13,8-Millionen-Kredit
Wegen steigender Schülerzahlen: Die Dietiker sprechen sich für den Kauf von Pavillons aus

Die Dietiker Schule erhält dringend notwendigen Spielraum: Sie kann in den kommenden Jahren bis zu vier Pavillons à sechs Klassenzimmer bestellen. Die Stimmberechtigten haben einen Rahmenkredit über 13,8 Millionen Franken am Sonntag klar genehmigt.

Oliver Graf
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Hier werden die ersten «Dietiker Module» erstellt: Der Turnhallentrakt des provisorischen Schulhauses Stierenmatt steht, davor wird ein dreigeschossiger Pavillon aufgestellt. Nun kann die Schule Dietikon bis zu vier weitere Modulbaupavillons für das übriges Stadtgebiet bestellen.

Hier werden die ersten «Dietiker Module» erstellt: Der Turnhallentrakt des provisorischen Schulhauses Stierenmatt steht, davor wird ein dreigeschossiger Pavillon aufgestellt. Nun kann die Schule Dietikon bis zu vier weitere Modulbaupavillons für das übriges Stadtgebiet bestellen.

Oliver Graf


Noch benötigt die Dietiker Schule die vier Modulbaupavillons nicht, welche die Stimmberechtigten am Sonntag im Grundsatz bewilligt haben. «Wir werden sie erst nacheinander bestellen, wenn der Bedarf für sie vorhanden ist», sagt Schulpräsident Reto Siegrist (CVP). Dank des gesprochenen Rahmenkredites über 13,8 Millionen Franken gewinne die Schule an Flexibilität, um rasch reagieren zu können.

Das bestätigt auch Bauvorstand Anton Kiwic (SP): Ein dreigeschossiger Modulbau mit seinen sechs Klassenzimmern liesse sich nun innert eines Jahrs realisieren; müsste das Geschäft hingegen zunächst in den Stadtrat, ins Parlament und vor das Volk, würde sich die Bestellung für jeden einzelnen Pavillon jeweils entsprechend verlängern.

Es braucht Platz für 65 zusätzliche Schulklassen

Die Dietiker Schule steht vor einer grossen Herausforderung. Die Schülerzahlen steigen markant und im kantonsweiten Vergleich weit überproportional an. Werden heute rund 2800 Kinder und Jugendliche unterrichtet, sollen es im Schuljahr 2033/34 über 4100 sein. Das entspricht einem Plus von 46 Prozent – oder 65 zusätzlichen Klassen.

Die Modulbaupavillons sind dabei ein Bestandteil des Plans, den erforderlichen Schulraum zu schaffen. Die Pavillons sind insbesondere als Rochadeflächen vorgesehen, wenn die bestehenden Schulanlagen saniert und erweitert werden. Zudem sollen mit ihnen gewisse kurzfristig auftretende Spitzen gebrochen werden.

Dank den Pavillons, die sich mit verhältnismässig geringem Aufwand aufstellen und auch einfach an andere Standorte verschieben lassen, gewinne die Stadt zudem Zeit für die definitiven Projekte, sagt Anton Kiwic. «Wir können, da wir über Rochade- und Ausweichflächen verfügen, die Bauprojekte ohne Zeitdruck voranbringen.» Dies könne sich am Ende auch positiv auf die Qualität und die Kosten niederschlagen.

Neue Schulhäuser werden gebaut, bestehende werden ausgebaut

In den kommenden 15 Jahren dürfte die Stadt Dietikon gemäss ihrer Finanzplanung rund 250 Millionen Franken für die Sanierung und Erweiterung ihrer Schulinfrastruktur aufwenden. Geplant sind unter anderem die Erweiterungen der bestehenden Schulanlagen Wolfsmatt und Luberzen. Zudem sollen im Limmatfeld und im Niderfeld zwei neue Schulanlagen erstellt werden.

«Wir wollen die Schüler nicht in Containern unterrichten, sondern wir wollen für sie definitiven Schulraum schaffen», sagt Reto Siegrist. Denn der Schulraum sei neben den Lehrpersonen eines der wichtigsten Elemente, um einen guten Unterricht anbieten zu können. Damit diese Erweiterungen möglich sind, braucht es gemäss Stadtrat zwischenzeitlich die Pavillons.

Die Dietikerinnen und Dietiker haben sich am Sonntag hinter diesen Plan gestellt. 3237 Stimmberechtigte sprachen sich für den Rahmenkredit aus. 1349 legten ein Nein in die Urne. Der Ja-Stimmenanteil betrug damit 70,6 Prozent, die Stimmbeteiligung lag bei 39 Prozent. Über dieses Ergebnis zeigten sich sowohl Schulpräsident Siegrist als auch Bauvorstand Kiwic erfreut. «Die Schule verfügt so über Handlungsfreiheit», sagt Siegrist. «Wir können effizienter planen und reagieren», sagt Kiwic.

Das Pavillonmodul ist ein Dietiker Modell

Die Stadt setzt auf ein eigenes Pavillonmodul; sie hat das «Dietiker Modul» entwickeln lassen. Ein Modulbau umfasst auf drei Geschossen insgesamt sechs Klassenzimmer sowie mehrere Gruppenräume. Sie sind so konzipiert, dass sie mit möglichst wenigen Verlustteilen in ihre 27 Module zerlegt und damit einfach umplatziert werden können.

Die ersten Dietiker Module werden derzeit bereits aufgestellt. Auf dem Hunziker-Areal im Limmatfeld befindet sich die temporäre Schulanlage Stierenmatt im Bau. Für diese Anlage, die aus zwei Dietiker Modulen sowie einem Turnhallentrakt besteht und im Sommer eröffnet wird, hatten die Dietiker Stimmberechtigten im Juni 2020 einen Kredit von 15,2 Millionen Franken bewilligt. Nun kann die Schule – bei Bedarf – vier weitere Modulbaupavillons für 13,8 Millionen anschaffen.