Es hatte doch alles so gut begonnen für den FC Dietikon. Der Tabellenführer der 2. Liga interregional legte im Heimspiel gegen den FC Olten, seinerseits tief im Tabellenkeller festsitzend, los wie die Feuerwehr. Die Offensive um Regisseur Gianluca D’Angelo und den wirbligen Blazenko Klaric erspielte sich in den Startminuten Chancen am Laufmeter. Eine davon nutzte Mittelfeldakteur Dino Duvnjak in der 10. Minute zur frühen Führung für die Hausherren. Klaric bediente den im Strafraum freistehenden Duvnjak umsichtig von der linken Grundlinie, dieser bekundete keine Mühe, zum 1:0 einzuschieben.

Weil Aleandro Norelli und zweimal Klaric am starken Oltner Schlussmann scheiterten, lag der FCD nach einem fulminanten Beginn auf der Dornau nicht höher in Führung. Die von den ehemaligen Schweizermeistern Ryszard Komornicki und Petar Alexandrov trainierten Oltner nahmen zu Beginn bestenfalls eine Statistenrolle ein.

Platzverweis als Stimmungskiller

Dies änderte sich in der 13. Minute schlagartig: FCO-Stürmer Luca Schifferle konnte von einem Stoppfehler im Dietiker Aufbauspiel profitieren und stürmte auf das Tor von Alpay Inaner zu. Dieser vermochte den Oltner kurz vor der Strafraumgrenze nur noch regelwidrig zu stoppen — dem Schiedsrichter blieb nichts anderes übrig, als den Torhüter vom Platz zu stellen. «Für mich war die Entscheidung ein wenig zu hart, aber so ist das nun eben manchmal im Fussball. Ich habe meinen Spielern in der Pause auch gesagt, dass solche Situationen einfach dazugehören», gab FCD-Trainer João Paiva zu Protokoll.

Das Offensivfeuerwerk des FC Dietikon fand durch diese Unterzahlsituation ein jähes Ende, auch weil Torjäger Norelli seinen Platz für Ersatztorhüter Kader Abubakar räumen musste. Dieser setzte sich sogleich in Szene: Den fälligen Freistoss kratzte er mit einer Flugparade aus dem Winkel. Auch sonst war Abubakar stets ein sicherer Rückhalt, liess sich bei seinem unverhofften Saisondebüt nichts zu Schulden kommen und war so vermutlich der einzige Dietiker, der mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause ging.

Denn in der Folge stellte der FC Dietikon seinen Offensivbetrieb nahezu ein und versuchte, die knappe Führung mit zehn Mann zu verteidigen. Weil auch den Gästen im Angriff bis tief in die zweite Halbzeit hinein wenig einfiel, verkam das Spiel zu einem zähen, von Fouls und Nichtigkeiten geprägten Kick. «Die Jungs haben fast achtzig Minuten zu zehnt toll gekämpft. Aber es ist auch klar, dass sie zu früh akzeptiert haben, dass sie in Unterzahl sind und sich darum zu sehr auf das Verteidigen beschränkt haben», kommentierte Paiva die Leistung seines Teams.

Chance genutzt

Der FC Olten blieb seiner Rolle als klassischer Underdog trotz Überzahl treu, spielte engagiert und kampfbetont und wartete beständig auf seine Chance. Die Paiva-Elf hingegen versäumte es, das Spieldiktat wieder an sich zu nehmen, sondern sehnte spürbar den Schlusspfiff herbei. Und so kam es, wie es kommen musste: In der 75. Minute erreichte ein Steilpass den enteilten Avni Halimi, der den Ball zum verdienten 1:1 versenkte. Nach dem Gegentor bäumte sich der FCD noch einmal auf, der Siegtreffer wollte jedoch nicht mehr gelingen. Als tief in der Nachspielzeit ein letzter Freistoss aus dem Oltner Strafraum gefaustet wurde, war ein ärgerlicher Punktverlust für den FCD besiegelt.

Die gute Nachricht: Weil Wettingen am Sonntag bei Aegeri nur ein 2:2 erzielte, hat der Punktverlust keine direkten Konsequenzen für die Limmattaler, sie bleiben trotz des Stolperers gegen Olten Tabellenführer.