1. Wie lässt sich der Zentrumskreisel sicherer gestalten?

Zwar herrsche rund um den Stadtplatz der Kreiselverkehr, doch seien sich wohl viele Verkehrsteilnehmer dessen nicht bewusst, wie Dominik Ritzmann (Grüne) an der Fragestunde von Montagabend sagte. Autolenker würden falsch blinken und Velofahrer nicht in der Mitte der Spur fahren. Obwohl der Kreisel als solcher gekennzeichnet sei, bestehe grosse Gefahr. Er wollte wissen, ob der Stadtrat diesen Umstand zu entschärfen gedenkt. Sicherheitsvorstand Pascal Leuchtmann (SP) bestätigte, dass der Ist-Zustand problematisch sei. Allein im vergangenen November seien 240 Ordnungsbussen wegen nicht Blinkens beim Verlassen des Kreisels ausgestellt worden. «Weil es nicht das Ziel ist, den Kreisel zur Bussgeld-Maschine umzufunktionieren, setzte die Polizei Anfang Jahr auf Aufklärung», so Leuchtmann. Fehlbare Automobilisten seien angehalten worden und man habe ihnen erklärt, wie der Kreisel richtig befahren wird. Die Anzahl Bussen gingen markant zurück. Im Januar waren es noch 20 und im Februar 30. «Die Stadtpolizei hat die Lage weiterhin auf dem Radar und wird weitere Kontrollen durchführen», so Leuchtmann.

2. Warum hat es auf dem Stadtplatz keine Uhr?

Der Stadtplatz gab weiter Anlass zu Fragen an die Exekutive. So wollte Gemeinderat Dominic Schläpfer (FDP) wissen, weshalb es auf dem stark frequentierten Platz keine Uhr gebe. Bauvorstand Stefano Kunz (CVP) sagte, dass das Anliegen derzeit geprüft werde. «Der Wunsch nach einer Uhr wurde schon von verschiedenen Seiten an uns herangetragen.» Die Stadt sei davon ausgegangen, dass die elektronischen Fahrplan-Anzeigen auch eine Uhr enthalten würden, was sich aber als falsch erwies. Aber: «Heutzutage müssen auch Verkehrsknotenpunkte nicht mehr zwingend über eine Uhr verfügen.»

3. Wann wird die Wiesenstrasse für Fussgänger sicher?

FDP-Gemeinderat Sasa Stajic konstatierte, dass die Verbindung zwischen Rietpark-Quartier und Bahnhof ohne ausreichende Beleuchtung und ohne Trottoir ausgestaltet sei. Bereits früher gab dieser Abschnitt der Wiesenstrasse Anlass zu politischen Vorstössen. Weil sich aber noch immer nichts verändert hat, wollte Stajic wissen, wann sich die Lage verbessert. Genau lasse sich diese Frage nicht beantworten, sagte der an dieser Fragestunde stark beanspruchte Bauvorstand Kunz. Die defekten Kandelaber im westlichen Bereich würden ersetzt und im östlichen Bereich schreite die Planung voran. Gemeinsam mit den Verantwortlichen des Geistlich-Areals, das in den kommenden Jahren komplettiert wird, soll der Ostteil gestaltet werden. Etwa 2020 wäre eine Realisierung möglich. «Wir suchen nach einem Weg, wie man dem Quartier mit vertretbarem Aufwand eine befriedigende Lösung bieten kann», so Kunz.

4. Wie sieht es mit der geplanten Veloschnellroute aus?

Neben dem Stadtplatz war auch die Wiesenstrasse im Fokus der Parlamentarier. Markus Weiersmüller (FDP) wollte wissen, wie die aktuelle Situation der Velowege und die Veloschnellroute aussehe. Kunz erklärte, dass die Velowege im Verkehrsrichtplan vermerkt seien. «Diese setzen wir sukzessive um. Wir sind in Verzug, wohl nicht zuletzt wegen der geringen personellen Ressourcen der Stadt», sagte er weiter. Aktuell werde gemeinsam mit dem Kanton die Veloroute Wiesenstrasse samt Unterführung der SBB-Gleise auf der Höhe der ehemaligen NZZ-Druckerei geplant. Zudem werde man das Projekt Veloschnellstrasse Engstringerstrasse bald in Angriff nehmen.

