose, auf welche man sich wirklich verlassen kann: «Im Limmattal wird viel gebaut.»

Severin Bigler

A wie Anmerkung

Wir müssen es leider eingestehen: Vor einem Jahr hat die «Limmattaler Zeitung» ziemlich viele Fehlprognosen verbreitet. Sie kündigte die 1150-Jahre-Feiern in Oberengstringen als Highlights fürs ganze Limmattal an. Sie erwähnte verschiedene Attraktionen wie das Dorffaescht in Aesch oder das erste Birmensdorfer Birmifäscht seit 20 Jahren. Heute wissen wir: Es ist alles anders herausgekommen. Immerhin, das Fazit, das die «Limmattaler Zeitung» in ihrem Ausblick vor exakt einem Jahr zog, stimmte fast: «Das Jahr 2020 wird in der Region aufregend verlaufen.»

B wie Beschluss

Angesichts der Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr hat die Redaktion beschlossen, einen neuen regionalen Jahresausblick zusammenzustellen. Er ist modular und interaktiv ausgestaltet. So enthält er Punkte, die 2021 eintreffen werden, eintreffen könnten oder eintreffen sollten. Sie, liebe Leserin, lieber Leser, kreuzen an, was Sie erleben möchten, und streichen durch, was Ihnen nicht passt. So können Sie das neue Jahr aktiv gestalten (und die «Limmattaler Zeitung» muss nicht wieder für falsche Prognosen geradestehen).

2020 fanden der Schlieremer Herbstmarkt und Kinderflohmarkt erstmals auf der Pischte 52 statt.

2020 fanden der Schlieremer Herbstmarkt und Kinderflohmarkt erstmals auf der Pischte 52 statt.

Liana Soliman

C wie Chefköche

Beim Buchstaben C geht es natürlich um das Coronavirus – doch hätten Sie diesen Abschnitt gelesen, wenn das schon in der Überschrift gestanden hätte? Das Virus wird, auch wenn wir davon wirklich genug haben, 2021 prägen. So kommt es weiterhin zu Absagen (siehe W). Und die OKs planen weiterhin virenkonform: So wird etwa der Herbst- und Kinderflohmarkt, der in Schlieren am 4. September stattfinden wird, erneut auf der «Pischte 52» stattfinden – weil dort die Platzverhältnisse grösser seien und die Abstände besser eingehalten werden könnten.

D wie Dietiker Diskussionen

Die Limmattaler Gemeinden haben längst entschieden, was sie mit der Sonderdividende der Zürcher Kantonalbank anfangen werden. Nur die Stadt Dietikon tut sich schwer damit, was sie mit dem Zustupf anstellen soll, den die Bank zu ihrem 150-jährigen Bestehen ausrichtet. Bereits sind zahlreiche Vorstösse im Parlament dazu eingegangen. Die Diskussionen werden 2021 weitergehen. Das Gute dabei: Die ZKB wird den Bonus nicht zurückfordern.

E wie Einschränkungen

Die coronabedingten Einschränkungen werden im Verlaufe des Jahres 2021 eingeschränkt: So sollten spätestens die Budget-Gemeindeversammlungen im November und Dezember hoffentlich im gewohnten Rahmen – sprich mit Apéro – durchgeführt werden können.

F wie Fusionen

Sie bleiben eines der politischen Themen im Limmattal: die Zusammenschlüsse verschiedener Gemeinden. So werden Ende Januar die Urdorfer Stimmberechtigten an der Urne entscheiden, ob die Politische Gemeinde und die Schulgemeinde zusammengelegt werden. Die Behörden sprechen von einer «zukunftsorientierten Grundlage, welche eine einheitliche Gemeindestrategie sowie klare Zuständigkeiten und Ansprechpartner» ermögliche. In weiteren Gemeinden laufen Vorbereitungen, ähnliche Zusammenschlüsse vorzunehmen.

G wie (Gast-)Gewerbe

Das Limmattaler Gewerbe blickt auf schwierige Monate zurück (Baustellen! Coronavirus!). 2021 wird für die lokalen Unternehmen nicht einfacher (Baustellen! Coronavirus!). Es ist davon auszugehen, dass weitere Geschäfte in den Dorfzentren schliessen. Diese Entwicklung wird weitherum bedauert werden (inter- und nationale Online-Händler erzielen derweil neue Rekorde).

