Aesch

2000 Bewohner bis 2030? Ein Dorf plant seine Zukunft

Aesch wächst, doch der kantonale Richtplan setzt dem Wachstum Grenzen.

Aesch wächst, doch der kantonale Richtplan setzt dem Wachstum Grenzen.

Die Einwohner der Limmattaler Gemeinde Aesch arbeiten im Rahmen eines Workshops am räumlichen Entwicklungskonzept der Gemeinde mit. Dieses wird festlegen, welche kommunalen Planungsaufgaben in den nächsten 20 bis 25 Jahren in Aesch anstehen.

Aesch wächst. Bis 2030 soll die Gemeinde gemäss regionalem Raumordnungskonzept einen Bevölkerungsanstieg von 70 Prozent auf 2000 Bewohner erfahren. Wo könnten die neuen Wohnräume entstehen? Und wie muss sich der Ort entwickeln, um seinen Bewohnern ein lebendiges Dorfleben und gute Lösungen bezüglich öffentlichem und privatem Verkehr zu garantieren?

Darüber diskutierten am Samstag rund 50 Einwohnerinnen und Einwohner anlässlich eines Workshops zur Siedlungsentwicklung, nachdem der Gemeinderat alle Aescher eingeladen hatte, das räumliche Entwicklungskonzept Aesch (REK) mitzugestalten. Dieses wird festlegen, wo und wie sich die Gemeinde in den nächsten 20 bis 25 Jahren entwickeln soll und welche kommunalen Planungsaufgaben anstehen. Das Entwicklungskonzept soll zudem als Grundlage für anstehende Revisionen der Nutzungsplanung dienen.

Ziel des Vormittags waren Vorschläge vonseiten der Einwohner zur Weiterentwicklung der sechs Teilgebiete «Ortskern», «Gürtel», «Einfamilienhäuser», «Heligenmatt», «Gewerbe» und «öffentliche Einrichtungen». Diese Einteilung und die Zuweisung ihres Nutzens für die Zukunft war anhand eines ersten Workshops im September 2016 unter Mitwirkung von Gemeinderat und Bevölkerungsvertretern entstanden. Zusätzliche Wohnbauten sind vor allem auf dem noch unbebauten Gebiet Heligenmatt-Fetsch geplant.

In Kleingruppen, in denen auch die Gemeinderäte mitdiskutierten, beurteilten die Anwesenden am Samstag diese Vorschläge und brachten neue Anregungen ein zu Punkten wie Ausgestaltung und Nutzung des Dorfkerns oder des Charakters der neuen Wohnquartiere. Ein Café sollte als Begegnungsort im Dorf Einzug halten, schlugen zwei Gruppen vor. Eine andere wollte den Gemeinderat mit der Suche eines geeigneten Standorts für zusätzliche Parkplätze beauftragen. Auch über den Zuzug zusätzlichen Gewerbes zwecks Dorfbelebung diskutierte man im Gemeindesaal.

Passen Flachdächer zum Dorfbild?

«Der Kanton verlang bei Planungsvorlagen, die wir einbringen, eine Gesamtsicht der Gemeinde», sagt Gemeindepräsident Johann Jahn (Forum Aesch). Schon deshalb müsse die Bevölkerung beim Ausarbeiten des räumlichen Entwicklungskonzepts einbezogen werden. Eine Herausforderung stellt laut Jahn die Einteilung des Gemeindegebiets in die Handlungszonen «Landschaft unter Druck» und «Kulturlandschaft» durch den Kanton dar.

In diesen Handlungsräumen dürfen gemäss kantonalem Richtplan von 2014 höchstens 20 Prozent des kantonalen Bevölkerungswachstums stattfinden. Daher hat Aesch auch nur sehr begrenzten Spielraum, was die im Workshop angesprochenen Verbesserungen des öffentlichen Verkehrs angeht. Vorgeschlagen wurde etwa eine direkte Linie durch den Üetlibergtunnel oder eine Trennung der Buslinie von Affoltern her, da dieser Bus während der Stosszeiten bereits voll in Aesch ankommt.

Am meisten, dies wurde am Samstag deutlich, liegt den Aescherinnen und Aeschern der Erhalt des Dorfbilds am Herzen. So wurde die Plenumsdiskussion, ob bei Neubauten Flachdächer erlaubt werden sollen, sehr emotional geführt. Wenn in Aesch lauter kubische Häuser hingestellt würden, sei es nicht mehr dasselbe Dorf, sagte ein Anwesender. Andere setzten dem die bautechnischen Vorteile von Flachdächern gegenüber und zeigten sich offener hinsichtlich Flachdächern – solange diese die Ausnahme blieben.

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