Am Anfang des heute veröffentlichten offenen Briefs sagt Kilchsperger klar, dass die GC-Fans «Scheisse gebaut haben». Er hält fest, dass Demonstrationen heute anders verliefen: «Knaller und Böller führen zu gar nichts mehr.»

Laut Kilchsperger bastelt man in der heutigen Zeit Papierblumen und Pompon-Häschen und reiche sich, während man durch die Strassen zottle, die Hände. «Auf sowas stehen die Leute heutzutage», schreibt er. 

Daraufhin macht er auf das Problem der Fans aufmerksam: «Verbitterter Stolz. Ohnmacht. Schwindende Hoffnung auf Fortschritt. Endloses Siechtum.» Er schreibt, dass diese Tränen des Schmerzes sich nicht in farbigen Regenbogen, sondern in schäbigem Hass gegenüber zum Beispiel den Spielern wiederspiegeln würden. 

Die Fans hätten es nach sieben Spielen mit einem Punkt am 2. März noch friedlich, «Greta-like», versucht. Er bezieht sich hier, wie auch schon zu Anfang des Briefs, auf die Klimaschützerin Greta Thunberg. «Ihr habt die Kurve auf die Haupttribüne gezügelt. ‹Mir sind GC, wer sind ihr!?› gellte es im Stadion», schreibt der in Oetwil wohnhafte GC-Fan. 

Doch die nette Idee, mit den Klub-Bossen ins Gespräch zu kommen, sei an den Trenchcoats der Angeflehten verpufft. Kilchsperger schreibt, dass diese am liebsten nichts mit ihrem Anhang zu tun hätten – «Bierbecher-Allergie oder sowas». 

Weiter schreibt Kilchsperger, dass Stefan Anliker, Präsident des Grasshopper-Clubs, von «wilden Tieren» am Fernsehen sprach.

Kilchspergers Gedanke zu diesen Worten: «Seine Spieler konnte er damit nicht gemeint haben. Erstmals wirkte er richtig angewidert. Was seltsamerweise lustig wirkte. So fühlt der Fan seit vielen Saisons.»

Zum Schluss seines Briefs, den der «Blick» heute veröffentlichte, schreibt er, dass das Klima in Niederhasli nicht mehr zu retten sei und sich bis Saisonende nur noch die Anstandsfrage stelle – «und diese muss die Kurve bestehen. Ohne Pyro. Ohne Papierblumen. Ohne Wenn und Aber.» (mip)