H wie Höhepunkt

2021 wird eine Art Zwischenjahr. Ein eigentlicher Höhepunkt ist in der Region noch nicht auszumachen (siehe aber I und Z). Und dennoch: Die Limmattalerinnen und Limmattaler lassen es sich nicht nehmen und werden auch dieses Jahr ausgiebig feiern und sich freuen (siehe E, J, L, N, R, S und X).

I wie Impfung

Es ist vorbei: Der letzte Limmattaler wird im Juni geimpft. In allen Gemeinden läuten die Kirchenglocken. Es kommt zu spontanen Sommerfesten, die bis Ende August andauern. Ist dies bloss ein Traum? Oder waren die vergangenen Monate ein böser Traum?

Werden erneuert: die Garderoben des FC Schlieren.

Werden erneuert: die Garderoben des FC Schlieren.

Carmen Frei

J wie Jubiläum

Auch das Leben in den Vereinen war coronabedingt ins Stocken geraten. Wegen fehlenden Anlässen und Aktivitäten kämpfen verschiedene Klubs mit Einnahmenverlusten und Mitgliederaustritten. Doch 2021 gibt es im Limmattal auch einiges zu feiern: So wird beispielsweise der FC Schlieren irgendwann sein 100-jähriges Bestehen feiern (und voraussichtlich auch gleich seine neuen Garderoben einweihen). Zudem wird am 3. und 4. September in Oetwil das Jubiläums-Kellerfest nachgeholt – 2020 hatte die 50. Durchführung abgesagt werden müssen.

K wie Kälte

Der Dietiker Skilift ist bereits aufgestellt und stünde bereit. Doch die Verantwortlichen hoffen, dass der Schnee noch etwas auf sich warten lässt. Denn gemäss Regierungsratsbeschluss dürfen die Zürcher Wintersportorte coronabedingt frühestens am 22. Januar starten. Es gäbe nichts Schlimmeres, als dass es in der ersten Januarhälfte wieder einmal heftig schneien würden – und der landesweit tiefstgelegene Skilift trotz dichter Schneedecke nicht in Betrieb genommen werden könnte.

L wie Licht

Ein Kunstrundgang soll Licht in die tristen Wintertage bringen: In Dietikon werden vom 15. Januar bis 28. Februar jeweils von 17 bis 22 Uhr elf Videoprojektionen, Leuchtobjekte und Kunstinstallationen im Zentrum gezeigt. Die Lichtkunst trägt den Titel «DietikON».

Trotz Plakataktionen wird Littering auch weiterhin ein Problem bleiben.

Trotz Plakataktionen wird Littering auch weiterhin ein Problem bleiben.

zvg

M wie Müll

Das Phänomen ist nicht 2021-spezifisch; doch an öffentlichen Plätzen und Wegen herumliegender Müll, bekannt als Littering, wird auch dieses Jahr die Gemüter erregen. Den Gemeinden ist es bislang nicht gelungen, ein probates Mittel gegen das Müll-Übel zu finden. Weder witzige Kampagnen («Flugverbot» in Dietikon) noch verstärktes Aufräumen (überall) haben etwas gebracht. Wirksam ist einzig, was wir alle nicht hoffen: ein verregneter, kalter Sommer.

N wie Nationalfeiertag

Bratwürste auf dem Grill, Höhenfeuer, feierliche Ansprachen: 2020 fielen die 1.-August-Anlässe im Limmattal praktisch vollständig aus. Ob der Nationalfeiertag 2021 gefeiert werden kann, ist noch unklar. Die Hoffnung stirbt aber zuletzt: «Urdorf feiert 1. August», heisst es beispielsweise auf der Urdorfer Website bestimmt. «Wir freuen uns schon jetzt auf Ihren Besuch.» Das detaillierte Programm stehe aber noch nicht.

O wie Oeffnungszeiten

Wann sind die Restaurants wieder offen – und wann haben sie dann offen, ja öffnen sie überhaupt wieder? Wie sieht es bei den Einkaufsläden aus, und was ist eigentlich mit den Musikschulen? Hier wagt die «Limmattaler Zeitung» für 2021 keine Prognose. Klar scheint: Wenn es nicht gleich bleibt, wird es sich immer wieder ändern (siehe auch G).

