Die Kaserne Reppischtal lebt. Hin und her laufen Männer im Tarnanzug, einige sind für die Organisation der Entlassungsfeier zuständig, andere warten ab, bis sie von der Armeepflicht befreit werden. Acht Tage lang werden in Birmensdorf Wehrmänner und -frauen aus der Armee und der Militärdienstpflicht entlassen. Diesen Dienstag waren die Unteroffiziere, Gefreiten und Soldaten aus den Bezirken Dietikon und Horgen dran.

Am Morgen gaben sie ihre persönliche Ausrüstung wie etwa Waffen, Schutzmasken und Helme ab. Das Verfahren begann beim Check-in, wo das Aufgebot und das Dienstbuch vorgewiesen wurden. Dann mussten die Soldaten ihre Waffen – die sie auch erwerben konnten – und andere Zubehöre wie das Magazin, Putzzeug und Bajonett abgeben. Einige Artikel konnten die Soldaten behalten, andere mussten sie abgeben. In der Kaserne sammelten sich zahlreiche Feldflaschen und Gamellen. An den Taschenmessern und den Schlafsäcken hielten die Wehrmänner fest.

Am Mittag wurden die 358 Teilnehmer in der Formation entlassen. Kreiskommandant Daniel Bosshard grüsste die Männer und Frauen in der Mehrzweckhalle. Sie hätten ihre Pflichten erfüllt. «Einige von Ihnen waren vier Jahre lange in der Armee, andere über zehn Jahre. Sie haben sich für die Sicherheit des Landes entschieden, statt Zivildienst zu leisten», sagte er.

«Die Leute sind auch froh, dass sie nach der Entlassung mehr Platz im Keller haben.»

Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) schwärmte in einer Ansprache von der eigenen Zeit in der Armee: «Die guten Sachen bleiben in Erinnerung, das Schlechte geht vergessen.» Der Finanzdirektor erkannte auch die Freude der Männer und der zwei Frauen. «Ihr findet die Entlassung gut. Ich kann es nachvollziehen. Mir ging es ähnlich.» Über die Feier sagte er: «Es ist wichtig, unseren Leuten mit einem Anlass zu danken. Und sie sind auch froh, dass sie nach der Entlassung mehr Platz im Keller haben», sagte er und lachte.

Von den entlassenen Wehrmännern stammen 132 Personen aus dem Bezirk Dietikon und 168 aus dem Bezirk Horgen. Die beiden Frauen sind im Zürichsee-Gebiet wohnhaft. Durchschnittlich sind die Soldaten zwischen 25 und 35 Jahre alt. Zum Abschluss der Feier spielte das Blasorchester der Polizei Michael Jacksons «Thriller». Danach wurde getrunken, gefeiert und sogar ein paar Selfies im Social-Media-Corner der Halle wurden geschossen.