Dietikon

Rauch quillt durch den Kellerschacht — die Feuerwehr übt mit neuer Struktur

Auf dem Balkon im obersten Stockwerk ertönen Hilferufe. Immer lauter und aggressiver nähern sich Sirenen dem Haus. Jetzt geht es um Leben und Tod – theoretisch zumindest, denn die Feuerwehr Dietikon lud am Samstagnachmittag zur alljährlichen Hauptübung.

Rund 75 Feuerwehrleute waren an diesem Tag im Einsatz. «Alles lief wie geplant», sagte Stabsoffizier Roger Wiederkehr am Schluss zufrieden. Er habe alles minutiös geplant und sei entsprechend angespannt gewesen vor dem Start. Schliesslich sei jedoch alles aufgegangen. «Es sind mehr Leute gekommen als erwartet, der Zeitplan wurde minutengenau eingehalten und es gab keine Verletzungen.»

«Wir wollten einfach mal etwas Neues ausprobieren»

Die Hauptübung wurde dieses Jahr erstmals in drei grössere Teile anstatt mehrere kleine Teile gegliedert. Die Besucher sahen in den letzten Jahren erst Ausbildungsteile, bevor am Schluss die eigentliche Einsatzübung folgte. Mit der neuen Unterteilung dachte sich das Kommando also etwas anderes für das Publikum aus. Wieso? «Wir wollten einfach mal etwas Neues ausprobieren», erklärte Wiederkehr schmunzelnd. Und so begann das Spektakel mit einer eher unauffälligeren Übung: «Öl-Wehr klein», heisst sie im Feuerwehr-Jargon. Oder einfach: «Wie sammelt man eine aus einem Fahrzeug auslaufende, brennbare Flüssigkeit wieder ein?»
Nach einer guten halben Stunde ging es weiter in die Schöneggstrasse zum Bildungszentrum Limmattal. Zwei Autos waren miteinander kollidiert, eine Person in einem der Fahrzeuge eingeklemmt. Die Feuerwehrmänner und -frauen demonstrierten, wie sie in so einem Falle Teile des Autos absägen beziehungsweise mit einer hydraulischen Rettungsschere abschneiden, bis die zu rettende Person sicher aus dem Auto gehievt werden kann.

Hauptübung der Feuerwehr Engstringen

Hauptübung der Feuerwehr

Bei der letzten Übung handelte es sich um die anfangs geschilderte «Brandbekämpfung mit Rettung». Nachdem diese erfolgt und der Keller entlüftet war, startete schon bald der Umzug der Feuerwehr Dietikon von der Bergstrasse zurück zum Feuerwehrdepot hinter dem Stadthaus. Untermalt wurde dieser von der Stadtmusik Dietikon. Zu sehen gab es zudem alte Feuerwehrautos; sogar ein uraltes aus dem Jahre 1928.

Sicherheitsvorsteher Heinz Illi (EVP) lobte all die Feuerwehrleute, die hier freiwillig ihren Einsatz – rund 4500 Übungsstunden im Jahr – leisten: «Ohne sie ginge nichts.» Dennoch würden die Feuerwehr keine Nachwuchssorgen plagen, sagte Illi. «Wir haben stets mehr Leute, als es eigentlich braucht.» Er besuche die Hauptübung nun schon seit 13 Jahren. Als Dietiker gehöre das einfach dazu.

Abwechslungsreiche und kurzweilige Vorführung

Das Ergebnis überzeugte das zahlreich erschienene Publikum mehrheitlich. Der ehemalige Dietiker SVP-Stadtrat Jean-Pierre Balbiani ist jedes Jahr dabei und ihm hat es auch dieses Jahr wieder gefallen. Es sei eine einzigartige Tradition im Kanton Zürich und eine gute Sache. Auch viele ehemalige Feuerwehrleute waren im Publikum zu finden. So etwa der Fourier Daniel Grünig. Er beurteilte die Vorführung als abwechslungsreich und kurzweilig, fand sie letztes Jahr mit dem alten System jedoch spannender. Nichtsdestotrotz sei es eine Tradition, die beibehalten werden müsse.

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