Bundesgericht
Pöstler klaute Briefe – Gericht verurteilt ihn zu bedingter Geld- und Gefängnisstrafe

Das Bundesstrafgericht in Bellinzona hat am Freitag einen 56-jähriger ehemaligen Mitarbeiter eines Post-Briefzentrums zu Bewährungsstrafen verurteilt. Er wurde des gewerbsmässigen Diebstahls sowie mehrfacher vollzogener und versuchter Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses schuldig gesprochen.

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Ein ehemaliger Pöstler wurde wegen gewerbsmässigem Diebstahl verurteilt. (Symbolbild)

Ein ehemaliger Pöstler wurde wegen gewerbsmässigem Diebstahl verurteilt. (Symbolbild)

Keystone

Der Angeklagte trägt ausserdem die nicht unerheblichen Verfahrenskosten. Zehn Monate auf Bewährung wegen gewerbsmässigen Diebstahls und 90 Tagessätze bedingt auf zwei Jahre wegen Verletzung des Post - und Fernmeldegeheimnisses, so lautet das Urteil gegen den ehemaligen Postangestellten.

Er wurde schuldig gesprochen, an seinem Arbeitsplatz im Briefzentrum Zürich-Mülligen Geschäftsantwortsendungen mit Geld darin entwendet zu haben. Angeklagt wurde der inzwischen entlassene Postangestellte des gewerbsmässigen Diebstahls und der mehrfachen Verletzung des Post- und Fernmeldegeheimnisses in der Zeit zwischen Juli 2015 und Mitte März 2016.

Bargeldbriefe an eine australische Lottogesellschaft

Die Briefe hatte er gemäss Anklage entwendet, geöffnet und das darin enthaltene Geld an sich genommen. Er habe, so die Anklage, auf Grund der Adresse der Sendungen gewusst , dass es sich um Bargeldbriefe an eine australische Lottogesellschaft handelte.

Diese mussten weder von Absender noch vom Empfänger quittiert werden, ihre Spur war somit auch nicht nachvollziehbar. Die Anklage stützte sich jedoch fast aussschliesslich auf Video-Aufnahmen zwischen dem 18. Januar 2016 und dem 14.März 2016.

Indizienprozess

Zwar wurden am Arbeitsplatz des Postangestellten 58 Geldbriefe beschlagnahmt, doch dass er sie wirklich selbst entwendet hatte, konnte von der Anklage nicht nachgewiesen werden.

Das Gericht stützte sich in diesem Indizienprozess deshalb soweit als möglich auf die nachweisbaren Fakten, sowie Zeugenaussagen und die betreffenden Videoaufnahmen zwischen Mitte Januar und Mitte März 2016.