Urdorf

120 Gümmeler feiern Geburtstag: Vor 90 Jahren wurde der Velo- und Mountainbike-Club gegründet

Auf grosser Ausfahrt: Die Urdorfer Velofahrer auf einer ihrer zahlreichen Touren. Einmal im Jahr steht ein Viertagesausflug auf dem Programm. Bilder: zvg

Auf grosser Ausfahrt: Die Urdorfer Velofahrer auf einer ihrer zahlreichen Touren. Einmal im Jahr steht ein Viertagesausflug auf dem Programm. Bilder: zvg

Der Velo- und Mountainbike-Club Urdorf ist vor 90 Jahren gegründet worden. Dies feiert der Verein mit einem Fest an der Urdorfer Chilbi.

Ferdi Kübler war erst 10-jährig, Hugo Koblet ging noch nicht einmal in den Kindergarten, die Tour de Suisse war gar noch nicht erfunden. Vom Velo-Boom, der die Schweiz Ende der 1940er-Jahre erfassen sollte, war noch nichts zu spüren.

Und doch wagten es sechs passionierte Limmattaler Velofahrer, am 22. Dezember 1929 den Velo-Club Urdorf aus der Taufe zu heben. Die Namen der Pioniere: Josef Jsenschmid, Ernst Rüegg, Hans Borr, August Frey, August Schulthess und Otto Ludin, der ehemalige Wirt des Restaurant Krone.

Von Motorradfahrern und Mountainbikern

Walter Schulthess, Bruder von Mitgründer August, war eines der ersten Mitglieder des neuen Klubs, er trat acht Jahre nach der Gründung als 17-jähriger Jungspund bei. «Walti», wie sie ihn im Klub nannten, wohnte in Urdorf und legte den Weg zu seinem Arbeitsplatz in Altstetten selbstredend auf zwei Rädern zurück, im Sommer wie im Winter.

Im Winter 1932, ein Jahr vor der erstmaligen Austragung der Tour de Suisse, unterzog sich der Urdorfer Klub einem ersten Facelifting. Man änderte den Namen, nannte sich fortan «Velo- und Moto-Club Urdorf». «Damals waren auch noch Töfflifahrer im Verein», erklärt Vereinsaktuar Hans Jürg Büschlen. «Aber in den 1960er-Jahren war damit auch schon wieder Schluss.» Dennoch blieb die Bezeichnung für sage und schreibe 77 Jahre unangetastet. Erst im Jahr 2009 unter der Ägide von Präsident Silvan Betschart folgte die nächste Namensanpassung, aus Anlass des 80-Jahr-Jubiläums nennt man sich seither Velo- und Mountainbike-Club Urdorf.

Eine Beitrittserklärung vom März 1931.

Eine Beitrittserklärung vom März 1931.

«Wir durften immer mehr Mountainbiker in unserem Verein begrüssen, eine Namensänderung schien uns da sinnvoll», blickt Felix Louis zurück. Louis präsidiert den Klub seit 2013 und darf sich über einen anhaltenden Mitgliederzuwachs freuen. «Wir sind sehr zufrieden, wie sich unser Verein entwickelt», meint denn auch Aktuar Büschlen. «Wir dürfen immer wieder neue Personen bei uns willkommen heissen.»

Aktuell zählt der Velo- und Mountainbike-Club Urdorf knapp 120 Mitglieder, 45 davon gehen als Aktive immer wieder mit auf Touren. Auf der Strasse und Querfeldein. Der Altersdurchschnitt beträgt stolze 55 Jahre. «Ein paar jüngere Velobegeisterte würden wir gerne aufnehmen», meint Präsident Louis schmunzelnd.

Im Sommer und Winter geht es auf das Rad

Das Jahresprogramm hat es in sich. So wird jeden Samstag eine Ausfahrt durchgeführt, im Sommer mit dem Rennvelo, im Winter mit dem Mountainbike. Einmal pro Jahr geht es in ein Trainingslager, zudem wird jährlich eine Viertagestour durchgeführt. Geselligkeit findet ebenfalls Platz bei den Urdorfern, am jährlichen Event dürfen auch Passivmitglieder teilnehmen.

Der langjährige Präsident Heinz Hinteregger 1957.

Der langjährige Präsident Heinz Hinteregger 1957.

Quasi zum Start in den Veloherbst absolvierten die Limmattaler kürzlich ihre grosse Mountainbike-Ganztagestour im Raum Wetzikon, 60 Kilometer galt es zu absolvieren, 1100 Höhenmeter inklusive. «Wer nicht die ganze Strecke fahren wollte, wählte eine abgekürzte Route», so Büschlen. Es ist eben nicht jeder im Team ein Nino Schurter.

Wer mit den Urdorfer Velofahrerinnen und Velofahrern auf ihren runden Geburtstag anstossen möchte, kann dies am Wochenende vom 27. bis zum 29. September tun. Wie jedes Jahr verwöhnen die Gümmeler an der Urdorfer Chilbi die Gäste in ihrem Fisch-Beizli mit kulinarischen Höhenflügen. Warum gibt es eigentlich jedes Jahr Fisch? «Früher führte der Fischerverein dieses Beizli, vor etwa 25 Jahren übernahmen wir Velofahrer. Den Leuten schmeckt es, warum sollten wir etwas ändern», fragt Aktuar Büschlen rhetorisch.

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