5. Warum ist der Nebelbrunnen zu unpassenden Zeiten aktiv?

Manche Passanten hätten sich schon geärgert, dass der Nebelbrunnen auf dem Stadtplatz auch in unpassenden Momenten seine Dunstwolken versprüht, sagte Dominic Schläpfer (FDP). Damit meinte er beispielsweise bei Regen oder Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Der Fragesteller wollte wissen, was die Stadt dagegen zu unternehmen gedenkt. «Aus Sicht des Stadtrates handelt es sich nicht um ein Problem, da man nicht einhellig beurteilen kann, wann der eingeschaltete Nebelbrunnen sinnvoll ist oder eben nicht», sagte Kunz. Neben der Länge der Intervalle kann die Stadt auch die Sprühdauer des 100 000-Franken Bauwerks einstellen. «Eine witterungsabhängige Einstellung wäre aber viel zu aufwendig», so Kunz. Künftig soll der Brunnen öfters dafür weniger lang Wasser sprühen.

6. Warum erschweren Mobility-Parkplätze Kiss-and-ride?

FDP-Gemeinderätin Fiona Stiefel bezeichnete die Ein- und Aussteigesituation am Bahnhof Schlieren nicht zufriedenstellend. Der Grund: die Mobility-Parkplätze. Daher wollte sie von der Stadt wissen, ob diese überhaupt genutzt werden und wie viele vertraglich festgelegt sind. Ihn selber störe die Situation mit den Mobility-Plätzen auch, gab Kunz offen zu. «Der Einfluss der Stadt ist aber beschränkt, da das Areal im Besitz der SBB ist», so Kunz. Es bestehe ein Interessenskonflikt, denn die SBB hätten ein grosses Interesse am Bestand der Mobility-Plätze, die Stadt ziehe jedoch Kiss-and-ride-Plätze und Taxi-Standplätze vor. «Man versucht gemeinsam mit den Bundesbahnen eine Lösung zu finden – möglicherweise auch auf der Nordseite des Bahnhofs. Der Stadtrat findet, auch diese solle in die Planung eingebunden werden», so Kunz.

7. Warum zieht sich der Kauf der alten Badenerstrasse so lange hin?

Der stillgelegte Abschnitt der Badenerstrasse gehört dem Kanton. Schon länger ist jedoch bekannt, dass die Stadt diesen Teil zu kaufen beabsichtigt. «Der Landtransfer ist seit dem Landabtausch zur Limmattalbahn klar zu erwarten gewesen», sagte Thomas Widmer (Quartierverein). Er wollte wissen, weshalb sich die Verhandlungen so lange hinziehen. Auch wenn die Stadt den Abschnitt nicht besitzt, werden grosse Teile des diesjährigen Schlierefäschts darauf stattfinden. Dies, weil die Stadt einen Gebrauchsleihevertrag habe, wie Kunz ausführte. Der Grund für die langandauernden Kaufverhandlungen ist simpel. «Wir einigten uns mit dem Kanton noch nicht über den Kaufpreis», so Kunz. Da man nicht unter Zeitdruck stehe, werde man weiterverhandeln, bis der vom Kanton geforderte Preis dem Stadtrat als angemessen erscheine.

8. Was geschieht mit dem inoffiziellen Wahrzeichen der Stadt?

Seit den 1950er-Jahren stehe der Brunnen vor dem Schlieremer Bahnhof und sei beinahe ein Wahrzeichen der Stadt geworden, sagte GLP-Gemeinderätin Songül Viridén. Im Rahmen der Arbeiten rund um den Banhof solle er aber von dort wegkommen. «Gibt es eine Möglichkeit, ihn zu retten, indem man den Brunnen auf den Stadtplatz verlegt?» Immerhin verfüge der Stadtplatz noch über keinen Trinkwasserbrunnen, so Viridén. «Wir können und wollen eine Versetzung prüfen», sagte Kunz. Der Brunnen werde sicherlich nicht einfach entsorgt. Bislang habe man aber noch keinen geeigneten Standort gefunden. Fest steht aber bereits, dass er nicht auf den Stadtplatz verlegt wird. «Dort haben wir ja bereits einen schönen Nebelbrunnen», begründet Kunz die Haltung der Stadt.

9. Wie fördert die Stadt günstigen Wohnraum?

Obwohl in Schlieren viele Wohnungen gebaut würden, sinke der Anteil genossenschaftlicher Wohnungen, sagte SP-Gemeinderätin Leila Drobi. Sie wollte wissen, mit welchen Massnahmen der Stadtrat günstigen Wohnraum sichert. Kunz versicherte, dass dies ein Thema sei im Stadtrat. Mittels Gestaltungsplänen habe die Stadt beispielsweise die Möglichkeit, für eine gute Durchmischung sowie attraktive Grundrisse zu sorgen. «Weiter stehe die Abteilung Finanzen mit den Baurechtsnehmern der Stadt in Verbindung, um je nach Vertrag günstige Konditionen für die Mieter zu ermöglichen», so Kunz. Zudem prüfe der Stadtrat, im Rahmen des Mehrwertausgleichs günstigen Wohnraum zu fördern.