Kloster Fahr
20 Millionen fürs Kloster Fahr: Die Schwestern müssen den Arbeitern Platz machen

Ins Kloster mit der eigenen Postleitzahl 8109 kommt neues Leben. Bis der Umbau abgeschlossen ist, müssen sich die Schwestern in der anliegenden Bäuerinnenschule einquartieren.

Sandro Zimmerli
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Bereits heute muss geplant werden, wie der klösterliche Alltag während der Sanierung aussieht. Chris Iseli

Bereits heute muss geplant werden, wie der klösterliche Alltag während der Sanierung aussieht. Chris Iseli

Chris Iseli

Die Benediktinerinnen im Kloster Fahr müssen sich derzeit gleich mit mehreren Baustellen beschäftigen. Die Sanierungsarbeiten in der Propstei nähern sich allmählich ihrem Ende. Im Frühjahr sollen die Räume in neuem Glanz erstrahlen. Dann kann die ehemalige Stube der Propstes als Sitzungszimmer gemietet werden. Und auch die sieben Gästezimmer stehen Besuchern wieder zur Verfügung.

Während dieser Teil des Klosters also schon bald neu eingerichtet wird, muss an einem andern Ort geräumt werden. «Wir sind derzeit damit beschäftigt, die Bäuerinnenschule zu räumen und uns auf den Umzug dorthin vorzubereiten», sagt Priorin Irene. Das ehemalige Schulgebäude wird den Schwestern schon bald als temporäres Zuhause dienen.

Dann nämlich, wenn im Klausurtrakt des Klosters die Sanierungsarbeiten beginnen. Laut Priorin Irene dürfte dies im Sommer der Fall sein. «Wir gehen davon aus, dass wir Ende August oder Anfang September umziehen werden», sagt sie. Der Aufenthalt in der Bäuerinnenschule wird wohl einige Monate dauern.

Alltag wird neu organisiert

Bis es so weit ist, gilt es allerdings noch einiges zu erledigen. So stecken die Schwestern mitten in den Vorbereitungen für einen Flohmarkt. Dort sollen Teile des Inventars der letzten Sommer geschlossenen Bäuerinnenschule wie Geschirr oder Möbel verkauft werden. Zudem werden die Besucher dann auch die Gelegenheit haben, die frisch sanierten Räumlichkeiten in der Propstei zu begutachten.

Gleichzeitig mit den Planungen des Flohmarktes und dem Umzug machen sich die Schwestern aber bereits weitreichendere Überlegungen. «Wir müssen uns bereits heute Gedanken darüber machen, wie wir den klösterlichen Alltag während unseres Aufenthaltes in der Bäuerinnenschule gestalten wollen», erklärt die Priorin. Eine Frage sei beispielsweise, wo in dieser Zeit die Gottesdienste stattfinden sollen.

Dabei müsse man auf die Schwestern Rücksicht nehmen, die nicht mehr gut zu Fuss seien. Noch gar nicht geklärt ist, wie die Bäuerinnenschule künftig genutzt werden soll. «Wir haben mit dem Umzug genug zu tun. Mit dieser Frage konnten wir uns noch nicht auseinandersetzen», so die Priorin.

Die Sanierung des eigentlichen Klostertraktes wird wohl noch rund zwei Jahre dauern. Danach sind die Nebengebäude an der Reihe. Die Kosten sind auf gesamthaft 20 Millionen Franken veranschlagt. Ein Grossteil des Geldes stammt aus Spenden. Derzeit ist noch ein Antrag des Zürcher Regierungsrates hängig. Er will dem Kloster drei Millionen Franken aus dem Lotteriefonds zukommen lassen. Das Geschäft geht nun an den Kantonsrat. Stimmt dieser dem Ansinnen zu, ist rund die Hälfte der benötigten Summe für die Sanierung zusammen.