Sie verneint. Denn eigentlich habe es sich bei diesem Jahr nicht um ein sonderlich ereignisreiches gehandelt, wie vom Journalisten bemerkt. «Viel eher warteten wir auf Entscheide wichtiger Gremien», präzisiert Margrith Gysel. Aus Sicht der Präsidentin des Vereins Pro Üetliberg, der sich seit 13 Jahren gegen die übermässige Nutzung des Zürcher Hausbergs einsetzt, fielen diese Entscheide stets negativ aus.

Im Januar präsentierte der Regierungsrat seinen festgesetzten Gestaltungsplan Uto Kulm, gegen den Pro Üetliberg gemeinsam mit dem Zürcher Heimatschutz Rekurs einreichte. Dieser wurde jedoch abgelehnt. Der Heimatschutz entschied sich gegen einen Weiterzug, was Pro Üetliberg – der Verein ist nicht beschwerdeberechtigt – ebenfalls keine Alternative zum Rückzug liess.

Im Gestaltungsplan des Regierungsrates wird festgelegt, wie und wann der Üetliberg-Gastronom Giusep Fry die Bergspitze nutzen darf. Während Fry den Plan akzeptierte, kritisierten die Naturschützer die ihrer Ansicht nach zu hohe Anzahl Fahrten, den geringen Lärmschutz auch für die Tierwelt, die Anzahl und Dauer der Events und die Zugänglichkeit der Terrasse für Wanderer. Erfolglos.

Verein übernimmt Kontrollfunktion

Und nun? Ist Margrith Gysel erleichtert, dass es eine verbindliche Rechtsgrundlage gibt, oder noch immer enttäuscht über das Ergebnis der ersten Beschwerdeinstanz? «Es ist ein wenig von beidem», sagt die 77-Jährige. Zum einen finde sie es bedauernswert, dass der Kanton nicht die notwendigen Schutzmassnahmen für die Natur auf dem Üetliberg getroffen hat. «Ich glaube, die Verantwortlichen wollten, dass auf dem Üetliberg endlich einmal Ruhe herrscht und gaben sich daher mit dieser Lösung zufrieden. Weitere Diskussionen wurden vermieden», sagt sie.

Und zum anderen sei mit dem Abschluss des Streits um den Gestaltungsplan der Weg für eine neue Rolle von Pro Üetliberg geebnet. «Weil es weder der Kanton noch die Gemeinden machen, übernehmen wir eine Kontrollfunktion und schauen, ob sich Fry an die gesetzlichen Rahmenbedingungen hält.»

«Nachbesserungen» gefordert

Auch gegen das neue Verkehrsregime, dessen zentrale Elemente eine Überwachungskamera unweit des Schülerheims Ringlikon und ein Online-Bewilligungssystem sind, setzte sich der Verein Ende 2016 via Rekurs ein. Obwohl man das Regime positiv bewertete, hätten gewisse «Nachbesserungen» gemacht werden sollen, wie es Gysel ausdrückt. Auch hier blitzte der Verein ab. Im März dieses Jahres gab die Sicherheitsdirektion bekannt, dass man nicht darauf eingehe.

Nun wolle man auf Gemeindeebene versuchen, Dinge zu verändern, sagt Gysel im Hinblick auf 2018. «Beispielsweise, dass Stallikon die Anlässe im Hotel und Uitikon die Fahrten dorthin bewilligt, ist uns ein Dorn im Auge. Es sollte doch alles von einer Bewilligungsinstanz kommen», sagt Gysel. Aber auch die verstärkte Belieferung des Hotels mit der Bahn und Sammeltransporte seien nach Ansicht von Pro Üetliberg möglich: «Mit anderen Worten, wir werden den Fuss weiter in der Tür haben.»

Ein Verhinderer-Image?

Doch nicht nur der Uto Kulm hält die Naturschützer in Atem. Im Oktober überreichte Pro Üetliberg rund 2000 Unterschriften von Personen, die sich wünschen, dass der Landgasthof Baldern wieder in Betrieb genommen wird. Mit dem Besitzer, Charles Roulet, habe man sich eingehend unterhalten und auch vom Kanton habe man positive Signale erhalten. «Wann und in welcher Form der Gasthof Baldern aber wieder aufgehen wird, steht in den Sternen», so Gysel.

Mit der Petition habe man nicht zuletzt auch ein Zeichen setzen wollen. «In den Medien werden wir oft als Verhinderer dargestellt. Dabei wollen wir auch vieles ermöglichen. Auf dem Üetliberg setzen wir uns für ein intaktes Naherholungsgebiet ein und auf der Baldern für den Betrieb eines denkwürdigen Restaurants», so Gysel.

Nur wenige bringen sich aktiv ein

Wie beinahe jeder andere Verein kämpft auch Pro Üetliberg mit Problemen in der Nachwuchsrekrutierung. «Obschon wir mit unseren 350 angeschlossenen Haushalten kein kleiner Verein sind, gibt es wenige, die sich aktiv einbringen», sagt Gysel. So sieht sie es auch als unwahrscheinlich an, dass der Verein im kommenden Jahr als ein kantonsweit tätiger Verein anerkannt und somit beschwerdeberechtigt wird. «Dies ist praktisch aussichtslos, denn dazu fehlen uns Ressourcen.»

Nun da die rechtlichen Rahmenbedingungen bezüglich der Üetliberg-Nutzung definiert sind, wird sich das Verhältnis zwischen den Protagonisten im Üetliberg-Knatsch auflockern? «Ich glaube, das ist schwierig, zumal die beteiligten Parteien offensichtlich nicht dieselbe Sprache sprechen.»