Ihr Gipfeli und die erste Tasse Kaffee am Sonntagmorgen geniessen rund 450 000 Hörer von Radio SRF 1 jeweils während sie die Talksendung «Persönlich» hören. Diese Woche gastierte die Livesendung in Dietikon, wo sich 190 Besucher im Gemeinderatssaal versammelten.

Lachen und husten erwünscht

15 Minuten bevor die Sendung beginnt werden die beiden Talkgäste Jeanne Pestalozzi, Präsidentin von «Brot für alle», und Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart auf ihre bereit gestellten Sessel platziert und verkabelt. Moderator Christian Zeugin begrüsst das Publikum im Saal. «Machen Sie sich keine Gedanken über irgendwelche Huster, und lachen Sie ruhig», sagt er. Die Hörer zu Hause sollten ruhig merken, dass da am anderen Ende ein Livepublikum zuhört und dass sie etwas verpassen.

Nachdem das Publikum einen kräftigen Probeapplaus für die Talkgäste spendiert hat werden die Mikrophone von Jeanne Pestalozzi und Hanspeter Müller-Drossaart getestet. «Wo wären Sie so kurz vor 10 Uhr, wenn Sie nicht hier wären», fragt Zeugin die beiden zur Auflockerung. Pestalozzi antwortet, sie wäre wohl auf dem Weg zur Kirche. Und Müller-Drossaart vermutet, er sässe am Küchentisch neben einem Stapel Sonntagszeitungen. «Mit einem Kaffee und überhaupt noch nicht ansprechbar», fügt er hinzu.

Während bei den beiden Gästen durch das lockere Gespräch die Anspannung langsam abfällt, nutzt der Tontechniker im Hintergrund die Gelegenheit, die Höhen und Tiefen einzustellen. Je nach Stimme der Person variiert die Einstellung, die er an seinem Mischpult vornimmt. Per Funk meldet er sich im Studio. «So weit alles in Ordnung. Frau Pestalozzis Stimme ist ein wenig problematisch, weil sie nicht so kräftig ist. Aber wir kriegen das hin».

Noch fünf Minuten, bis die Sendung live im Radio ausgestrahlt wird. Das letzte Lied geht zu Ende und die Kurznachrichten beginnen. Das Publikum im Saal wird langsam ruhig. Dann ertönt auch schon der bekannte Jingle der den Beginn der Sendung «Persönlich» andeutet. Müller-Drossaart bewegt beschwingt seine Arme zur Musik und winkt dem Publikum zu. «Ein grossartig virtueller Slow Fox», bemerkt er.

Es geht los mit der ersten Frage, die Zeugin seinen Gästen stellt. Warum sie denn nach Dietikon gezogen seien, will er von ihnen wissen. Müller-Drossaart gibt zur Antwort, er sei wegen der Familie und der Nähe zum Flughafen nach Dietikon gezogen. Pestalozzi hingegen zog es nach Dietikon, weil ihr Mann sein Geschäft hier aufbaute. «Mit Dietikon war es jedoch Liebe auf den zweiten Blick», sind sich beide einig.

Besucher mischen beim Apéro mit

Schon nach den ersten paar Minuten wirkt die Sendung nicht mehr wie ein Frage-Antwort-Spiel, sondern entwickelt sich zum entspannten Gespräch. Muntert plaudert Müller-Drossaart über seine Kindheit und seinen Weg zur Schauspielerei. Mit seinen humorvollen Anekdoten sorgt er immer wieder für Lacher und spontanes Klatschen. Pestalozzi hingegen erzählt von ihrem Hilfswerk «Brot für alle» und davon, was Kirchenpolitik ausmacht. «Es geht genau so darum, Leute für ein Anliegen gewinnen zu können, wie in der Politik sonst auch», sagt sie. Auch erzählt sie von ihrem Privatleben und verrät, wie viel Freude ihr das Haushalten bereite. «Eine grosse Beige frische Wäsche ist etwas herrliches», sagt sie und lacht.

Nach genau einer Stunde bringt Zeugin das Gespräch zum Abschluss. Die gemütliche Plauderrunde wird beim Apéro weiter geführt, wo nun auch die erschienenen Besucher mitmischen durften.

Die Sendung aus Dietikon kann unter www.srf.ch/sendungen/persoenlich als Podcast gehört werden.