Homestory

120 Quadratmeter hat er für sich alleine: So luxuriös lebt der Bachelor in Dietikon

Patric Haziri blickt von seiner 4,5-Zimmer-Wohnung im sechsten Stock über die Dächer Dietikons. Beim Hausbesuch spricht er über seine Ordnungsliebe, warum sein Grosi ein Superstar ist und dass er von viel nackter Haut nur wenig hält.

«Kannst du bitte die Schuhe ausziehen», sagt Patric Haziri, als er die Türe mit einem breiten Lächeln öffnet. Der Blick auf das gepflegte Parkett lässt erahnen, dass der Hausherr Wert auf einen schönen Boden legt. Hell, schlicht, edel und aufgeräumt: So präsentiert sich die 120 Quadratmeter grosse 4,5-Zimmer-Wohnung des Bachelors im Zentrum Dietikons. Sie besticht durch ihre grosszügigen Fensterfronten.

Die Sicht vom sechsten Stock reicht nicht nur über die Dietiker Dächer. Vom Gäste- und Schlafzimmer blickt man an der St.-Agatha-Kirche vorbei bis nach Zürich. Der Prime Tower ist von weitem zu erkennen. «Wenn die Dächer im Winter verschneit sind, ist die Sicht besonders schön. Und wenn es im Herbst neblig ist, fühle ich mich wie im Himmel, weil ich rundherum nur weiss sehe.» Sein Lieblingsort sei das Sofa, sagt Haziri und lässt sich auf die beige-farbene Couch plumpsen. Hier lese er Zeitung, schaue nach draussen, habe seine Ruhe und fühle sich gleichzeitig mit der Welt verbunden.

Lieblingsort Sofa: Die 4,5-Zimmer-Wohnung von Bachelor Patric Haziri ist elegant, schlicht und sehr aufgeräumt.

Lieblingsort Sofa: Die 4,5-Zimmer-Wohnung von Bachelor Patric Haziri ist elegant, schlicht und sehr aufgeräumt.

Die Kissen sind sorgfältig auf dem Sofa drapiert. Den Salontisch zieren ein Mini-Kuhfell, eine Holzschale, Reise- und Modemagazine sowie ein Untersetzer aus Stoff mit einem Emoji-Smiley drauf, das die Zunge herausstreckt. «Den habe ich in Singapur in einem Restaurant gesehen. Weil ich ihn cool fand, haben mir die Wirte den Untersetzer geschenkt», erzählt Haziri.
Staub oder ein Chaos sucht man beim bekanntesten Junggesellen der Schweiz vergebens. Die Wohnung sieht aus, als entstamme sie einem Luxus-Einrichtungskatalog. Bei genauem Hinsehen finden sich aber einige Details, die dem Reich des Bachelors eine persönliche Note verleihen. So etwa der goldene Gartenzwerg, der auf dem Holzesstisch steht und die Besucher, die zur Tür reinkommen, frech mit erhobenem Mittelfinger begrüsst. Ins Auge sticht auch das Schneidebrett in der offenen Wohnküche, auf dem «Ich hab mich umgesehen, wir sind die Geilsten hier» zu lesen ist.

Kochen tut er hier nur selten, lieber geht er auswärts essen. «Wenn Freunde oder die Familie vorbeikommen, kaufe ich ein und wir kochen zusammen», sagt Haziri. Er sei meistens der Handlanger für seine Mutter oder sein Grosi. «Da meine Eltern ein Brezelunternehmen führen, habe ich aber schon Ahnung vom Kochen. Ich habe aber keine Zeit, zwei bis drei Stunden in der Küche zu stehen.»

Höchstens ein Tohuwabohu in einem Zimmer

Die Sonne scheint durch die halbgezogenen weissen Fensterläden. Auch jetzt kommt kein Staubkorn zum Vorschein. «Ich habe es gerne ordentlich und sauber», sagt der 29-Jährige und lacht. Auf eine Putzhilfe verzichtet er. Gesaugt und gereinigt wird im Hause Haziri selbst. Er komme im Leben besser zurecht, wenn alles aufgeräumt sei und seinen Platz habe. «Ich bin beruflich und privat viel unterwegs im In- und Ausland. Wenn ich nach Hause komme, will ich mich wohlfühlen», sagt der Immobilienbewirtschafter. Deshalb ist es ihm wichtig, dass die Frau an seiner Seite diese Ordnungsliebe teilt. Für die grosse Liebe würde er aber Kompromisse eingehen. «Wenn sie ihr Tohuwabohu auf ein Zimmer beschränken kann, würde ich mich damit abfinden», sagt Haziri und blickt zum Bildschirm an der Wand. «Der Fernseher ist eher eine Attrappe, ich schaue fast nie fern.» Einzig wenn Freunde zum Fussballschauen vorbeikämen, stehe der TV im Einsatz. Und natürlich, wenn er die Bachelor-Folgen zu Hause anschaue.

Seit Ende Oktober kämpfen liebestolle Frauen in Thailand um das Herz des Dietikers und unterhalten die Zuschauer jeden Montagabend mit derben Sprüchen und Fremdschäm-Momenten. Mittlerweile sind noch neun Kandidatinnen im Rennen. Haziri ist soweit zufrieden mit seinen TV-Auftritten. «So wie ich in der Sendung rüberkomme, so bin ich auch», betont er. Bisher habe er nur gute Resonanzen von Freunden und Familie erhalten. Er gebe sich authentisch und wirke nicht arrogant, lautet deren Fazit.

