Dietikon

200 Notebooks für 240000 Franken abgestaubt und auf Ricardo weiterverkauft

Gericht spricht Sozialhilfeempfänger kein Notebook zu (Archiv)

(Archiv)

Gericht spricht Sozialhilfeempfänger kein Notebook zu (Archiv)

Ein diebischer Mitarbeiter aus Dietikon hat als Informatiker bei einer grossen Versicherungsgesellschaft rund 200 Notebooks gestohlen und über Ricardo weiterverkauft. Zudem baute er als Autolenker einen spektakulären Selbstunfall.

Ein Unglück kommt selten allein. Dies musste auch ein heute 31-jähriger Dietiker Informatiker erfahren. Nur ungern erinnerte er sich gestern vor Gericht an sein persönliches Unglücksjahr 2008 zurück. Damals wurde er nicht nur von der Polizei als Wirtschaftskrimineller verhaftet, sondern baute auch wenige Monate später einen schweren Autounfall, bei welchem er sich schwer verletzte. Doch eines nach dem anderen.

Arbeitgeberin bestohlen

Vor den Schranken waren sämtliche Vorwürfe nicht mehr bestritten. Demnach arbeitete der Limmattaler ab November 2006 über eine Badener Firma für eine bedeutende Schweizer Versicherungsgesellschaft. Bereits nach einem Monat nutzte der begehrte Computerspezialist seine grosse Freiheit am Arbeitsplatz und nahm aus dem grossen EDV-Lager heimlich ein Notebook nach Hause. Da niemand etwas bemerkte, kam der junge Aussendienst-Mitarbeiter auf den Geschmack, weitere Geräte nicht nur zu entwenden, sondern auch über die Internet-Plattform Ricardo gewinnbringend weiterzuverkaufen.

Der Beschuldigte sah es dabei vor allem auf neuere Austauschgeräte ab. Sicher ist, dass der Schweizer Staatsangehörige bis zum Frühjahr 2008 insgesamt 190 Notebooks sowie sieben Desktops stahl und danach mit der verkauften Beute einen illegalen Gewinn von rund 150 000 Franken erzielte. 43 Geräte behielt er für sich und lagerte sie an seinem Wohnort. Die betrogene Versicherung machte damit einen angerichteten Schaden von rund 240 000 Franken geltend.

«Das war eine grosse Dummheit», erklärte der aufgeflogene und geständige Informatiker dem Gericht, wo nicht nur gewerbsmässiger Diebstahl, sondern auch Verletzung von Verkehrsregeln zur Debatte stand. So war der Beschuldigte in einer Dezembernacht des Jahres 2008 auf der Bremgartenstrasse in Dietikon am Lenkrad seines Personenwagens eingeschlafen. Worauf er mit einem Kandelaber einer Lichtsignalanlage zusammenstiess und dabei aufgrund seiner schweren Verletzungen beinahe auch noch sein Leben verlor.

15 Monate bedingt

Vor Gericht kam es im Rahmen eines abgekürzten Verfahrens zu einer schnellen Verhandlung. So segneten die Richter einen Urteilsvorschlag der Prozessparteien ab. Demnach wurde der Limmattaler antragsgemäss zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten sowie zu einer Busse von 500 Franken verurteilt. Über die Zivilansprüche der Versicherung hatten sich die Parteien laut Urteil bereits aussergerichtlich geeinigt. Die Gerichtsgebühr von über 4600 Franken muss der Beschuldigte bezahlen.

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