Schade, dass nicht mehr Zuschauer dabei waren, als der Künstler und Radiomoderator Reeto von Gunten am Wochenende in Dietikon sein neuestes Soloprogramm präsentierte. Der Gemeinderatsaal im Stadthaus füllte sich nur langsam und viele Plätze waren leer geblieben, als Reeto von Gunten zur Tür hereinkam und sich auf einen Stuhl mitten auf der Bühne setzte. Dennoch wurde der Solokünstler sofort mit einem herzlichen Applaus begrüsst.

Nach den Abendprogrammen «iSee» und «iSee more» tourt Reeto von Gunten nun mit der dritten Ausgabe seiner kreativen Diashow «iSee three» durch die Schweiz. Zu verschiedenen Themen waren auf einer weissen Leinwand schräge und unterhaltsame Bilder zu sehen, die von Gunten mit einer geballten Ladung Humor kommentierte. Mitunter sehr Persönliches gab der Radiomoderator an diesem Abend preis.

«Ich bin sie links auf dem Bild», scherzte von Gunten und zeigte auf ein Foto, bei dem er als Teenager mit grimmigen Gesicht und langen Haaren in die Kamera blickte und gestand: «Ich kann mich auch hinter meiner Radiostimme, die jeden Sonntagmorgen auf SRF3 zu hören ist, rein visuell nerven.»

Der 53-jährige von Gunten gestand zudem, dass es ihn nervt, wenn ein Zebrastreifen nicht ganz gerade, oder eine Abtrennung zum Trottoir nicht exakt gemalt ist: «Ich kann mich aufregen, weil ich mich darin übe, mich aufzuregen.»

Politisch zeigte sich von Gunten, als er das blaue Schild mit dem berühmten Hinweis «rechts stehen, links gehen», welches man bei Rolltreppen antrifft, kommentierte: Hier sei alles, was Politik ausmacht, vereint, sagte er.

Mit offenen Augen durch die Welt

Manche Besucher staunten darüber, mit welchen einfachen Mitteln von Gunten es schaffte, Dinge auf den Punkt und das Publikum zum Lachen zu bringen. «Ich besitze die Kulturkarte der Stadt Dietikon und liess mich vom heutigen Programm überraschen», sagte eine Dietikerin, die in der Pause zusammen mit ihrem Mann an einem der Bartische verweilte. «Ich habe keines seiner Vorprogramme gesehen, aber man muss schon mit offenen Augen durch die Welt gehen, um zu sehen, was von Gunten alles wahrnimmt.»

In der Tat zeigte von Guten in seinem Programm alltägliche Dinge, an denen man normalerweise vorbeieilt und deren zweite Bedeutung man erst bei genauerem Hinsehen entdeckt. So zum Beispiel eines seiner unverkennbaren «Removables», die in der Pause gekauft werden konnten. Es sind weisse Klebestreifen mit einfallsreichen Sprüchen, die er bereits an den verschiedensten Orten in der Schweiz angebracht hat, um einem einfachen Plakat oder Gegenstand einen anderen Sinn zu geben.

Dass er herzhaft gelacht habe, bestätigte auch ein weiterer Besucher aus Dietikon, bevor er im Saal verschwand, um wieder in die originelle Welt von Reeto von Gunten einzutauchen: «Gekannt habe ich ihn nicht, aber seine Fotos sind wirklich lustig.»