Freude hat Haziri, dass auch der Rest der Nation ihm gerne beim Flirten und Knutschen zusieht. Die erste Folge hat dem TV-Sender 3+ den besten Staffelbeginn seit Sendestart vor sieben Jahren beschert. Die Medienpräsenz macht sich auch in Haziris Alltag bemerkbar. «Ich kann nicht mal mehr zu einer Tankstelle gehen, ohne für ein Selfie posieren zu müssen.» Der Rummel um seine Person mache ihm aber nichts aus. «Mehr damit zu kämpfen hat mein Grosi. Seit sie in der ersten Folge einen Auftritt hatte, wird sie dauernd angesprochen. Sie ist bekannter als ich», sagt Haziri und lacht.

Das für ihn wertvollste Möbelstück in seiner Wohnung hat er von seiner Grossmutter bekommen. Es ist eine antike Holzkommode, die im Korridor neben dem Eingang steht. «Das ist ein Erbstück. Meine Grossmutter hat es von ihrem Grossvater erhalten», sagt Haziri. In seinem Ankleidezimmer, das von zwei grossen Spiegelschränken dominiert wird, liegt eine Louis-Vuitton-Reisetasche auf einem Sitzsack in der Mitte des Raums. Einzig der Staubsauger in der Ecke trübt das Bild des perfekt eingerichteten Zimmers. «Die eine Seite ist noch leer, hier hätte es Platz für die Kleider meiner zukünftigen Freundin», sagt Haziri und öffnet eine der vielen Schranktüren.

«Das ist ein Erbstück. Meine Grossmutter hat es von ihrem Grossvater erhalten», sagt Haziri.

«Das ist ein Erbstück. Meine Grossmutter hat es von ihrem Grossvater erhalten», sagt Haziri.

Verdächtiger roter Nagellack auf dem Bürotisch

Anzeichen dafür, dass bereits eine der Bachelor-Kandidatinnen eingezogen ist, gibt es nicht. Einzig ein Döschen mit rotem Nagellack auf dem Pult im Ankleidezimmer scheint verdächtig. Doch Haziri hat sofort eine Erklärung parat: «Den habe ich an einer Halloween-Party als Geschenk erhalten. Ich habe mich auch gefragt, was ich damit soll», sagt er und zuckt mit den Achseln. Bei der Dating-Sendung mitzumachen, habe sich für ihn ausgezahlt.
«Ich komme gut damit klar, in der Öffentlichkeit zu stehen und vor vielen Leuten zu sprechen. Das konnte ich früher nie», sagt Haziri. Doch die Drehtage und der Zickenterror am Set seien intensiv gewesen. Auch emotional hätten ihn die Lebensgeschichten der «Ladys» mitgenommen. «Bei den Einzeldates habe ich erfahren, dass einige Frauen schon viel erlebt haben. Nach Drehschluss konnte ich mich dann nicht einfach ins Bett legen, weil mich das Erzählte beschäftigte.»

Die Damen versuchen den Bachelor aber nicht nur mit emotionalen Anekdoten aus ihrem Leben von sich zu überzeugen, sondern auch mit viel Haut und Körpereinsatz. Haziri hält davon jedoch wenig. «Mit nackten Tatsachen überzeugt man mich nicht.» Gemeinsame Interessen und die Einstellung müssten stimmen. Klar küsse er eine Frau, wenn sie den ersten Schritt mache und wenn eine der Damen seine Hände auf ihre Brüste lege, dann ziehe er diese nicht gleich weg. Doch die Initiative komme stets von den Frauen, betont er.
Das Gästezimmer, das durch eine Schiebetüre vom Korridor abgetrennt ist, gibt den Blick auf die Limmattalbahnbaustelle an der Badenerstrasse frei. Auf dieselbe Seite ausgerichtet ist auch Haziris Schlafzimmer. Nichts scheint dem Zufall überlassen. Orchideen, Kerzen und Raumdüfte schmücken den Nachttisch hinter dem Bett. Eingezogen ist der Bachelor 2014 mit seiner Ex-Freundin, mit der er elf Jahre zusammen und sogar verlobt war. Die Trennung habe ihn mehr geschmerzt, als das alleine Wohnen, sagt Haziri. Er geniesse es, wenn er Zeit für sich habe und chillen könne. «Ich hänge sehr an meiner Wohnung.» Für die Richtige würde er sie aber aufgeben. «Wir müssten eine gemeinsame neue Wohnung suchen», sagt Haziri. Denn er ziehe nicht einfach nach Hinterbümpliz.

Schweizer Ordentlichkeit und kosovarisches Temperament

Einmal pro Woche kommt seine Familie vorbei oder er besucht seine Eltern und Brüder, die auch in Dietikon wohnen. Haziri ist mit zwei Kulturen grossgeworden. Sein Vater ist Kosovare, seine Mutter ist Schweizerin. «Ich fühle mich verbundener mit der Schweiz, weil ich hier aufgewachsen bin. Zudem habe ich in St. Gallen eine grosse Familie.» Seine Ordentlichkeit sei sicher schweizerisch. «Doch mein Temperament habe ich meinen kosovarischen Wurzeln zu verdanken.» Er empfinde seine multikulturelle Prägung als Privileg, auch wenn er wegen seines Namens durchaus schon Probleme hatte.

Bevor der Hausbesuch endet, will Haziri noch etwas loswerden. Er zückt sein Smartphone. «Letzten Freitag war ich in Zürich essen. Roger Federer sass im selben Restaurant», sagt er und seine Augen strahlen. Genauso wie auf dem Bild, das ihn und den Tennisprofi zeigt. Da wird sogar der umschwärmte Bachelor selbst zum Fan, der um ein Selfie bitten muss.

Autor

Sibylle Egloff

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