In Aesch leben viele Künstler, die in ihrem Atelier oder zu Hause tolle Kunstwerke anfertigen. Ihnen will die Kulturkommission (Kuko) Gelegenheit bieten, ihre Werke zu zeigen, mit Kunstinteressierten darüber zu diskutieren und allenfalls einige Arbeiten zu verkaufen. Am 12. Mai 2018 lädt die Kuko deshalb zum zweiten Mal nach 2015 zur Aescher Kunstmeile ein.

Die Idee zu dieser Open-Air-Ausstellung stammte ursprünglich von der Künstlerin Stefanie Seiler und ihrer Tochter. Sie hatten sich 2014 an die Kuko gewandt. Diese unterstützte das Vorhaben. «Wir investieren vor allem unsere Zeit. Die Kosten sollen möglichst von den Anmeldegebühren der Künstler gedeckt werden», sagt Vreni Eichinger von der Kulturkommission.

Die Kunstmeile löste dann die Kunst- und Kunsthandwerksausstellung im Aescher Gemeindesaal ab. «Die Kunstmeile ist lebendiger, bewegter und unkomplizierter als eine Ausstellung im Saal», sagt Eichinger. In Vorgärten und auf Vorplätzen sollen die Kunstschaffenden ihre Werke präsentieren. «Es wäre nett, wenn die Künstler ihren Gästen etwas offerieren, etwa Kaffee, Wein oder Guetzli», sagt Eichinger. Geplant ist ein Rundgang mit etwa zehn Stationen, der am Infostand des gleichzeitig stattfindenden Muttertagsmärts beginnt.

Dabei sein, wenn Werke entstehen

«Vor drei Jahren konnten die Besucher einer Gold- und Silberschmiedin bei der Arbeit zuschauen», erinnert sich Eichinger. Und Kinder hatten sich als Klöppler versuchen können. Ein abwechslungsreiches Programm erhofft sich Eichinger auch für kommenden Mai. Bisher habe die Kuko etliche mündliche Zusagen erhalten und sieben Künstler hätten sich schon angemeldet. So sollen drei Malerinnen aus Birmensdorf dabei sein sowie eine Malerin und eine Fotografin aus Aesch und die Initiantinnen von 2015, die in der Zwischenzeit von Aesch weggezogen sind. Die Anmeldefrist läuft noch bis Mitte Januar.

Die Erfahrungen aus der ersten Kunstmeile hat Eichinger auch zu Änderungen für die zweite Austragung angeregt. So stellte sie fest, dass Marktfahrer an der Kunstmeile vielleicht nicht glücklich werden. «‹Ausser Spesen nichts gewesen› soll nicht das Motto der Kunstmeile sein», sagt Eichinger. Die Kunstmeile sei für Künstler da, die Freude am Ausstellen hätten, auch wenn sie nichts verkaufen. Die Ausstellerin im Markt-Café habe ausserdem feststellen müssen, dass ihre Werke nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit standen. Womöglich dachten die Besucher des Cafés, die Bilder an der Wand gehörten zur Dekoration.

Suche nach Lokalitäten

Im Moment wartet Eichinger noch, bis alle Anmeldungen eingegangen sind. Danach müssen sie und ihre Kolleginnen und Kollegen aktiv werden und für auswärtige Künstler geeignete Lokalitäten finden. Heimische Künstler dagegen sollen möglichst bei sich zu Hause ausstellen. Bei schlechtem Wetter müssten die Künstler erfinderisch werden, ein Zelt aufstellen oder bei Kollegen Unterschlupf suchen. Sobald die Lokalitäten feststehen, wird Eichinger den Plan mit den Standorten entwerfen.

Weiter ist sie für die Werbung zuständig. So sollen drei grosse Plakate im Dorf aufgestellt und Flyer verteilt werden. Auch in den Veranstaltungskalendern darf der Anlass nicht fehlen. Für Eichinger ist die nächste Kunstmeile die letzte. Nächstes Jahr verabschiedet sie sich aus der Kulturkommission. «Ich war zirka 15 Jahre dabei und mache jetzt Platz für Jüngere», sagt sie.