Wer von den Bergdietikern befürchtet hat, dass er den 1. August möglicherweise alleine zu Hause verbringen muss, kann beruhigt sein. Zwar gibt es dieses Jahr keine offizielle Bundesfeier im Dorf (die Limmattaler Zeitung berichtete), dafür organisiert der Bergdietiker Schützenverein ein Fest. Ein ganz «schlichtes, einfaches», wie Vereinspräsident Jürg Feuerstein auf Anfrage sagt. So gibt es weder eine 1.-August-Rede noch musikalische Unterhaltung, wie sie bei anderen Bundesfeiern zum Rahmenprogramm dazugehören. «Die Leute sollen a cappella singen», sagt Feuerstein.

Es gehe bei der Feier um das «gemütliche Beisammensein, um Cervelats zu essen und Bier zu trinken». Geplant ist auch ein Funken, den die Schützen auf der Wiese vor ihrem Vereinshaus im Ried anzünden wollen. «Der Pächter der Wiese hat uns dafür die Erlaubnis erteilt.» Allerdings dürfte das Festfeuer nach heutigem Kenntnisstand ins Wasser fallen: Im Kanton Aargau gilt bis auf weiteres ein Verbot von offenen Feuern und Feuerwerk in Wäldern und in einem Abstand von weniger als 200 Metern zu Waldrändern. Das Schützenhaus liegt in der Nähe eines Waldes.

Gemeinde begrüsst Engagement

Nach der Streichung der offiziellen habe sich die Organisation einer eigenen Feier aufgedrängt, sagt Feuerstein. «Wir haben ja bereits in den letzten Jahren beim Schützenhaus immer etwas auf die Beine gestellt.» Wie in den letzten Jahren gehe es um etwa 17 Uhr los. «Vielleicht auch um 16.30 Uhr.» Die letzten 1.-August-Feiern seien gut besucht gewesen. «Es kamen jeweils um die 50 Leute.» Neben der «eingeschworenen Gesellschaft», die den Anlass regelmässig besuche, seien auch neue Gesichter willkommen.

Die Gemeinde «begrüsst natürlich» das Engagement der Schützen, wie Gemeindeschreiber Patrick Geissmann sagt. Der Gemeinderat hatte im Februar darüber informiert, künftig keine offizielle Bundesfeier mehr durchzuführen. Als Begründung nannte er das fehlende Interesse in der Bevölkerung. Wie es in der damaligen Mitteilung hiess, sei das Fest in den letzten Jahren von etwa 50 bis 70 Personen besucht worden. Das stelle im Verhältnis zur Einwohnerzahl eine sehr niedrige Beteiligung dar. Dem Entscheid, künftig auf ein Fest am 1. August zu verzichten, war eine Befragung der Bergdietiker vorausgegangen. In dieser bekundeten noch 41 Prozent der Bergdietiker ihr Interesse an dem Brauch.

Schützen brauchen keine Hilfe

Die Gemeinde wies damals auch darauf hin, dass sie interessierten Vereinen die Infrastruktur wie Zelte oder Festmobiliar zur Verfügung stelle. Auf diese Unterstützung ist der Schützenverein nicht angewiesen. «Wir bezahlen das aus der eigenen Kasse», sagt Feuerstein. Das Fest werde den Verein nicht reich machen, aber kostendeckend sein. Auch ums Aufräumen sind die Schützen besorgt. Man werde am Sonntag die Umgebung des Schützenhauses säubern, sagt Feuerstein. «Die Bauern haben wenig Freude, wenn in ihren Wiesen Müll liegt.»