Hans-Heinrich Haug findet klare Worte: «Das Rebblüetefäscht ist der grosse Stolz von Weiningen», so der OK-Präsident, der seines Zeichens gleichzeitig seit zehn Jahren Präsident des Jubiläumsfestes ist.

Es war ein Auftakt nach Mass, besser hätte man es sich nicht wünschen können. Strahlender Sonnenschein, fröhliche und lachende Gesichter – egal ob von Festbesuchern oder der Prominenz aus Politik und Wirtschaft, die der Einladung zur offiziellen Eröffnung des diesjährigen Rebblütenfestes in Weiningen gefolgt sind. «Wenn wir schon alle Jahre guten Wein in Weiningen haben, dann dürfen wir diesen auch mit dem Rebblütenfest feiern», sagte OK-Präsident Haug in seiner Eröffnungsansprache.

Das Dorf hat sich herausgeputzt, es präsentiert sich in einer herrlichen Kulisse und der lokale Charme – eingebettet in den Rebbergen – gibt dem Festanlass noch das besondere «i-Tüpfelchen».

Und mindestens so stolz wie auf das Rebblütenfest ist man in Weiningen auch auf Leo Niggli, der in rund einem Monat seinen hundertsten Geburtstag feiert. «Ich habe gerade mal 18 Monate in Weiningen gewohnt, als ich gefragt wurde, ob ich für den Gemeinderat kandidieren möchte», erinnert sich Niggli.

Sein bewegendes Leben in und um Weiningen hat der «Bald-Jubilar», der seit mehreren Jahrzehnten unter anderem als Journalist verbrachte, fein säuberlich in seinem Büro archiviert. Und noch heute weiss Niggli ganz genau, wo was zu finden ist.

«Ich werde unter dem Jahr immer wieder nach dem Datum des Rebblüetefäschts gefragt», sagte Hans-Heinrich Haug weiter. Und wie seit Beginn vor 20 Jahren ist das Datum nach wie vor immer am zweitletzten Wochenende im Juni. Die Identität vom Rebblüetefäscht geht weit über die Dorfgrenzen von Weiningen hinaus. «Mich fasziniert diese Dorfidentität von Weiningen», sagte etwa Regierungsrat Ernst Stocker, der binnen fünf Tagen gleich dreimal in Weiningen Halt machte.

«Das Limmattal ist eine Boom-Region wie man es nur selten sieht. Der Verkehr, den Lärm, die ganzen Ansprüche - und das alles unter einen Hut bringen ist nicht einfach», so Stocker weiter. Und natürlich durfte auch die höchste Zürcherin bei der diesjährigen Eröffnung nicht fehlen: die Urdorferin Brigitta Johner als amtierende Kantonsratspräsidentin. Natürlich liessen sich auch viele weitere lokale, kantonale und sogar nationale Behördenvertreter von umliegenden Gemeinden bis hin zu Bundesbern, diesen historischen Auftakt nicht entgehen.

Nebst dem 20-Jahr-Jubiläum des Rebblütenfestes strich Gemeindepräsident Hanspeter Haug in seiner kurzen Rede auch Menschen aus Weiningen mit besonderen Verdiensten hervor.

Unter grossem Applaus natürlich den bereits erwähnten Leo Niggli, aber auch Patrick Roth und Tino Schmid wurden geehrt, die in einem Kajak in 16 Tagen 925 Kilometer über das Wasser nach Amsterdam paddelten.

Oder das junge Mathematik-Genie Stefan Zihlmann, der in einer europaweit geführten Prüfung mit 120 Punkten das beste Ergebnis ablieferte. «Solche Festivitäten sind Völker verbindend», sagte Peter Trombik, Gemeindepräsident von Unterengstringen zum Abschluss treffend.