Theorie in Praxis umsetzen: Dieser Herausforderung müssen sich Schülerinnen, Schüler, Auszubildende, Lehrlinge, Studentinnen und Studenten beim Eintritt in die Arbeitswelt stellen. Deshalb ist es hilfreich, bereits während der Schulzeit über den Tellerrand blicken zu können. Eine Gelegenheit dazu hatten Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Limmattal gestern auf dem Firmengelände des Dietiker Logistikunternehmens Planzer Transport AG am Standort Zürich Altstetten.

Geschäftsführer Thomas Koller weiss, wie er die Jugendlichen der beiden 6. Klassen im wirtschaftlich-rechtlichen Profil der Kantonsschule Limmattal erreichen kann. Mit begeisterter Stimme und voll Elan stellt er sein Unternehmen vor. Er zeigt Abläufe, erklärt die Standortwahl und wie Kooperationen mit anderen Firmen ablaufen. Zudem präsentiert er praktische Erfahrungen aus der Arbeitswelt, aus denen die Firma gelernt hat und stellt unterschiedliche Nachwuchsförderungsprojekte des Unternehmens vor.

Der Funke springt über. Aufmerksam hören die Schüler zu und stellen neugierig Fragen. Ihm ist es wichtig, den Anwesenden zu zeigen, dass es auch spannend sein kann, in einem Transportunternehmen zu arbeiten. «Es muss nicht trist und trocken sein. Wirtschaft kann auch sexy sein», sagt er.

Schule trifft Wirtschaft

Ermöglicht wurde der Firmenbesuch von der Arbeitsgruppe L-Plus der Unternehmergruppe Wettbewerbsfähigkeit, einem Zusammenschluss aus Unternehmern der Region Zürich. Mit dem Projekt «Schule trifft Wirtschaft» bemüht sich die Arbeitsgruppe darum, jungen Menschen den Eintritt und das Arbeiten in der Unternehmerwelt zu erleichtern. Denn jeder fünfte Lehrling bricht seine Ausbildung ab.

Um dem entgegenzuwirken, versuche man, den unternehmerischen Gedanken in Schulen zu bringen. «Es ist immer anders in der Praxis», sagt Stefan Haas, Kopf des Projekts. Deshalb biete L-Plus Referate, Kurse und Workshops im Bereich Berufsfindung und -bildung an Schulen und anderen Ausbildungsstätten an. Es gehe darum, Schülerinnen und Schüler zu trainieren und ihnen verschiedene Ausbildungsmöglichkeiten zu präsentieren.

Haas erklärt, dass es mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlicher Berufe gäbe und es deshalb wichtig sei, diese der nächsten Generation näher zu bringen, um bei der Entscheidungsfindung zu helfen. Er ist überzeugt, auf diese Weise Ausbildungs- und Lehrabbrüche reduzieren zu können. «Mit dem KV ist es noch nicht geschafft. Man muss die Schülerinnen und Schüler auch praktisch einbinden und ihnen zeigen, wie es in der realen Arbeitswelt funktioniert», sagt Haas.

Schüler schätzen Einblicke

Paul Muller, Wirtschaftslehrer der anwesenden Schulklasse, begrüsst das Projekt. Es sei hilfreich, den Jugendlichen einen Einblick in die Praxis eines grossen Unternehmens zu bieten. «Es ist in der Praxis natürlich viel spannender. Vor allem, wenn man einen authentischen, begeisterten Unternehmer vor sich hat, der weiss, wovon er spricht», sagt er. Es helfe den Jugendlichen, zu zeigen, was sie alles machen könnten. Eine Schülerin erklärt, dass es interessant sei, die gelernte Theorie einmal in der Praxis von einem Unternehmer zu hören.

Für die teilnehmenden Schüler bleibt es nicht beim trockenen Zuhören: Nach einem Rundgang durch das Firmenareal gibt Koller den Klassen zwei Aufgabestellungen auf den Weg, mit denen sie ihr unternehmerisches Denken in den nächsten Wochen im Schulunterricht verbessern können.