Dietikon

Post-Konkurrent expandiert: Quickpac eröffnet in Dietikon neues Paketdepot

Künftig wird man die elektrischen Lieferfahrzeuge von Quickpac auch auf Dietiker Strassen antreffen können.

Künftig wird man die elektrischen Lieferfahrzeuge von Quickpac auch auf Dietiker Strassen antreffen können.

Die Post wird künftig in Dietikon Konkurrenz haben. In der Industrie zieht nämlich der Paketdienstleister Quickpac ein. Punkten will Quickpac mit elektrischen Zustellungsfahrzeugen.

Anfang November eröffnet der Paketdienstleister Quickpac an der Silbernstrasse 7a in Dietikon ein neues Paketdepot. Wegen der Lieferfahrzeuge soll das verkehrs- und baustellengeplagte Limmattal aber nicht unter mehr Lärm leiden. Denn Quickpac stellt seine Pakete ausschliesslich mit geräuscharmen Elektrofahrzeugen zu. Mit 75 neuen elektrische Lieferautos soll künftig die Region westlich von Zürich besser beliefert werden. In Dietikon werden 100 Vollzeitarbeitsstellen geschaffen, welche sich hauptsächlich mit der Paketsortierung und Paketzustellung befassen. Laut Thomas Ulmann von Quickpac ist dies ein grosser Erfolg: «Wir freuen uns, dass die rege Nachfrage es uns ermöglicht, als eines der wenigen Unternehmen in einem solchen Umfang neue Arbeitsplätze zu schaffen.» Nach Inbetriebnahme des Depots können laut Quickpac rund 50 Prozent der Haushalte in der Deutschschweiz von Elektrofahrzeugen beliefert werden. Die Standortwahl fiel laut Quickpac auf Dietikon, da «über Dietikon ein grosses Gebiet einfach erreichbar ist und eine entsprechende Immobilie verfügbar war». Hierbei sei bei der Wahl der Immobilie vor allem wichtig gewesen, dass genug Platz und Strom für E-Autos verfügbar ist. Ausser den Ladestationen sind kaum Umbauarbeiten vor der Inbetriebnahme des Depots geplant, da die Paketsortierung manuell erfolgt.

Die Kunden werden in zwei Tranchen beliefert

Elektrofahrzeuge werden verwendet, da diese laut Quickpac günstiger betrieben werden können. Auch wenn der Anschaffungspreis im Vergleich zu Benzinern um etwa 30 Prozent höher ist, so sind die Treibstoff- und Wartungskosten tiefer. Der Grund für die tiefen Wartungskosten ist, dass ein Elektromotor weniger bewegliche Teile als ein Verbrennungsmotor hat und somit weniger komplex ist. Die Reichweite der Fahrzeuge von Quickpac ist aber stark von der Aussentemperatur abhängig. Laut der Firma liegt die durchschnittliche Reichweite im Sommer bei 225 Kilometer und im Winter bei 155 Kilometern. Um die Elektroautos laden zu können und die geringe Reichweite zu kompensieren, wird täglich in zwei Zeitfenstern geliefert. Einmal von 8.30 bis 14 Uhr für ­Geschäftskunden und einmal von 17 bis 21.30 Uhr für Privatkunden.

100-prozentig elektrifiziert sind die Lieferungen von Quickpac aber dennoch nicht. Für Logistikfahrten zwischen den Paketdepots verwendet die Firma im Moment noch Diesel-Sattelschlepper. Diese sollen jedoch in den nächsten Jahren durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden. «Leider gibt es im Moment bei Fahrzeugen über 3,5 Tonnen noch keine wirklichen Alternativen zu den Verbrennungsmotoren. Wir hoffen jedoch, dass sich das in naher Zukunft ändern wird und wir umrüsten können», sagt Thomas Ulmann.

Quickpac ist eine 2019 gegründete Division der Quickmail AG. Quickmail ist das zurzeit einzige Unternehmen in der Schweiz, welches in der Brief­zustellung mit der Post konkurriert. Mit Quickpack soll der Post auch im wachsenden Paketzustellungsgeschäft Kon­kurrenz gemacht werden. Kunden sind unter anderem Nespresso, Brack und Microspot. Die Firma besitzt im Moment eine Flotte von rund 100 Elektrofahrzeugen.

E-Autos sind auch bei der Post auf dem Vormarsch

Der grösste Konkurrent von Quickpac, die Post, hat noch keine hundertprozentig elektrische Flotte. Dennoch sind in den Städten und auf dem Land die meisten Zustellungen jetzt schon elektrisch. Seit 2016 sind nämlich alle der berühmten Post-Töffli elektrisch. Bei der vierrädrigen Flotte sieht es anders aus. Im Moment sind nur 31 der 2122 Paketzustellfahrzeuge in den Städten ohne Verbrennungsmotor. Bis 2025 soll sich das ändern. Bis dahin soll nämlich in den Städten eine Mehrheit der vierrädrigen Zustellfahrzeuge elektrisch sein.

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