Ruhig steht die Blutbuche auf dem Schlieremer Stadtplatz, so als wüsste sie, dass sich Tausende Menschen für sie einsetzen. Der fast 100-jährige Baum soll eigentlich wegen der Linienführung der Limmattalbahn gefällt werden, doch der Aufschrei in der Bevölkerung ist gross. Gestern Abend fand die Welle der Solidarität ihren vorläufigen Höhepunkt: Die Schwestern Susanne Porchet und Liliane Hagen, die im Oktober eine Petition zur Rettung der Blutbuche lanciert haben, reichten im Stadthaus die gesammelten Unterschriften ein.

Die Petition war von Beginn weg ein Erfolg: Bis gestern kamen rund 4600 Unterschriften zusammen; selbst bei der Übergabe an Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin kamen noch einige dazu. «Der Unmut in der Bevölkerung war offenbar gross und viele Menschen haben von sich aus unsere Petition unterstützt», sagte Hagen. Auch Porchet betonte in ihrer kurzen Rede, dass sie und ihre Schwester auf wunderbare Menschen zählen konnten, die mit Herz für die Blutbuche kämpften – und es auch weiterhin tun werden. Einige von ihnen waren bei der Übergabe dabei, unter ihnen Figen Özkizilirmak, die sich notfalls auch an den Baum ketten würde. «Wir wollen, dass der Baum bleibt», sagt sie bestimmt.

Eine Petition wie keine zweite

Noch nie soll es eine Petition in Schlieren gegeben haben, die in so kurzer Zeit so viele Unterschriften sammeln konnte, sagte Brühlmann-Jecklin, als er den schweren Ordner entgegennahm. Der Politiker versicherte den Anwesenden, dass man das Anliegen nicht auf die leichte Schulter nehmen wird. «Was wir wollen, ist, dass ein Planänderungsverfahren eingeleitet wird. Das ist unser Anspruch», so Porchet. «Wir probieren, eine Lösung zu finden», entgegnete Brühlmann-Jecklin.

«Jetzt nach der Übergabe können wir ein wenig verweilen», sagte Porchet im Anschluss. Sie und ihre Schwester sind glücklich über das Erreichte. Sie wissen aber auch, dass es sich erst um einen Etappensieg handelt und der Kampf um die Blutbuche bald in eine neue Runde geht.