Weniger Ausgaben dank einer effizienteren Organisation des Beschaffungswesens: Dieses Ziel verfolgt der Dietiker Stadtrat auf mehreren Ebenen, wie er in der Beantwortung einer Kleinen Anfrage schreibt. Darin wollte CVP-Gemeinderat Reto Siegrist wissen, was sich seit Sommer 2014 im Beschaffungswesen der Stadt getan hat. Damals stellte der Stadtrat in der Antwort auf ein Postulat in Aussicht, dass «das Beschaffungswesen in Verwaltung und Schule effizienter organisiert werden kann».

Einschränkungen beim Zentraleinkauf

Damit beim Einkauf von Büro- und Verbrauchsmaterialien Ausgabenreduktionen möglich sind, schuf der Stadtrat per 1. Oktober 2017 die personellen Ressourcen für die Koordination von anfallenden Anschaffungen und Dienstleistungen in der Verwaltung und Schule, wie er in seiner Antwort ausführt. Man werde in Zukunft versuchen, Büromaterialien bei Rabatt-Aktionen in grösseren Mengen einzukaufen und diese dann zu lagern, damit nur wenig Material zum normalen Preis eingekauft werden muss. Auch sei es übliche Praxis, bei grösseren Anschaffungen jeweils Konkurrenzofferten einzuholen, was einen besseren Preisvergleich ermögliche.

Der Stadtrat betont jedoch, dass es aufgrund rechtlicher Bestimmungen Einschränkungen beim Zentraleinkauf gebe, da sich Verwaltungsbetriebe an das Submissionsrecht halten müssen, welches es der öffentlichen Hand – im Gegensatz zu der Privatwirtschaft – verbietet, Preis- und Rabattverhandlungen zu führen. Gerade bei der Auftragsvergabe für grosse Beschaffungspunkte, die dem Submissionsrecht unterliegen, sieht der Stadtrat nicht viel Spielraum für Kosteneinsparungen.

Weiterhin separate Einkäufe

Mit der neu gegründeten zentralen Beschaffungsstelle wird nun versucht, die Bemühungen zur Kostensenkung zu intensivieren. Inwiefern sich die Ausgaben damit senken lassen, kann der Stadtrat noch nicht beantworten, denn dazu fehlten wegen der erst kurzen Laufzeit des Projekts noch die Erfahrungswerte. Somit lassen sich die genauen finanziellen Auswirkungen der Einsparungen nicht genau beziffern.

Erschwerend kommt dazu, dass ein komplett zentralisierter Einkauf gerade bei sehr spezifischen Beschaffungspunkten schwierig sei. Dies sei gerade bei Materialeinkäufen für das Alters- und Gesundheitszentrum oder für den Schulbetrieb nur sehr schwer möglich, da man nicht auf das gesamte Einkaufsvolumen zurückgreifen könne. Der Stadtrat schreibt jedoch, dass er durch Einholung von Neuofferten in diesen Bereichen ein Sparpotenzial von bis zu 15 Prozent sehe.

Sparen beim Strom

Grosses Sparpotenzial resultierte aus der Liberalisierung des Strommarktes. Dort konnte die Stadt dank dem Neuabschluss sämtlicher Stromverträge für die Schulhäuser, die Verwaltungsgebäude, das Alters- und Gesundheitszentrum und das Schwimmbad Fondli seit 2016 jährlich knapp 37'000 Franken an Ausgaben einsparen. Im gesamten Ausgabenpunkt Wasser, Energie und Heizmaterial konnten die jährlichen Ausgaben für 2016 im Vergleich zu 2013 gar um 962'000 Franken (entspricht 14,3 Prozent) reduziert werden.