Knapper hätte das Ergebnis kaum ausfallen können – nur gerade 12 Stimmen machten gestern in Urdorf den Unterschied. Insgesamt 1152 Stimmberechtigte sprachen sich für den 1,9-Millionen-Franken-Kredit für einen Ersatzneubau des Kindergartens Feld aus, 1164 Stimmberechtigte waren dagegen und behielten somit die Überhand. Die Stimmbeteiligung betrug 39,4 Prozent; 2360 Personen hatten abgestimmt.

Das Resultat passt durchaus zur Vorgeschichte der Vorlage für den Neubau des Kindergartens Feld. Denn bereits im März vergangenen Jahres scheiterte die Schulpflege mit einem ersten Projekt. Für 3,4 Millionen Franken hätte ein Neubau mit Abwartswohnungen erstellt werden sollen. Es sei zu teuer und habe den falschen Standort, monierten die Gegner damals.

Guten Mutes stellte die Schulpflege an der Gemeindeversammlung vom vergangenen November dann ein neues Projekt vor. Für 1,9 Millionen Franken sollte der dringend benötigte Schulraum erstellt werden. Verzichtet wurde unter anderem auf den Bau einer Wohnung für den Hauswart. Lange sah es danach aus, als würde die Schulpflege mit dem redimensionierten Projekt reüssieren. «Das ist fast eine sichere Sache», liess etwa CVP-Ortsparteipräsident Danilo Follador im Vorfeld der Gemeindeversammlung verlauten. Einzig die FDP und die EVP waren noch immer kritisch.

Zwar winkte die Gemeindeversammlung vom 26. November den Kredit mit 87 der 161 Stimmberechtigten durch, aber auch der Antrag auf Urnenabstimmung wurde angenommen.

Kosten als Knackpunkt

Zu den Gegnern des Kindergarten-Projekts, der EVP und der FDP, kam neu auch die GLP. Noch immer seien die Kosten von 1,9 Millionen Franken für ein eingeschossiges Gebäude zu hoch, monierte sie. Derweil waren die SVP, SP und CVP für das Projekt und hielten es für eine gelungene Lösung. Die Kosten seien gerechtfertigt, hiess es vonseiten der Befürworter.

«Dieses Resultat erstaunt mich sehr», sagte der Urdorfer Schulpräsident Stefan Zehnder gestern. Er könnte sich die – wenn auch nur knappe – Ablehnung nicht erklären und habe stark mit Zuspruch aus der Bevölkerung gerechnet. Zehnder ist sich sicher, dass die Kosten wiederum der Knackpunkt waren: «Die Mehrheit der Urdorfer und Urdorferinnen will dort etwas Günstigeres errichten lassen», sagt er. Die Schulpflege müsse das Resultat zwar erst analysieren, aber er denke kaum, dass andere Gründe zur Ablehnung geführt hätten. Zwar sei der Zustand der Liegenschaft verheerend schlecht, doch müssten die Kindergärtner noch mindestens ein Jahr im jetzigen Bau unterrichtet werden.

Sparpotenzial: 300'000 Franken

Viel Sparpotenzial sieht Zehnder bei einem neuen Projekt nicht. «In der Vorstudie war ersichtlich, dass man mit dem Bau eines Provisoriums die Kosten um 200 000 bis 300'000 Franken hätte senken können», sagt er. Doch Kosten von etwa unter einer Million Franken, die von den Gegnern des Projekts in Umlauf gebracht worden seien, seien illusorisch.