Gestern gab das Dietiker Logistikunternehmen Planzer Transport AG in einer Medienmitteilung den Kauf der Paul Leimgruber AG mit Hauptsitz in Basel bekannt. In der Mitteilung heisst es über Leimgruber: «Aufgrund des harten Marktumfeldes und keiner internen Nachfolgeregelung haben sich die Eigentümer entschlossen, ihr Unternehmen an Planzer zu verkaufen.»

Wie bei Planzer handelt es sich bei Leimgruber um ein Familienunternehmen. Es beschäftigt an den vier Standorten Pratteln, Basel-Dreispitz, Embrach sowie Oensingen rund 300 Mitarbeitende sowie 140 Vertragsfahrer und bietet Dienstleistungen in den Geschäftsfeldern Stückguttransport, Containerlogistik und Lagerbewirtschaftung. Der Umsatz im letzten Jahr betrug rund 68 Millionen Franken.

Planzer spielt in einer deutlich höheren Liga als der Basler Mitbewerber. Der Dietiker Transport- und Logistik-Dienstleister beschäftigt derzeit 4800 Mitarbeitende und erzielte 2017 einen Umsatz von rund 820 Millionen Franken. Die Firma verfügt in der Schweiz und im Ausland über knapp 60 Standorte – darunter sogar ein Büro in Hongkong. 1400 Fahrzeuge sind für Planzer unterwegs, hinzukommen noch gut 900'000 Quadratmeter an Lagerfläche. Planzer befindet sich vollständig in Familienbesitz.

Fahrzeuge besser auslasten

Auch Planzer spürt den von Leimgruber beklagten Druck des Marktes. Jan Pfenninger, Leiter Marketing und Kommunikation, sagt auf Anfrage: «Auf dem Markt herrscht ein grosser Preisdruck, und es gilt, die Produktivität zu steigern.» Im Transport werde dies vor allem durch die Bündelung von Güterströmen erreicht, was hauptsächlich mit einem dichten Filialnetz und einer entsprechenden Fahrzeugflotte erreicht werden könne. «Dann sind Optimierungen in der Fahrzeugauslastung möglich, und es kann günstiger produziert werden.»

Durch die Aktivitäten der Basler kann «die Dienstleistungspalette von Planzer perfekt ergänzt» werden, so die Medienmitteilung. In verschiedenen Bereichen könnten so Synergien genutzt und der Auslastungsgrad der Fahrzeugflotte erhöht werden.

Sitz in Basel bleibt

Sämtliche Mitarbeitende von Leimgruber wurden von Planzer übernommen, auch Standorte sollen erhalten bleiben – zumindest vorerst. Zudem soll die Marke «Leimgruber» im heutigen Erscheinungsbild bestehen bleiben. Aber was wird die Zukunft für die Angestellten bringen? Auf Nachfrage meinte Pfenninger lediglich, dass der Hauptsitz in Basel «sicher fix» sei. «Eine genaue Analyse wird zu einem späteren Zeitpunkt auch Klarheit über die weitere Entwicklung der anderen Standorte bringen.» Daher werde es «in einem ersten Schritt keine Entlassungen geben».

Wie es weitergeht, könne zum aktuellen Zeitpunkt nicht gesagt werden, so Pfenninger. Sollte es aber zu Entlassungen kommen, würden «interne Alternativen in der Gruppe» geprüft werden. Hanspeter Fox, Geschäftsführer der Leimgruber AG, gab gestern der Hoffnung Ausdruck, dass durch den Verkauf an Planzer möglichst viele Arbeitsplätze gesichert werden. Sollten doch Entlassungen nötig werden, setze er darauf, dass – wie bei Leimgruber immer üblich – in Absprache mit den betroffenen Mitarbeitern individuelle Lösungen gefunden werden.

In ihrer langen Firmengeschichte seit 1936 gelang es der Planzer AG mehrmals, durch Zukäufe zu wachsen. Zuletzt wurden seit Ende der 1990er Jahre eine ganze Reihe kleinerer Transport- und Logistikfirmen übernommen, was dem Dietiker Unternehmen einen tüchtigen Wachstumsschub bescherte. Weitere Zukäufe seien derzeit nicht geplant, so Pfenninger. Die Leimgruber-Integration wird – rückwirkend per 1. Januar – im Frühjahr abgeschlossen.

Bezüglich der Nachfolgeregelung sieht Pfenninger Planzer auf der sicheren Seite: «Heute arbeitet die dritte und vierte Generation. Die fünfte Generation hat noch über zehn Jahre Zeit.»