P wie Projekte

Was das Coronavirus nicht beeinflusst, ist die Bautätigkeit im Limmattal. Die bleibt weiterhin – gelinde gesagt – rege. Das spiegelt sich auch in den Projekten der öffentlichen Hand wider: So wird unter anderem am 23. August in Dietikon die temporäre Schulanlage Stierenmatt eröffnet und die Sekundarschule Birmensdorf-Aesch wird im Sommer oder Herbst einen Baukredit vorlegen, um die Schulanlagen Brüelmatt 1 und 2 sanieren zu können.

Q wie Querung

2021 wird auch die Regionale 2025 gemäss aktuellem Kenntnisstand wieder zu einem Anlass laden: Am 30. Mai wird sie auf eine rund zwölf Kilometer lange Limmattaler Entdeckungsreise gehen und quer durchs Tal vom Sulperg zum Rüsler wandern.

Findet dieses Jahr hoffentlich statt: das Rebblüetefäscht in Weiningen. Im Bild die Austragung 2018.

Findet dieses Jahr hoffentlich statt: das Rebblüetefäscht in Weiningen. Im Bild die Austragung 2018.

David Egger

R wie Rebblüetefäscht

Zahlreiche traditionelle Veranstaltungen sollen 2021 durchgeführt werden. Und diverse Anlässe, die 2020 abgesagt werden mussten, sollen nachgeholt werden. So sollen beispielsweise das Rebblüetefäscht in Weiningen vom 18. bis 20. Juni und der Urdorfer Neuzuzügeranlass im Freibad Weihermatt am 26. August stattfinden. In Aesch hofft das OK, das Dorffaescht in diesem Jahr auf die Beine stellen und Ende August durchführen zu können («Wir alle hoffen und glauben, dass nicht mehr Corona uns, sondern wir Corona im Griff haben»).

S wie Sonne

Frühling, Sommer und Herbst werden schön: Damit bleibt es wie im Lockdown 2020 zumindest sicher möglich, entlang der Limmat oder im Wald zu spazieren (siehe auch M).

T wie Tempo

2021 stehen auf politscher Ebene wichtige Entscheide an (siehe auch F und P). So entscheiden beispielsweise die Schlieremer am 7. März, ob im Bahnhofsgebiet die Höchstgeschwindigkeit von heute 50 auf 30 oder 20 Kilometer pro Stunde herabgesetzt wird.

U wie Umwege

Die Arbeiten an der Limmattalbahn gehen weiter. So kommt es beispielsweise in Dietikon im April/Mai und Juli/August zu zwei Intensivbauphasen: Die Bremgartnerstrasse wird gesperrt. Wir glauben, was die Limmattalbahn AG schreibt: Dies ergebe «im ganzen Zentrum grössere Einschränkungen».

Eines der Highlights des letzten Jahres: der Durchstich am Gubrist.

Eines der Highlights des letzten Jahres: der Durchstich am Gubrist.

zvg

V wie Verkehr

Auch am Gubrist wird 2021 weiter gebaut: Der Durchstich in der dritten Gubrist-Röhre ist 2020 erfolgt, 2022 soll sie eröffnet werden. Anschliessend werde bis 2025 die beiden bestehenden Tunnels saniert (siehe auch U).

W wie Waldegg-Bühne

2021 wird noch nicht alles rund laufen. So ist die Fasnacht vielerorts bereits gestrichen. Und auch die Waldegg-Bühne Uitikon hat ihre Premiere und Vorstellungen vom März bereits abgesagt. Das Amateurtheater hofft nun, «Super Theo» im Frühling 2022 zeigen zu können (siehe auch Z).

X wie x Zuschauer

Trotz Corona-Einschränkungen erreicht das Gleis 21 theoretisch viele Zuschauer: So findet am 28. und 29. Januar das erste Streaming-Festival der Bühnenkunst statt. Stream 21 bietet an zwei Tagen Comedy, Theatersport und weitere Künstler.

Y wie Yak

Öffnet der Zoo Zürich seine Türen wieder, können Limmattalerinnen und Limmattaler bei einem Ausflug unter anderem ein Hausyak (Bos Mutus F. Grunniens) entdecken.

Z wie Zukunft

Auch nach 2021 bleibt es im Limmattal spannend: Am 3. Januar 2022 erscheint der nächste Jahresausblick der «Limmattaler Zeitung», im Juni 2024 findet in Urdorf und Schlieren das 31. Zürcher Kantonalmusikfest statt und 2025 wird das abgesagte 1150-Jahr-Jubiläum von Oberengstringen als 1155-Jahr-Jubiläum nachgeholt.