Limmat Tower

«100 Meter hätte es schon ertragen» - Der Limmat Tower möchte zum Himmel

Drei Jahre lang haben zeitgleich bis zu 500 Arbeiter den markanten Turm aus dem Boden gehievt. Bevor Mitte November plangemäss die ersten Bewohner einziehen, haben wir uns noch einmal im Limmat Tower umgeschaut.

Der Bau eines Hochhauses ist ein logistischer Drahtseilakt – ebenso der Besuch einer entsprechenden Baustelle. Am Eingang der Tiefgarage empfängt uns eine Eskorte von Sicherheitskräften und führt uns durch die Tiefgarage hindurch zu einem Lift. Die Route, die wir begehen dürfen, ist genau festgelegt, sodass die Besichtigung keine Bauarbeiten behindert. Mario Ercolani, Leiter Baumanagement bei der Halter AG und verantwortlich für sämtliche Baufelder des Limmatfelds, betritt den Lift und drückt auf den Knopf mit der Nummer 25. Erster Halt: die 80 Meter über dem Boden gelegene Dachterrasse des Limmat Towers.

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Limmattower Quiz

Die letzte Etage zum Dach hinauf muss zu Fuss zurückgelegt werden. Rund um den fünfeckigen Vorraum in den höchsten zwei Stockwerken entstehen acht luxuriös ausgestattete Penthouses, deren Bewohner exklusiven Zugang zur Dachterrasse geniessen werden. Zwei Monate vor Bezug der ersten Wohnungen sieht es hier noch nicht gerade wohnlich aus: Der Innenausbau fehlt noch komplett, überall nackter Beton und viel Staub. Doch ist man auf Kurs: «Auch weil wir einen warmen Winter hatten, werden die Bauarbeiten pünktlich abgeschlossen sein», sagt Ercolani.

Prunkstück des Projekts

Im Vergleich zum Innern des Turms erstrahlt die Dachterrasse, das Prunkstück des Bauprojekts, bereits in vollem Glanz. Wie bei den meisten Hochhäusern in der Stadt Zürich war ursprünglich keine begehbare Terrasse geplant. Eine technische Lösung hat dies nun aber doch ermöglicht: Da die Fassadenbefahranlage, die zur Reinigung und Enteisung der Fassade gebraucht wird, dem Rand entlang passieren können muss, müssen Teile der Terrasse umgebaut werden können.

360°-Panorama vom Limmat-Tower-Dach.

360°-Panorama vom Limmat-Tower-Dach.

Viele Käuferinnen und Mieter waren offenbar sofort überzeugt von den Vorzügen des Neubaus. «Gleich nach unserem Vermarktungsstart haben wir bereits 25 Wohnungen ab Plan verkauft», erzählt Ercolani. Dann geschah eine Weile nichts. Weitere Kaufschübe gab es, als nach eineinhalb Jahren eine Musterwohnung eingerichtet worden war und als Interessenten sich gegen Ende der Bauphase selbst von der neuen Adlerperspektive aufs Limmattal überzeugen konnten. Noch zu haben sind einzig zwei Eigentums- in der obersten Etage sowie fünf Mietwohnungen.

Im Gegensatz zu einigen Beispielen aus Zürich lässt sich Hochhaus-Wohneigentum in Dietikon ausserordentlich gut verkaufen. «Bei den Wohnungen hatten wir teilweise sogar Wartelisten», sagt Ercolani. Wieso das so ist, kann er sich einfach erklären: «Hier erhalten Sie die gleich hohe Qualität wie in einem Zürcher Hochhaus, aufgrund des Standorts Dietikon jedoch zum halben Preis.» Dennoch hat Halter am Anfang intensives Branding betrieben, um den Ruf des Standorts Dietikon aufzubessern, betont Ercolani.

Loggia, Edelparkett und Naturstein-Plättli: Rundgang durch eine der Wohnungen mit Mario Ercolani, Leiter Baumanagement Limmat Tower.

Loggia, Edelparkett und Naturstein-Plättli: Rundgang durch eine der Wohnungen mit Mario Ercolani, Leiter Baumanagement Limmat Tower.

In den unteren Stockwerken des Towers werden Büros und Geschäfte einquartiert. Vonseiten des Gewerbes ist die Nachfrage jedoch bedeutend geringer als von Privatpersonen. Bezüglich der Ladenlokale im Erdgeschoss ist laut Halter noch keine Vermietung spruchreif. Und im Bau des Architekten Max Dudler entlang der Überlandstrasse war ursprünglich ein Hotel geplant. Weil die Branche nach der Finanzkrise aber ins Schlingern geriet, beherbergt auch dieser Bau nun Wohnungen.

Hochhaus-Feeling

Wie sich das Leben im Limmat Tower anfühlt, wird vor allem an einem Ort spürbar: Unser zweiter Halt ist die Musterwohnung im achten Stock. «Ab hier kommt langsam Hochhaus-Feeling auf», meint Ercolani. Sofort fällt der ungewöhnliche Grundriss der Wohnung mit nur wenigen rechten Winkeln auf. Abgesehen von einem anderen Raumgefühl hat die Sternform des Turms auch technische Vorteile: Im Gegensatz zu den meisten Hochhäusern mit Minergie-Standard saugt die Belüftungsanlage im Limmat Tower die Luft an der Fassade an, wodurch mehr Nutzfläche entsteht.

Andernorts benötigt ein Hochhaus jedoch auch zusätzliche Technik: Ein Blick hinter eine vermeintliche Schranktüre zeigt einen mächtigen Strang an Kabeln, der an der Wohnung vorbei in die Tiefe führt. Auch an die Sicherheit stellt ein Hochhaus spezielle Ansprüche: Der Limmat Tower verfügt etwa über einen Lift, der nur im Brandfall zum Einsatz kommt.
Einen letzten Halt machen wir im Innenhof vor dem Bau von Harry Gugger, wo bald das Alterspflegezentrum Senevita mit 122 Pflegezimmern und Gastronomie einziehen wird. Ercolani schaut am Turm hoch und meint schmunzelnd: «100 Meter hätte es schon ertragen, finden Sie nicht?» Mit dem Gesamtprojekt Limmatfeld sei er aber sehr zufrieden. Er könnte sich gut vorstellen, dass im Limmattal in Zukunft ähnliche Projekte möglich sind.

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