Oberengstringen
Pneukran macht der Blumenbörse den Garaus

Phase eins der Abrissarbeiten an der Allmendstrasse hat begonnen. die Arbeiten dauern bis Ende Sepember. Der Lärm hält sich noch in Grenzen.

Andrea Heller
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Ladung um Ladung hievt der Pneukran der Firma Richi AG Kies vom Flachdach der ehemaligen Blumenbörse.HEL

Ladung um Ladung hievt der Pneukran der Firma Richi AG Kies vom Flachdach der ehemaligen Blumenbörse.HEL

Ein Bagger schiebt kreischend Steinmassen aus dem Weg. Aus dem Innern des Baus löst sich eine Staubwolke und die Spitzmaschine schlägt mit voller Wucht Asphaltbrocken aus der Auffahrt, sodass der Boden unter den Füssen erzittert.

Gestern Morgen fiel der Startschuss für den Abriss der ehemaligen Blumenbörse in Oberengstringen. Bis Ende September dauern die Abrissarbeiten an. Stück um Stück wird das Gebäude von den Arbeitern der Firma Richi AG abgetragen. 15 Arbeiter höhlen das Gebäude innen aus und machen dann das Gebäudeskelett dem Erdboden gleich.

Computerserver statt Blumen

Wo heute Staubpartikel das Sonnenlicht reflektieren, hing früher Blütenduft in der Luft. Fast 30 Jahre lang war die Zürcher Blumenbörse im Gebäude an der Allmendstrasse 13 eingemietet. Weil sie sich dort nicht weiter vergrössern konnte, zog ein Teil der Geschäfte nach Wangen-Brüttisellen um, andere Firmen fanden im Schlieremer Industriequartier ihren neuen Standort.

An der Allmendstrasse werden in Zukunft statt Blütenkelche Rechenmaschinen beherbergt. Die Fertigstellung des Rechenzentrums der Firma Equinix (Switzerland) GmbH ist für 2016 geplant und wird sich über drei Bauphasen erstrecken, wie Managing Director Marco Dottarelli im Rahmen einer Pressekonferenz im vergangenen April erklärte.

In der ersten Bauphase wird nun der westliche, gegen das Tenniscenter ausgerichtete Gebäudeteil abgerissen und neu aufgebaut.

Damit die Abbrucharbeiten reibungslos ablaufen, koordiniert die Firma Losinger Marazzi die Arbeiten vor Ort. Dabei wird auf die Sicherheit der Mitarbeiter viel Wert gelegt. «Sicherheit steht für uns an oberster Stelle», sagt Bauleiter Sacha Zurbuchen. «Die Arbeiter müssen Ohrenstöpsel tragen und sporadisch führen wir mit allen Angestellten Alkoholtests durch.» Mit diesen Vorsichtsmassnahmen sei allen gedient, findet Controller Richard Heuberger. Denn auch die Arbeiter seien konzentrierter bei der Sache, wenn ihre Nerven vom Lärm verschont blieben.

Massnahmen gegen den Lärm

Kein Problem mit dem Lärm hat Maschinist Falko Kurth. Gelassen spitzt er den Asphaltbelag der Auffahrt ab. Sogar als Asphaltteilchen durch die Luft fliegen, verzieht er keine Miene.

Auch in den umliegenden Wohnsiedlungen hält sich der Baulärm noch in Grenzen wie eine Anwohnerin erklärt. «Bis jetzt fühlen wir uns vom Lärm nicht gestört und betrachten die Veränderungen auf dem Gelände der Allmendstrasse mit grosser Neugier», sagt sie.

Damit dies auch so bleibt, trifft die Firma Losinger Marazzi Vorkehrungen: «Wir versuchen die Lärm- und Staubemissionen so weit wie möglich in Grenzen zu halten», sagt Sacha Zurbuchen.