Zürich

Regierungsrat soll sich für alternativen Stadion-Standort einsetzen

Weil der Bau des Hardturm-Stadions vielleicht ein weiteres Mal vors Volk kommt, soll sich der Zürcher Regierungsrat rechtzeitig für einen alternativen Standort einsetzen, allenfalls auch ausserhalb der Stadt. Dies fordern CVP-Kantonsräte in einem Postulat.

Die IG Freiräume Zürich West kündigte kürzlich an, gegen den Stadion-Gestaltungsplan das Referendum zu ergreifen. Dieser wird voraussichtlich am 23. Oktober im Zürcher Gemeinderat behandelt.

Wird er gutgeheissen, will die IG gleich danach mit der Unterschriftensammlung beginnen. Kommen mindestens 2000 Unterschriften zusammen, gibt es eine weitere städtische Volksabstimmung. Dies wäre wahrscheinlich im Herbst 2020 der Fall.

Dass auch der neueste Versuch, ein Stadion zu bauen, nicht von Erfolg gekrönt sein dürfte, ist für Kantonsparlamentarier der CVP bedauerlich. Es müssten deshalb dringend schon alternative Standorte geprüft werden, schreiben sie in ihrem Postulat, das am Mittwoch publiziert wurde. Diese könnten auch ausserhalb der Stadt liegen.

So solle sichergestellt werden, dass im Fall eines Scheitern des städtischen Stadionprojektes frühzeitig Alternativen zur Verfügung stehen. Als Möglichkeit nennen die Parlamentarier die bereits einmal vorgebrachte Idee, das Stadion auf dem Rangierbahnhof Limmattal zu bauen. Die Erschliessung über die geplante S-Bahnstation Silbern wäre ihrer Meinung nach geradezu ideal.

Der Vorstoss wird nun in einer der nächsten Kantonsratssitzungen behandelt. Dann wird die Regierung Stellung dazu beziehen.

Die IG fordert einen Park

Der Bau eines neuen Fussballstadions ist eine fast endlose Geschichte. Bereits 2003 bewilligten die Stimmberechtigen das erste Projekt mit dem Namen «Pentagon». Es kam aber nie zustande. 2013 lehnte das Volk schliesslich ein städtisches Projekt ab.

Das nun an der Urne bewilligte Projekt «Ensemble» sieht auf dem rund 55'000 Quadratmeter grossen Areal 174 Genossenschaftswohnungen vor, ein Stadion für rund 18'000 Zuschauer und zwei 137 Meter hohe Wohn- und Bürotürme mit rund 570 Wohnungen vor. Die Investitionen belaufen sich auf rund 570 Millionen Franken.

Die IG Freiräume Zürich West fordert «die Gestaltung des Areals mit gemeinnützigem Wohnungsbau sowie einem grossen Park für Spiel, Breitensport, Naherholung und Kultur». Ihrer Ansicht nach hat das Bauprojekt «kaum urbane Qualitäten». Zudem bewirkten Hochhäuser mit teuren Wohnungen «nur eine Scheinverdichtung».

Meistgesehen

Artboard 1