Limmattal

Projekt lanciert: Swiss Tec Ladies fördert junge Frauen

Béatrice Miller (SP) hat das Projekt Swiss Tec Ladies lanciert. (Archiv)

Béatrice Miller (SP) hat das Projekt Swiss Tec Ladies lanciert. (Archiv)

Die Bezirksrätin Béatrice Miller fördert junge Frauen im Bereich Technik und Informatik. Nun ist ihr Projekt Swiss Tec Ladies lanciert.

Technik und Frauen: Ist das noch ein Gegensatz? Ein Thema, das wir noch immer anschneiden müssen? Trotz des Kampfes für Gleichstellung und Emanzipation gibt es in der Geschlechterfrage noch dringenden Handlungsbedarf. Verhältnismässig wenig Frauen wählen Ausbildungen und Berufe in den Bereichen Technik und Informatik.

Die Schlieremer alt Gemeinderätin und heutige Bezirksrätin Béatrice Miller (SP) möchte nun genau diesen Umstand aus der Welt schaffen. Als Leiterin der Nachwuchsförderung Technik hat sie mit der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) das Projekt Swiss Tec Ladies Anfang Jahr lanciert. Es ist das bisher grösste Förderprogramm der SATW. «Das Ziel des Projekts ist, Mädchen zu ermutigen und selbstbewusster zu machen, sodass sie denken: ‹Ich kann das ja eigentlich!›», erklärt Miller.

Junge Frauen trauen sich oft eine Ausbildung und Berufe in Technik und Informatik nicht zu und unterschätzen ihre eigenen Kompetenzen, auch wenn sie begabt sind. Miller sieht dafür zwei Gründe: Einerseits liegt es daran, dass «technisch» von der Gesellschaft grundsätzlich mit «männlich» assoziiert wird und andererseits, dass Mädchen sich tendenziell in wissenschaftlichen Fächern wie beispielsweise Mathematik unterschätzen und Erfolge deshalb als «Glück» interpretieren.

Auch Lehrkräfte sind gefordert

Was kann die Gesellschaft folglich unternehmen, um das Selbstvertrauen der Mädchen zu stärken? Miller betont, dass Lehrerinnen und Lehrer unbedingt darauf verzichten sollten, stereotypisch zu denken. Stattdessen davon ausgehen, dass Mädchen genauso fähig sind wie ihre männlichen Klassenkameraden. Anhand von realen Beispielen, die die Mädchen interessieren, sollte ihnen gezeigt werden, wie wichtig es ist, sich mit Technik oder Informatik zu beschäftigen.

Von klein auf sollten sie etwa in das Reparieren von Velos und das Lesen von Landkarten miteinbezogen werden, um die räumliche Wahrnehmung zu schulen. Junge Frauen werden ermutigt, indem sie Erfolge erzielen, Lob erhalten und Rollenmodelle kennenlernen. Mindestens zwei dieser Aspekte sollten erfüllt werden.

Achtzig Mädchen sind gefragt

Swiss Tec Ladies hilft dabei mit einer zweistufigen Begabungsförderung. Mit einem Online-Quiz können Mädchen, Knaben und Erwachsene spielerisch ihre Fähigkeiten in Technik und Informatik testen. Das Quiz, das seit dem 1. März angeboten wird, beinhaltet fünfzehn Missionen, die eine Geschichte aus dem Alltag erzählen und in die sechs bis acht Fragen eingebettet sind. Wer die Hälfte der zu erreichenden hundertfünfzig Punkte erzielt, nimmt an einer Preisverlosung teil. Auch erhalten alle Teilnehmenden am Schluss eine Mitteilung, in welchen Bereichen sie besonders gute Fähigkeiten haben.

Teilnehmende dürfen die Hilfe einer Suchmaschine oder der Eltern beanspruchen, wodurch es jedem ermöglicht wird, das Quiz auf 1. Sekundarstufe-Niveau erfolgreich zu absolvieren. Gleichzeitig können sich achtzig Mädchen der Jahrgänge 2002 bis 2005, welche die unterschiedlich schweren Fragen meistern, für ein einjähriges Mentoring-Programm bewerben.

Von jedem Jahrgang werden je zwanzig junge Frauen gewählt und den Mentorinnen zugeteilt. Fünfundsiebzig Frauen aus der Technik und der Informatik haben sich gemeldet, um je ein Mädchen in individuellen Aktivitäten zu coachen. Im Moment existiert das Projekt nur auf Deutsch. In Zukunft möchte die SATW es auch auf Französisch und Italienisch anbieten. Bisher haben sich schon 55 Mädchen registriert, die im gesuchten Alter des Mentoring-Programms sind. Swiss Tec Ladies soll ein grosser Schritt in der Förderung von jungen Frauen in den Bereichen Technik und Informatik und wird als ein «Leuchtturmprojekt» angekündigt.

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