Eine neue Form eines altbekannten Krankheitserregers verursacht zur Zeit ein grosses Fischsterben in Schweizer Flüssen. Dabei handelt es sich um den Pilz Saprolegnia parasitica, der Wucherungen an Kopf und Flossen der Fische verursacht.

Zu den betroffenen Gewässern gehören Aare, Rhein, Doubs und Birs. Die Limmat wurde glücklicherweise bis jetzt verschont. Es gibt laut dem Schweizerischen Fischerei-Verband (SFV) jedoch Hinweise dafür, dass sich der für Fische tödliche Erreger weiter ausbreitet.

Um dies zu verhindern gilt es laut Patrick Wettenschwiler vom Fischereiverein 1883 Zürich einige Grundregeln zu beachten: So dürften etwa kein Wasser und keine Fische zwischen verschiedenen Gewässerabschnitten transportiert werden.

Dies könne auch unabsichtlich geschehen, durch schlecht trocknende Stellen an Kleidung und Schuhen, sagt Wettenschwiler. Die menschliche Haut hingegen sei unproblematisch, da sie leicht trockne.

Die durchschnittliche Körpertemperatur eines Menschen von zirka 37 Grad genügt, wie er sagt, um den Erreger zu zerstören. Angelgeräte, Wathosen und Stiefel müssen vor dem Wechsel von einem ins nächste Gewässer durch vollständiges Trocknen oder durch Hitze desinfiziert werden.

Das gleiche gilt für die Turnschuhe bei einem Gang durchs Wasser. Ausserdem dürfen beim Fischen nur Köderfische aus dem befischten Wasserabschnitt verwendet werden.

Doch selbst wenn sich die Limmattaler Fischer an diese Regeln hielten, könne sich der Erreger über Vögel und andere Tiere trotzdem ausbreiten, so Wettenschwiler. Bis jetzt könne keine Prognose gestellt werden, ob und wann der Pilz ausgerottet werden kann. (JWA)