Urdorf

Privater Gestaltungsplan gestorben: Auf dem Steinerhofareal wird nicht gebaut

1982 wurde das Restaurant Steinerhof eröffnet. Die Eigentümer wollten es sanieren und zwei neue Bauten mit rund 20 Wohnungen auf dem Steinerhofareal errichten.

1982 wurde das Restaurant Steinerhof eröffnet. Die Eigentümer wollten es sanieren und zwei neue Bauten mit rund 20 Wohnungen auf dem Steinerhofareal errichten.

Der Gemeinderat Urdorf hat das Verfahren zum privaten Gestaltungsplan sistiert. Die Eigentümer verfolgen ihr Projekt nicht mehr weiter.

Verschoben und nun sistiert: Der private Gestaltungsplan «Steinerhofareal» in Oberurdorf steht unter keinem guten Stern. Da er von der Regelbauweise abweicht, hätte die Gemeindeversammlung darüber befinden müssen. Ursprünglich sollte die Vorlage den Stimmberechtigten im Dezember 2019 zur Abstimmung unterbreitet werden. Die kantonale Baudirektion beurteilte die Gestaltungsplanvorlage jedoch als noch nicht genehmigungsfähig. Der Gemeinderat plante, sie deshalb im Juni 2020 dem Souverän vorzulegen. Doch daraus wird nun auch nichts.

Im Einvernehmen mit der Grundeigentümerschaft hat der Gemeinderat beschlossen, das Verfahren zum privaten Gestaltungsplan «Steinerhofareal» zu sistieren. Grund dafür ist die negative Vorprüfung des kantonalen Amts für Raumentwicklung. «Mittlerweile hat das kantonale Amt für Raumentwicklung vor allem aufgrund von aktuellen Entwicklungen in der Rechtssprechung mitgeteilt, dass der private Gestaltungsplan nicht genehmigungsfähig ist», schreibt der Gemeinderat. Dies, weil die Bau- und Zonenordnung der Gemeinde bezüglich Ausnützung in Kernzonen sowie die Stellung von bestimmten bezeichneten Gebäuden angepasst werden müsse.

Gebäude hätten verschoben und erweitert werden sollen

«Die geplante Ausnützung im Gestaltungsplan war wesentlich höher als im Kernzonenplan vorgesehen, es handelte sich beinahe um eine Verdoppelung gegenüber der Regelbauweise», sagt Richard König, Bereichsleiter Planung, Bau und Werke ad interim der Gemeinde Urdorf. Bestehende Gebäude hätten gemäss Gestaltungsplan verschoben beziehungsweise ihr Grundriss erweitert werden sollen. Erst wenn der Kernzonenplan und damit die Bauordnung angepasst worden wären, wäre das gemäss des kantonalen Amts möglich gewesen, so König. Aufgrund des negativen Bescheids verfolgen die Grundeigentümer die Planung jedoch nicht weiter. Die Aussicht auf Umsetzung nach ihren Vorstellungen sei nicht mehr gegeben, sagt König.

Ziel der Eigentümer Regina Schuler-Steiner und Roger Schuler war es, das Steinerhofareal, auf dem sich das gleichnamige Restaurantgebäude sowie zwei weitere Bauten befinden, aufzuwerten. Zudem hatten sie vor, das unternutzte Areal zu entwickeln, den Gasthof zu sanieren und den Betrieb weiterzuführen. Geplant war zudem eine Überbauung mit zwei neuen Baukörpern mit rund 20 Wohnungen. Das Vorhaben wurde mit den Plänen des Gemeinderats koordiniert. Dabei wurden das Hochwasserschutz- und Strassensanierungsprojekt entlang des Schäflibachs und der Bachstrasse sowie die Umgestaltung des anliegenden Muulaffeplatzes berücksichtigt. Der nun sistierte private Gestaltungsplan hätte die baurechtliche Voraussetzung für die Entwicklung des Areals schaffen sowie eine gute Gestaltung der Gebäude und die Integration und den Übergang zum Muulaffeplatz sichern sollen.

Das Ende des privaten Gestaltungsplans soll laut König aber keine wesentlichen Auswirkungen auf die Planung und Entwicklung des öffentlichen Raums in Oberurdorf haben. «Der Perimeter des privaten Gestaltungsplans tangiert die Bachstrasse und den Muulaffeplatz, für welche die Gemeinde separate Planungen aufgesetzt hat.»

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Autor

Sibylle Egloff

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